Elektro-Auto: Was kostet es mit Strom zu fahren?

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Mit Strom mobil zu sein ist bzgl. CO2-Emission vorteilhafter als mit Benzin oder Diesel. Aber wie verhält es sich finanziell? Ich habe mir einen eUp! zugelegt und zeige dir hier, warum es auch für den Geldbeutel Sinn macht auf Strom zu setzen.

Vorab: Ein Artikel von März 2022 zeigt auf, dass das Fahren mit Strom bereits VOR der Ukraine-Russland-Thematik preiswerter war als das Fahren mit Benzin oder Diesel. Und zwar deutlich!

„In unserem Beispiel schneidet der Strom im Vergleich zum Benzin besser ab. Auf 100 km würde man 5,03 € sparen, wenn man ein Elektroauto fahren würde. Selbst bei niedrigeren Spritpreisen, läge die Ersparnis bei mehr als 2 € pro 100 Kilometer.“ –Lukas Böhl, Stuttgarter Zeitung

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.strom-vs-benzin-kosten-vergleich-mhsd.e6242273-10bf-4291-8971-e7cba8ac05ea.html, 14.03.2022

Das ist doch schonmal ein spannendes Ergebnis, oder? Weiter geht’s mit einem Vergleich zwischen zwei –bis auf den Antrieb– baugleichen Autos.

Vergleich: Das selbe Auto mit Verbrenner und Elektro-Antrieb

Die Webseite efahrer.com bietet einen Kostenrechner, den du dir unbedingt anschauen solltest:

  1. Wähle zwei Fahrzeuge aus,
  2. vergleiche sie miteinander und
  3. variiere dabei mit den Preisen für Strom und Benzin.

Bei mir sieht der Vergleich so aus:

Ist der eUp! also teurer als der Up! mit Verbrenner? Nein!

Denn die BAFA-Prämie wurde noch nicht berücksichtigt, durch die die Elektromobilität gepusht wird und die die Differenz bei den Anschaffungskosten puffert.

Irgendwann wird es diese Prämie nicht mehr geben, gleichzeitig wird die Elektromobilität „normaler“ und etablierter geworden sein. Ich gehe davon aus, dass sich allein dadurch der Preisunterschied in der Anschaffung deutlich verringern wird.

Rechne ich die BAFA-Prämie in den Vergleich oben mit ein, rückt die Gewinnschwelle für Elektroautos DEUTLICH nach vorne. Gleichzeitig wird aus der roten Zahl bei „Gesamtkosten über 10 Jahre“ eine grüne.

Ist es unfair, speziell die Elektromobilität zu pushen?

Nope, keineswegs. Denn:

Ein Elektroauto hat eine bessere CO2-Bilanz als ein Diesel oder Benziner, auf den gesamten Lebenszyklus bezogen. Es ist also extrem FAIR den nachfolgenden Generationen gegenüber, endlich von Diesel und Benzin wegzukommen!

Außerdem gibt es sehr vielschichtige Subventionen in der „fossilen Mobilität“. Extrembeispiel Flugverkehr:

„Im Luftverkehr haben wir eine sehr massive Subventionierung, denn Kerosin ist vollständig von der Steuer befreit, also es gibt keine Energiebesteuerung für Kerosin. Außerdem haben wir eine Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge. Und in der Summe bedeutet dies, dass wir den Flugverkehr mit zwölf Milliarden Euro im Jahr subventionieren.“ –Andreas Burger, Umweltbundesamt

https://www.deutschlandfunk.de/benzinpreise-102.html, 14.03.2022

Ja, Flugzeug und eUp! sind natürlich nicht unbedingt vergleichbar. Mir ist nur wichtig zu zeigen: Subvention kann so klar und leicht verständlich sein wie die BAFA-Prämie, die es aktuell zur Förderung der eMobilität gibt. Sie kann aber auch sehr subtil und schwierig verständlich sein, wie bei der quasi nicht existierenden Kerosinsteuer. All das sind bewusste Entscheidungen der Politiker*innen. Und da es sich bei der eMobilität um einen äußerst wichtigen Baustein für weniger CO2-Emission und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten dreht, bin ich dafür, hier auch aktiv zu subventionieren. Denn „der Markt“ regelt es leider nicht von allein, wenn das, was schädlich ist, weiterhin so subtil und vielschichtig gefördert/ subventioniert wird.

Ich kann dir nur ans Herz legen, den Artikel Sprit, Strom, Subventionen: Wer zahlt was für Deutschlands Verkehr? von Deutschlandfunk zu lesen. Super spannend, super aufschlussreich.

Die „echten“ Kosten fürs Autofahren

Leider haben wir es besonders beim Thema Mobilität mit großen, versteckten Kosten zu tun: Nämlich die für den langfristigen Schaden, den wir durchs Unterwegssein anrichten.

  • Wer zahlt für zerstörte Ökosysteme durch Leckagen an Ölbohrinseln? Oder bei Tankerunfällen, bei denen Erdöl in unglaublichen Mengen in Ozean oder Meer entweicht?
  • Wer übernimmt die Kosten für die geschädigte Gesundheit durch Reifenabrieb (du darfst davon ausgehen, dass auch in deinem Hausstaub inzwischen kleinste Reifen-Partikel zu finden sind) oder Verkehrslärm?

Die beiden oben verlinkten Artikel zeigen diese versteckten Kosten auf:

CO2-Prämie, Klimaprämie, Emissionshandel

In Deutschland greifen mehr und mehr Maßnahmen zur CO2-Bepreisung. Wer viel CO2 emittiert, soll dafür auch zahlen.

Mittelfristig wird sich dadurch ergeben, dass das Autofahren mit Ökostrom preiswerter wird – Denn das Autofahren mit (hohem) Verbrauch an Diesel oder Benzin wird immer teurer werden durch die greifende CO2-Bepreisung.

Neu ist nun auch die Möglichkeit für Elektroauto-Fahrer eine CO2-Prämie zu beantragen, bei der tatsächlich Cash aufs Konto fließt. Ungefähr so: Du hilfst, die Klimaziele zu erreichen, bzw. bist weniger „Umweltsau“ als mit Verbrenner, und für diese Leistung wirst du belohnt.

Ich selbst habe mich dafür jetzt mal bei elektrovorteil.de angemeldet. Werbung wegen Nennung, aber 100% unbeauftragt und provisionsfrei 😉 Es gibt auch andere Anbieter, die für einen dieses CO2-Prämien-Thema managen. Alle behalten fürs Managen einen Teil der Prämie ein, der Großteil wird ausbezahlt.

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