05/04/2019

Dein Job ist Bullshit? Wie du Nachhaltigkeit im Beruf findest

Dein Job ist Bullshit? Wie du Nachhaltigkeit im Beruf findest

Du willst dich beruflich neu orientieren und „irgendwas mit Nachhaltigkeit“ machen. Bei deiner bisherigen Arbeit fehlt dir der Sinn. Lies in diesem Artikel, warum du eine berufliche Veränderung unbedingt wagen darfst und wie du es am besten anpackst.

Arbeit ist Macht – Nutzt du sie?

Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt: Was wir tagtäglich als Arbeit leisten, verändert die Welt. Beeinflusst sie. Ob wir wollen oder nicht. Wir bestimmen durch unsere Arbeit, wie die Welt morgen aussieht.

Das ist der Grund, warum du beruflich neue Wege gehen darfst:

Erwerbsarbeit ist Geld ist Energie.

In diesem Abschnitt geht’s ums Ausgeben und Verdienen. Erklärung:

Wir stecken Lebensenergie in unsere Arbeit. Im Gegenzug erhalten wir (unter Anderem) – Geld. In Geld steckt Energie. Oder, wie manche sagen: Geld IST Energie.

Mit unseren Moneten bestimmen wir, was unterstützenswert ist und was nicht.

Wir geben Geld aus und sagen damit dem Markt: „Ja, so weiter! In diese Richtung bitte.“

Alles, was wir am Markt ignorieren, schwächen wir.

Viele von uns sind bereits auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit im eigenen Leben. Wir überlegen uns fein säuberlich, welche Produkte wir kaufen, wofür wir unser Geld ausgeben. Wir unterstützen gerne Demeter, Bioland, Naturland, bei Kleidung halte ich nach dem GOTS-Siegel Ausschau, und so weiter.

Jetzt sollten wir weiter denken. Nicht nur „Welche Auswirkungen hat mein Konsum?“, sondern auch:

Welche Auswirkungen hat meine Arbeit?

Die eigene Lebensenergie für sinnvolle Arbeit einsetzen

Stell dir vor, du könntest deine gesamte Lebensenergie für Dinge einsetzen, die global gesehen Sinn machen. Hand aufs Herz: Das ist traumhaft, oder?

Das wünschen sich die meisten Arbeitnehmer*innen: Sinn bei der Arbeit. Wie genau dieser Sinn aussieht, was es bedeutet, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Selbstwirksamkeit

In der Studie „Attraktive Jobs: Was Fachkräfte sich von Arbeitgebern wünschen“ aus dem Jahr 2018 wurden Fachkräfte (nicht akademisch) befragt. Die Frage „Was bedeutet für Sie eine ‚sinnvolle Tätigkeit’?“ beantworteten 45,8% mit „Ich kann mit meiner Arbeit insgesamt etwas bewirken.“ Unter Akademiker*innen ist diese Rate noch höher.

Das Zauberwort lautet Selbstwirksamkeit.

Etwas bewirken können – Ja, das will ich auch. Bei mir ist es die Nachhaltigkeit. Und zwar im ursprünglichen Sinne, wie die Forstwirtschaft sie versteht: Es geht [mir] darum, mit den Ressourcen eines Systems [unsere Erde] so umzugehen, dass sich das System aus sich heraus jederzeit regenerieren kann.

Du hast vermutlich bis hier gelesen, weil…

… du zu dem Teil der arbeitenden Bevölkerung zählst, dem der Sinn am Arbeitsplatz fehlt.

Was fehlt dir genau? Ist es dir bewusst?

Ich mach mich jetzt ein bisschen nackig und erzähle dir, dass auch mir der Sinn in meiner Arbeit fehlte. Ich war angestellte Architektin, machte Bauleitung und diverse Dinge drumherum.

Ehrlich gesagt kannte ich vor diesem Job in der Bauleitung diesen Zustand nicht, dass sich das, was ich tue, sinnfrei anfühlt. Zumindest nicht über längere Zeit. Ich war schon immer ein offener, neugieriger, wissbegieriger Mensch. Ich habe unterschiedlichste Hobbys ausprobiert und mich auf verschiedenste Weise gesellschaftlich engagiert. Als Jugendliche, junge Erwachsene und als Studentin habe ich eine vielfältige Palette an Jobs, Freiwilligendiensten und Praktika zusammengetragen.

Das alles hat mir nicht nur Freude bereitet und ehrlich Spaß gemacht, sondern brachte mir auch einen großartigen Erfahrungsschatz ein, von dem ich heute profitiere. Obwohl ich eine ziemlich introvertierte Ader habe, schätzen meine Freunde an mir meine Offenheit.

Schon immer war mir wichtig, sinnvolle Dinge zu tun und mich für die Umwelt und einen guten, friedlichen, gesunden Lebensraum für uns Menschen einzusetzen.

Nach meinem Studium arbeitete ich die ersten Jahre in echten Öko-Idealisten-Büros. Schließlich landete ich – und ja, es war trotz allem die richtige Entscheidung – in einem Büro, aus dem ich dann den Absprung zu etwas mit sehr viel Nachhaltigkeit wagte. Ein Jahr Elternzeit abgezogen, war ich vier Jahre dort angestellt.

Dass ich mittelfristig unbedingt wieder zum Thema Nachhaltigkeit zurückkehren würde, war in meiner letzten Anstellung kein Geheimnis. Meine Chefs wussten Bescheid (Offenheit von Anfang an!), aber dazu später mehr.

