Nähen: 5 Wege, wie dein geliebtes DIY-Hobby nachhaltiger wird [und warum es bereits nachhaltig ist]

Du bist Selbermacher_in und im DIY-Fieber? Du nähst Kleidung, Equipment, Wohntextilien? Verkaufst vielleicht sogar bei Etsy oder im eigenen OnlineShop? Total toll!

Mit dem Nähen erreichst du bereits sehr viel: Dein Slavery Footprint schrumpft. Denn du lässt keine Näherinnen in elender Arbeitssituation in Bangladesh oder anderswo für dich schuften.

Wie kann‘s noch nachhaltiger werden, das Nähen?
Fünf Punkte aus meiner Erfahrung. „Nähen: 5 Wege, wie dein geliebtes DIY-Hobby nachhaltiger wird [und warum es bereits nachhaltig ist]“ weiterlesen

So wird dein Kleiderschrank nachhaltig

Es wird Zeit: Mach deinen Kleiderschrank nachhaltig. Entscheide dich jetzt für eine Garderobe, die du liebst und die okay ist für die (Um)Welt.

Du gewinnst dadurch Zufriedenheit und ein gutes Gewissen, spürst ein Glücksgefühl beim täglichen Ankleiden, und verbesserst nebenbei deine Ökobilanz.

Jedoch, sei gewarnt, das funktioniert nicht über Nacht. Los geht’s in vier Schritten: „So wird dein Kleiderschrank nachhaltig“ weiterlesen

So wirst du deinen Kram los: 13 Alternativen zur Mülltonne

Dinge zu verschenken vor dem Haus

Der Minimalismus greift um sich – die neue Leichtigkeit. Hat’s dich auch erwischt? Wer ausmistet, gibt schlummernde Ressourcen frei. Ein ultra wichtiger Schritt auf dem Weg in ein nachhaltiges Leben.

Seit über einem Jahr arbeite ich an der Idee, unseren Haushalt auf Lieblingsdinge und wirklich Notwendiges zu reduzieren.

Zwar bin ich nicht zur Hardcore-Minimalistin geworden und habe mich auch nicht von 90 Prozent meiner Besitztümer getrennt. Aber:

Wie frei und licht unsere Wohnung und das Gartenhaus sein können, verblüfft mich immer wieder aufs Neue. „So wirst du deinen Kram los: 13 Alternativen zur Mülltonne“ weiterlesen

Nachhaltige Fußbekleidung im Sommer

Mit FlipFlops von Ethletic draußen unterwegs. Bequeme Schuhe für den Sommer. Empfehlenswert!

Barfuß ist’s im Sommer am schönsten – über weiches Moos, durch warmen Sand, im kühlen Wasser. Außerdem ist das Barfußgehen gesund.

Im Alltag in der Stadt, auf Tour oder unterwegs im Viertel habe ich aber gerne etwas an den Füßen. So hippie bin ich nicht, dass ich den kompletten Tag barfuß unterwegs sein möchte, obwohl das natürlich super nachhaltig wäre: Denn keine Produkte müssten hergestellt werden. „Nachhaltige Fußbekleidung im Sommer“ weiterlesen

Wie du sparsam Wäsche wäschst

weiße Handtücher

Wie schaffen wir es, nachhaltig und sparsam unsere Textilien sauber zu halten?

Aus dem Motto “Reduce, reuse (re-use), recycle” leite ich für mich die ersten beiden Punkte ab, die sich inzwischen bewährt haben und mir in Fleisch und Blut übergegangen sind:

REDUCE – Lieblingskleidung statt vollgestopfter Kleiderschrank

Im Frühjahr 2016 hat es mich gepackt: Der Inhalt meines Kleiderschranks nervte mich so sehr, dass ich alle Bekleidung auf einen Berg stapelte und durchsortierte. Jedes Teil nahm ich in die Hand, fühlte kurz hin und wusste dann, ob das Stück bleiben durfte oder meinen Schrank verlassen sollte. Ziel: Die Kleidung, die ich besitze, trage ich gern, den Kleiderschrank öffne ich gern, Altlasten sind weg. Es hat funktioniert, juppi!, und hatte einen unerwarteten Nebeneffekt: Der Wäschekorb füllt sich langsamer!

Vermutlich liegt es daran, dass es kaum mehr Kleidungsstücke gibt, die ich nur halb-gerne trage. Diese sind früher recht schnell im Wäschekorb gelandet, auch wenn sie eigentlich nochmal hätten getragen werden können. Ein Jahr ist das Ausmisten her und ich merke, dass es immer wieder Kleidungsstücke gibt, die weg dürfen. Hier am Ball zu bleiben ist einfach, wenn ich es nicht zu lange vor mir herschiebe.

REDUCE, REUSE – Wäscheberg reduzieren

Möglichst klein soll der Wäscheberg bleiben. Ich bin bemüht, den Wäschedurchlauf “tragen – waschen – trocknen” auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei hilft mir – neben dem großen Aussortieren im letzten Jahr – insbesondere das abendliche Aufhängen der getragenen Teile auf Kleiderbügel. Seit ich mir das angewöhnt habe, kann ich viele Kleidungsstücke wesentlich häufiger tragen als früher. Könnte ich die Kleidung zum Auslüften nachts sogar nach draußen hängen, wäre der Effekt vermutlich noch größer. Probier’s aus, es funktioniert super!

