Einkaufen ohne Müll: Diese Anlaufstellen solltest du kennen

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Du willst ja weniger Müll produzieren. Alle reden von „Zero Waste“ und „plastikfrei“, aber die Realität sieht leider ganz anders aus. Du fragst dich: 

Wo kaufe ich ein, ohne Berge an Müll zu produzieren?

Bestimmt hast du dich nicht nur ein Mal geärgert, wenn du im Supermarkt dann doch wieder die eingeschweißte Gurke, das Netz Zwiebeln, einen Tetrapack Milch und eine Packung Snacks in den Einkaufswagen gelegt hast. Und zuhause die Müllberge zu sehen, nervt dich regelmäßig aufs Neue.

Ich kenne das!

Damit du es leichter hast, zeige ich dir heute 8 Wege, wie du ZeroWaste-Einkaufsmöglichkeiten in deiner Nähe findest. 

Wo einkaufen ohne Müll?

Googeln nach „unverpackt“ + „deine Stadt“

In vielen Städten gibt’s sie schon, die neuen Unverpackt-Läden im Tante-Emma-Stil. Nutze die Suchmaschine Ecosia, um den nächsten Unverpackt-Laden in deiner Nähe zu finden.

Gib als Suchbegriffe ein:

unverpackt [deine Stadt]

Wenn ich nach „unverpackt Stuttgart“ suche, sehe ich, dass es in Stuttgart-West den Schüttgut gibt, in Ludwigsburg den ohnePlaPla, und dass in Stuttgart-Sillenbuch bald ein neuer Laden eröffnen wird.

Verzeichnis Unverpackt-Läden 

Die Unverpackt-Läden sprießen gerade wie Pilze aus der Erde. Für einen guten Überblick kannst du auch die Webseite des Vereins „unverpackt e.V.“ nutzen. Über die meisten bestehenden Läden und sich in Gründung befindenden Projekte wissen sie Bescheid.

Dieser Link bringt dich direkt zur Übersichtskarte des Vereins.

Facebook-Gruppe „Plastikfrei leben Tipps & Tricks“

Solltest du über die beiden Suchen nichts gefunden haben, nutze das Wissen der Leute, die sich mit den selben Fragen beschäftigen und diese in den sozialen Medien diskutieren.

Ein ziemlich heißer Tipp ist die Facebook-Gruppe „Plastikfrei leben Tipps & Tricks“.  Hier wurde schon alles Mögliche besprochen. Verwende die Such-Funktion, sprich: das Symbol der Lupe mit dem beistehenden Text „Gruppe durchsuchen“. Gib hier deine Stadt ein und sei gespannt, was dich erwartet. Wichtig: Lies dir zu den Suchergebnissen auch die Kommentare durch.

Solltest du nicht fündig geworden sein durch die Suche in dieser Gruppe, stell deine Frage als eigenen Beitrag. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Leute auch aus deiner Ecke stammen und dir Tipps geben können, ist ziemlich hoch. Die Gruppe hat (Stand Mai 2019) fast 44.000 Mitglieder!

Instagram Suchbegriffe & Hashtags

Ich liebe Instagram, denn so viele Leute erzählen per Bild aus ihrem Leben. Hast du einen Insta-Account? Super, dann direkt einloggen und in der Suche eingeben:

[deineStadt]
PLUS einen der Begriffe
unverpackt, zerowaste, plastikfrei

Probiere ein bisschen aus, setze deine Stadt mal nach vorne, mal nach hinten. Ich bin gespannt, ob du fündig wirst. Leider gibt es (noch?) nicht die Möglichkeit, nach mehreren Hashtags gleichzeitig zu suchen.

Ich habe durch Ausprobieren/ Spielen mit den oben genannten Begriffen die Hashtags #unverpacktstuttgart und #schuettgutstuttgart neu entdeckt.

Wenn ich jetzt auf der Suche wäre nach Einkaufsmöglichkeiten mit wenig Verpackungsmüll, so wie du es bist, würde ich die gefundenen Bilder nutzen, um darunter einen Kommentar zu hinterlassen à la

„Hey, du kaufst unverpackt in Stuttgart ein, das will ich auch! Hast du mir Tipps, wo das am besten geht?“

Hofläden

Landwirte, vor allem auch biologisch arbeitende, vermarkten ihre Ware gerne auch selbst, da sie dabei etwas mehr verdienen können als bei Verkauf an Händler. Das tun sie zum Beispiel über Hofläden, also Läden direkt auf den Bauernhöfen.

Allein hier in Stuttgart weiß ich zwei bio-dynamische Höfe, Demeter zertifiziert, mit Hofladen. Die eigene Ware der Höfe bekommt man meist lose, ohne Verpackung. Nebenbei ist es eine kleine Idylle, dort einzukaufen, man kann mit etwas Glück sogar Kühe streicheln.

