Leitungswasser testen lassen

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Für dich selbst, für deine Familie oder speziell fürs Baby ist es dir wichtig, gesunderes, sauberes Wasser zu nutzen. Leitungswasser bietet sich an, weil du keine Kisten schleppen musst und weil es als eines der am besten kontrollierten Lebensmittel gilt. Jetzt willst du sicher sein, dass das auch in deinem Zuhause so ist – und euer Leistungswasser testen lassen.

Wichtig ist zu unterscheiden: Das Wasser, das aus deiner Leitung fließt, kann auf unterschiedliche Weise mit Schadstoffen belastet worden sein.

  • Zuleitung bis zu deinem Haus: Hierfür ist die öffentliche Hand zuständig. Sie hat den Auftrag, dich mit sauberem Wasser zu versorgen. Was „sauberes Wasser“ heißt, ist allerdings Definitionssache. Grenzwerte für einzelne Schadstoffe werden immer wieder angepasst, teilweise gar gelockert, außerdem unterscheiden sie sich von Land zu Land.
  • Leitungen innerhalb deines Hauses: Hierfür sind die Eigentümer zuständig. Wenn du zum Beispiel alte Leitungen im Haus verbaut hast, die spröde oder rostig geworden sind, können sich hier Schadstoffe ablösen und ins Wasser gelangen.

In der Apotheke das Leitungswasser testen lassen

Genau, Apotheken sind super Anlaufpunkte für Wassertests (übrigens auch für andere Materialproben, z.B., wenn du vermutest, dass es sich bei einem alten Baustoff um Asbest handelt).

Suche die nächste Apotheke in deiner Umgebung heraus und ruf an. So erfährst du, ob ein Wassertest hier möglich ist und was es dich kostet.

Blei im Leitungswasser?

Einer der Schadstoffe, die in älteren Häusern im Wasser vorkommen können, ist Blei. Da der Gebäudebestand in Deutschland doch recht neu ist bzw. da ältere Gebäude in unserem Land durch unseren großen Reichtum recht regelmäßig saniert werden, brauchst du dir –statistisch gesehen– wegen Blei nicht unbedingt den Kopf zu zerbrechen.

Laut Umweltbundesamt kommen Bleirohre nur in älteren Gebäuden vor, die vor 1973 gebaut wurden. Durch spätere Sanierungen kann es aber auch sein, dass die früher verbauten Bleirohre entfernt und durch andere Rohrmaterialien ersetzt wurden.

Um sicher zu gehen, gerade dann, wenn du nicht weißt, aus welcher Zeit die Wasserleitungen stammen, kannst du dein Leitungswasser testen lassen, speziell auch auf Blei.

Blei im Leitungswasser nachweisen

Zuerst kannst du dir die Wasserleitungen anschauen, die in deinem Gebäude zugänglich bzw. sichtbar sind (viele sind ja verbaut in Wänden und Decken).

Hier erfährst du, woran du Bleirohre erkennen kannst. Drei Tipps aus diesem Artikel:

  • „Da Blei ein weiches Material ist, lässt es sich leicht – zum Beispiel mit einer Münze – einritzen. Der entstandene Ritz ist silbrig.
  • Bleirohre sind nicht magnetisch. (Teste mit einem Magnet.)
  • Bleileitungen haben keine verschraubten Verbindungen, sondern sind gelötet. Die Lötstellen sehen „wulstig“ aus.“

Wasser auf Blei testen

„Für den Blei-Check benötigen wir eine Wasserprobe von einem Liter. Die sollte morgens abgezapft werden, nachdem das Wasser mehrere Stunden in den Leitungen stand.“

gelsenwasser.de

Online findest du Anbieter, die dein Wasser speziell auf Blei testen, wie die hier verlinkte Gelsenwasser AG. Hier kostet der Blei-Check 25€ (Stand März 2022).

Einen Blei-Test kannst du aber auch im Rahmen einer größeren Wasseruntersuchung machen lassen.

Leitungswasser kostenlos testen lassen

Ich weiß, dass einige von euch nach Möglichkeiten suchen, kostenfreie Wassertests machen zu lassen. Da es sich aber um eine Dienstleistung handelt, ist es für mich eine typische Bezahl-Geschichte.

Vielleicht(!) hast du über deinen lokalen Wasserversorger Glück und kannst hier preiswerte Tests machen lassen. Was dein Wasserversorger vor Ort dir auf jeden Fall bieten kann, sind Messwerte aus deren Wasserüberwachung. Da das von ihnen getestete Wasser aber nicht direkt am Anschlusspunkt an deinem Haus entnommen wurde, ist die Aussagekraft dieser Messwerte eher lau als präzise.

Wenn du es wirklich wissen willst, wie belastet dein Trinkwasser ist, führt meines Erachtens kein Weg dran vorbei, einen Test machen zu lassen.

Umfangreicher Wassertest für Klarheit, Sicherheit und Gesundheit

Mein Mann und ich haben ein denkmalgeschütztes Gebäude-Ensemble im Stuttgarter Raum übernommen. Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert, hat also schon viele Phasen mitgemacht und wurde immer wieder umgebaut, saniert etc.

Da wir nicht alle Leitungen sehen und bestimmen können, haben wir uns entschieden einen Wassertest zu machen. Klar, wie du auch möchten wir für unsere Familie gesundes, sauberes Trinkwasser haben.

WasserCheck auf Keime, Schwermetalle und andere Schadstoffe

Das Fraunhofer-Institut ist für viele Belange eine fundierte Anlaufstelle. Bzgl. Wasser bietet es drei Pakete: BASIS mit 24 Test-Parametern, BAKTERIOLOGIE auf Keime, KOMBI für beide Bereiche.

Wir haben uns entschieden, unser Trinkwasser, das in unserer Küche aus der Leitung kommt, testen zu lassen. Auswahl: BASIS-Paket, kostet knapp 100€.

Das Labor, das fürs Fraunhofer-Institut die Tests durchführt, ist nicht direkt auf deren Webseite zu finden. Schau direkt beim Labor, welche Möglichkeiten von Wassertests es gibt, neben BASIS und BAKTERIOLOGIE gibt es z.B. auch einen Test auf Glyphosat oder spezielle Tests für Teichbesitzer*innen.

Ansprechpartner bei belastetem Leitungswasser

Sehr vorsichtig bzgl. Grenzwerte und häufig sehr offen für gute, nachhaltige Lösungen sind viele Baubiolog*innen. Hier erfährst du, was Baubiologie ist und wie du an eine*n Baubiolog*innen in deiner Nähe kommst, der/die dich beim Thema Wasser unterstützt.

Orientierung findest du auch bei deinem Wasserversorger vor Ort. Die Telefonnummer findest du auf der letzten Wasser-Rechnung.

Neben den oben genannten Baubiolog*innen (ich bin auch eine davon) kannst du dich selbstverständlich an Architekt*innen wenden. Übers Bauen und die verwendeten Materialien wissen sie Bescheid.

Weitere Tipps für sauberes, gesundes Leitungswasser

Schau dir unbedingt den Artikel vom Umweltbundesamt an, in dem es um Blei im Leitungswasser geht. Hier findest du nicht nur weitere Hintergrundinfos zu Blei, sondern auch konkrete Tipps wie diesen hier:

  • „Unabhängig von einer möglichen Bleibelastung sollten Sie nach längerer Standzeit das erste Wasser aus der Leitung nicht für die Ernährung verwenden. Lassen Sie das Stagnationswasser ablaufen, bis es kühl aus der Leitung läuft.“

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