Waschmittel öko

Das Waschen selbst: Wir verwenden – war ja klar! – Waschmittel von Öko-Herstellern. Beliebt sind hier Baukastensysteme, um die einzelnen Bestandteile je nach Situation und Bedarf dosieren zu können.

  • Erst mal gibt es das Waschpulver selbst, je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche kann man mehr oder weniger verwenden. Es ist KEIN Vollwaschmittel. Beispiel: “Klar Color-Waschmittel EcoSensitiv”
  • Das Waschpulver funktioniert am besten bei weichem Wasser. Um möglichst wenig Waschmittel verwenden zu müssen, gibt man also einen Wasserenthärter dazu. Beispiel: “Klar Enthärter EcoSensitive”
    Im Vorhinein sucht man sich 1x raus, welche Wasserhärte zuhause aus der Leitung kommt. Unser Stadtteil wird mit Bodenseewasser versorgt und hat eine Gesamthärte von 8,9°dH. Das ist weder hart, noch weich. Es macht also Sinn, etwas Enthärter zuzugeben.
  • Bei weißer Wäsche kommt ein bleichender Baustein dazu. Mit diesem kann man auch sehr verschmutzte Wäsche vorbehandeln, beispielsweise über Nacht einweichen. Beispiel: “Klar Fleckensalz EcoSensitive”
  • Sonstige Regeln: Möglichst keine nur halb vollen Waschmaschinen starten. Gewaschen wird bei uns vor allem am Freitag und Samstag, so kann sich über die Werktage genug ansammeln, um die Maschine voll zu bekommen. Und – großer Vorteil – wir müssen nicht werktags auch noch ständig ans Waschen denken.
    Die Maschine nicht vollstopfen; Oben sollte noch etwas Luft sein, damit die Wäsche durch mechanische Reinigung – also Bewegung und gegenseitiges Berühren der Teile – sauber wird und nicht eingepresst in der Trommel liegt.

Gelegentlich waschen wir mit Kastanien, vielleicht auch spannend für dich? Das ist natürlich eine sehr sparsame und nachhaltige Art zu waschen. Kastanien liegen im Herbst nur ein paar Schritte von unserer Haustür entfernt zu Hauf herum. Das enthaltene Saponin macht man sich zunutze, indem man fünf bis zehn Kastanien viertelt, in ein Glas gibt und mit Wasser auffüllt. Nach einigen Stunden ist das Wasser milchig geworden und man gießt es in das Waschmittelfach der Waschmaschine. Die eingeweichten Kastanien gebe ich in einem grobmaschigen Beutelchen mit in die Trommel (nicht bei Weißwäsche). Die Wäsche wird erstaunlich sauber. Einfach mal ausprobieren!

Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst

Inklusive Vor-Ort-Tipps Stuttgart!

In diesem Produkt-Beitrag geht’s um Textilien aller Art, die wir in Alltag und Haushalt benutzen. Da wären zum Beispiel: Klamotten, Handtücher, Bettwäsche, …

Allen gleich sind die leider gängigen, elenden Produktionsbedingungen, aber auch die Auswirkungen auf unseren Körper durch noch in den Textilien befindliche Chemikalien, teilweise Schwermetalle.

Einen Einstieg ins Problem gibt die ARD-Doku “Der H&M-Check” aus dem Jahr 2012, der in der ARD-Mediathek und im ARD-Kanal auf youtube zu sehen ist.

Was nun tun? Welche Lösungen finden wir?

1)   Wenn Neuanschaffungen nötig sind

Auf Zertifizierungen durch unabhängige Institute achten.

Diese erkennt ihr anhand eines Logos. Leider gibt’s davon eine große Anzahl, die als Augenwischerei eingestuft werden kann, also Vorsicht.

Verlassen können wir uns auf die beiden SEHR EMPFEHLENSWERTEN Zertifizierungen Global Organic Textile Standard (GOTS) und Naturtextil Best, laut “Textil-Fibel 4” von Greenpeace. Die Textil-Fibel enthält weitere Empfehlungen, ich habe hier nur die beiden am besten bewerteten Zertifizierungen genannt.

Einkaufen bei Geschäften oder Versandhandeln, die ausschließlich zertifizierte Öko-Ware führen.

Toll ist, dass durch die steigende Nachfrage das Angebot an Anbietern gewachsen und die Preise für Öko-Klamotten & Co. gesunken sind. Seit einiger Zeit machen wir gute
Erfahrungen mit Armed Angels*, Greenality* (Onlinehandel & Laden in Stuttgart), Maas Natur oder auch mit den kleineren Produktpaletten von GreenpeaceMagazin-Warenhaus und BUNDladen.

Weitere Möglichkeiten sind Glore* (Onlinehandel & Laden in Stuttgart) oder Hessnatur*.

Wirf einen Blick in meine Empfehlungsliste. Sicher findest du einen für deinen Geschmack passenden Anbieter. Viel Freude beim Stöbern!