Inzwischen bin ich selbstständig als NachhaltigkeitsCoach und Architektin für nachhaltige Neubau- und Sanierungsprojekte.

Erkenntnisse brachte mir eine geniale Übung, die ich damals für mich erfand. Heute nutzen diese Übung auch meine Coachees.

Vielleicht ist dir die Übung schon vertraut, wenn du zu meiner eMail-Crew gehörst oder meinen Onlinekurs, Audiotraining oder Buch Zero Waste ohne Stress kennst.

Die Übung hat wunderbar funktioniert, und zwar ganz konkret so: Nach einem beliebigen Arbeitstag habe ich mich hingesetzt, das Übungsblatt hergenommen und alles notiert, was mir zum Arbeitstag einfiel.

  • Was habe ich genau gemacht?
  • Welche Tätigkeiten?
  • Welche Gespräche habe ich geführt?
  • Mit welchen Menschen hatte ich Kontakt?
  • Was war los?
  • Was stand auf meiner ToDo-Liste?
  • Welche Ziele wollte ich erreichen?
  • Welche Ziele habe ich erreicht?

Alle Gedanken landeten auf dem Übungsblatt. Das Ergebnis hat mir sehr geholfen zu beschließen, dass ich 2019 die ohnehin angedachte Veränderung anpacken würde. Nein, ich war nicht mit allem unzufrieden, obwohl es jetzt so klingen mag. Zu einigen Details wirst du an anderer Stelle mehr erfahren.

Die Übung werde ich dir bald nochmal genauer vorstellen – Ich freue mich, wenn es dir ebenfalls zu mehr Klarheit verhilft.

Zurück zum Thema.

Der Haken an der Sache: Die Realisierung meines Plans für 2019 war schwieriger für mich, als mir lieb war.

So hart ist die Umsetzung: 3 Ausreden, um im alten Status Quo zu bleiben und die Komfortzone nicht zu verlassen

Ausrede Nr. 1: „Finanziell wäre das fatal.“

Ein Klassiker – Ich sehe mich in der Pflicht, für unsere 4-köpfige Familie die Lebenshaltungskosten mit zu decken. Wohnen, Ernährung, Mobilität, Freizeit, Weiterbildung, Kinderbetreuung, etc. Obwohl wir mit einem relativ kleinen ökologischen Rucksack automatisch in vielen Bereichen gar nicht so schlecht ranken, was sich auch aufs Finanzielle auswirkt, kommt natürlich trotzdem Einiges zusammen.

Ausrede Nr. 2: „Ich fühle mich wohl mit Kolleg*innen, Chef*in und anderen Menschen.“

Meine beiden ehemaligen Chefs sind großartige Menschen. Ich mag sie persönlich sehr gern, schätze ihre Art und habe großen Respekt davor, wie sie ihre großen (öffentlichen) und kleinen (privaten) Bauprojekte durch die Bauphase manövrieren. Dabei haben sie ein besonderes Geschick, Hindernisse zu umschiffen und Herausforderungen zu bewältigen. Ich hoffe ja, diese positiven Eigenschaften haben ein bisschen auf mich abgefärbt 😉

Ausrede Nr. 3: „Ich kann das nicht / noch nicht.“

Ich kann das nicht. Ich muss mich erst noch besser vorbereiten, um in die Selbstständigkeit zu wechseln, die ich mir vorstelle. Ein typisches Frauenproblem, oder? Theoretisch wissen wir alle, dass hier am besten hilft einfach mal zu starten, einfach zu machen.

Und jetzt der Schwenk von meinen persönlichen Ausreden auf dich und uns, voilà. Findest du dich in diesen drei Ausreden wieder?

Wir lullen uns ein mit faulen Ausreden. Schieben das Wichtige vor uns her. Nur: Wie werden wir später auf unser Leben zurückblicken?

Gerade JETZT ist die richtige Zeit für Veränderung!

Uns allen ist klar, dass WIR in der Pflicht sind, etwas für die Zukunft unserer Kinder zu tun, unseren Planeten für sie zu bewahren. Ins Tun zu kommen mit Maßnahmen gegen die Klimakrise, gegen die Müllberge und für die Artenvielfalt.

  1. Wir müssen aufhören, uns selbst leid zu tun, weil wir feststecken in Verpflichtungen.
  2. Wir dürfen anfangen darüber nachzudenken, ob wir uns nicht einfach selbst festgekettet haben. Und:
  3. Wir sollten uns dringend befreien von allem, was uns nicht gut tut, was uns gar nicht oder nur halb erfüllt.

Denn mit allem, wovon wir wissen, dass es „eigentlich“ nicht richtig ist, belasten wir unsere Erde. Und bedrohen die Zukunft unserer Kinder.

Im April 2019 habe ich euch hier im Blog mein Versprechen gegeben, dass ich 2019 nutzen würde, um meine Energie wieder ganz und gar DEN Dingen zu widmen, die mir wirklich, wirklich ein Herzensanliegen sind. Ich bin so stolz, mutig vorangegangen zu sein und jetzt da zu stehen, wo ich heute bin. Und es geht weiter!

Bist du dabei?

Hol dir das Übungsblatt, gewinne Erkenntnisse und lass dich, wenn du magst, von mir unterstützen. Ich freu mich auf dich und deine Power!

Deine –Business Coach (IHK)– Kerstin


Foto: Profilbild von Simon, Titelbild “Business” von Tim Reckmann, CC BY 2.0


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