Der Verband Demeter bietet eine eigene Einkaufsstätten-Suche an, über die du hoffentlich auch in deiner Nähe einen Hof mit Laden findest. Viel Erfolg!

Auch der Verband Bioland bietet so eine Suche an, allerdings etwas versteckt. Gehe auf die Startseite, klicke dann auf die Deutschlandkarte mit Lupe und Text „Bioland finden“ darunter. Ein extra Fenster öffnet sich, in dem du oben „Direktvermarkter“ anklicken kannst. Hier gibst du deine PLZ und den Umkreis an. Wähle „Hofladen“ aus. Fertig.

Markt

Zum Direktvertrieb der Landwirte zählt neben den Hofläden auch der Verkauf der Lebensmittel auf Wochenmärkten. Sicher gibt es diese alte Form des Warenumschlags auch ganz in deiner Nähe. Neben klassischen Obst- und Gemüseständen, wo die Ware lose verkauft wird, findest du meist auch Käse, Brot und Anderes. Viele Marktleute geben ihre Ware gerne in die von dir mitgebrachte Verpackung ab. Probier’s einfach aus und bitte z.B. den Käseveräufer, den Käse direkt in deine Dose zu legen.

Mühlen

Informiere dich, ob es in deiner Nähe eine Mühle gibt. Hier kannst du häufig auch andere Trockenware, also neben Getreide, Mehl etc. auch Linsen, Müsli usw. in Papiertüten oder lose kaufen.

Solidarische Landwirtschaft

Schließe dich einer SoLaWi an – Es gibt sie an immer mehr Orten auf der ganzen Welt. Es ist ein großartiges Konzept, zu dem ich an anderer Stelle mehr erzähle, denn hier würde es den Rahmen sprengen. Einlesen kannst du dich auf der Webseite des „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“.

Ob es eine SoLaWi in deiner Nähe gibt und an wen du dich dort genau wenden kannst, erfährst du über „SoLaWi finden“ auf der selben Internetseite. Aktuell (Mai 2019) sind in Deutschland 241 SoLaWis im Netzwerk eingetragen, plus 31 in Gründung.

Seit dem ersten Tag der SoLaWi Stuttgart sind wir hier vor Ort dabei. Wöchentlich gibt’s Lebensmittel vom Demeter-Hof in Stuttgart-Möhringen. Alles wird in Kisten und fast alles ohne extra Verpackung zu den Verteilpunkten gebracht: vor allem Gemüse, aber auch Brot, Getreide, Obst, Sauerkraut oder Saft. Unser (fast)ZeroWaste-Abo, wenn man so will.

Generelle Tipps:

  1. Je weniger verarbeitet die Lebensmittel sind, die du kaufst, desto einfacher bekommst du sie unverpackt.
  2. Hab immer ein Stofftäschchen dabei, so kannst du dir auch unterwegs z.B. eine Brezel to go verpackungsfrei mitnehmen. Ich liebe die Beutel von „naturtasche“, weil sie so schön anzufassen sind, sehr klein und leicht, außerdem ist das Konzept dahinter wunderbar. In Stuttgart kannst du sie z.B. im Unverpacktladen „Schüttgut“ kaufen. Noch ein Vorteil: Das Tara-Gewicht steht direkt auf jedem Beutel. Solltest du damit also Ware kaufen, die noch gewogen werden muss, kann das Gewicht des Beutels ohne Problem abgezogen werden.
  3. Achtung, leider sind auch viele Landwirte und andere Direktvermarkter noch nicht auf der plastikfrei-Welle. Schneller, als du „Nein, Danke“ sagen kannst, ist dein Salat auch schon in die Tüte gesteckt. Sag also am besten schon zu Beginn des Einkaufs, dass du deine eigenen Täschchen, Boxen oder Gläser dabei hast.
  4. Nimm’s dir nicht übel, wenn du in der Umstellungszeit in alte Muster zurückfällst. Dafür kannst du nix – Das sind alte Gewohnheiten, die sich ganz automatisch abspielen. Obwohl ich inzwischen immer einen Stoffbeutel dabei habe, wenn ich unterwegs bin, vergesse ich’s regelmäßig und -schwupp- steckt z.B. die Bäcker beim Brezel doch wieder in der Papiertüte. Aber macht nix, wir üben! Und irgenwann wird es ganz normal geworden sein, dass auch mein Brötchen beim Bäcker im eigenen Beutel landet.

Es wäre so toll, kaum mehr Müll in den Tonnen zu haben! Wie gut würdest du dich fühlen und wie leicht wäre dein Gewissen, wenn du es nur besser schaffen ​könntest?

Der Crashkurs Weniger Plastik, weniger Müll katapultiert dich voran.

Let’s rock!

Deine Kerstin

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