Einkaufen in Second-Hand-Boutiquen.

In Stuttgart beispielsweise bei Obscür nahe der Königstraße.

Ausschau halten nach Kleidertauschbörsen.

Eigene, nicht mehr benötigte Klamotten mitbringen, abgeben, und im Gegenzug aus dem Sortiment Kleidungsstücke auswählen und mitnehmen.

Auch in Stuttgart gibt es seit Jahren immer wieder solche Events, beispielsweise in der VHS am Rotebühlplatz/Stadtmitte oder veranstaltet durch Greenpeace Stuttgart. Einfach dort mal einen Blick in die Termine werfen.

2)   Altes nicht wegwerfen, sondern upgraden

Textilien einfach nachfärben.

Ausgebleichte, abgenutzte oder verwaschene Hosen, Jacken etc. lassen sich leicht mit einer Packung (Nach)Färbemittel aus Drogeriemarkt oder Bastelladen wieder schick machen. Diese Packungen sind nicht sehr teuer, damit aber nicht zu viel überschüssige Farbe zum Einsatz kommt und später im Abfluss landet, lohnt es sich, MEHRERE Kleidungsstücke, vielleicht auch Kissenbezüge oder ähnliches, mitzufärben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angaben auf der Packung übermäßig gut gemeint sind: Man kann gerne mehr Klamotten in den Färbevorgang geben als auf der Packung angegeben. Eine dankbare Sache sind beispielsweise halb oder zu Dreiviertel volle Waschmaschinenladungen mit schwarzen Klamotten.

Unser Sessel hat so drei Farbstufen mitgemacht: Erst war er beige; die ersten Flecken und Abnutzungserscheinungen waren so hartnäckig, dass wir sie hellgrün überdeckt haben; später wurde ein Petrol-Grün-Blau daraus.

Ausbesserungen selbst erledigen oder machen lassen.

Kleine Macken und Löcher lassen sich innerhalb weniger Minuten mit Nadel und Faden reparieren. Vielleicht macht das die Oma, Mama oder jemand anderes aus Bekannten- und Verwandtenkreis auch gerne?

Noch Brauchbare, aber ungenutzte Kleidung weitergeben.

Für Hosen, die nicht mehr passen, Pullis, die nicht mehr gefallen, oder anderes, das einfach schon ewig ungenutzt im Schrank liegt, finden sich sicherlich neue Besitzer.

Kleidertauschbörsen haben den Vorteil, dass man selbst wieder ein oder mehrere neue Kleidungsstücke finden kann. Über Second-Hand-Boutiquen und Flohmärkte kannst du deine Klamotten gegen Kleingeld tauschen. Das funktioniert gelegentlich auch über facebook-Gruppen wie Flohmarkt Stuttgart.

Ganz entspannt funktionieren auch Verschenk-Gruppen wie Free your Stuff Stuttgart, hier holen die Interessenten die Ware einfach bei dir zuhause ab, du hast also keinen großen Aufwand damit.

Oder du schenkst das aussortierte Gut einfach einer Einrichtung, die dafür Verwendung hat, in Stuttgart beispielsweise der Fairkauf von Caritas. Auch die Kleiderkammern der Flüchtlingsunterkünfte benötigen immer wieder Nachschub. Hier werden allerdings oft spezielle Sachen gesucht, man kann meist nicht einfach tütenweise Material abgeben.

3)   Selbermachen

Dass selbstgenähte Kleidung, Wohnungsausstattung etc. nicht pauschal besser ist als Gekauftes, versteht sich von selbst. Aber man spart dadurch einerseits das Verschiffen von Stoffen zu den Orten, wo genäht wird. Andererseits muss für selbst Genähtes keine Näherin ihre Gesundheit für uns aufs Spiel setzen. Darum: Daumen hoch für Selbermacher_innen!

Stoffe aus “guten” Quellen kaufen.

Von Kirsten Brodde, die sich professionell mit Textilien, öko&fair, auseinandersetzt, bekam ich eine tolle Empfehlung: der Stoffladen Siebenblau in Berlin mit umfangreichem Online-Shop. Stoffproben bekommt man auf Wunsch im Vorhinein zugeschickt, das ersetzt das “Anfassen”, das bei Online-Bestellung ja nicht möglich.

Seit einiger Zeit bestelle ich mindestens genau so gerne bei Meterwerk.

Auch Lillestoff führt zertifizierte, hübsche Stoffe. Allerdings muss man genau hingucken, denn es ist ein Mischsortiment mit konventioneller Ware.

In Stuttgart bietet der Stoffladen Stoff-Ideen eine Auswahl an zertifizierten Textilien an, und zwar vom Hersteller C. Pauli.

Mehr hierzu findest du in meinen Empfehlungen.

4)   Weiterführende Infos liefert die Textil-Fibel

Wer mehr erfahren möchte, ist mit der bereits erwähnten Textil-Fibel von GreenpeaceMagazin gut beraten. Sie informiert in sechs Kapiteln prägnant über das, was man als Konsument einfach wissen muss:

  • “Moral und Mode” mit Ökobilanz, Wer verdient an einer Jeans? etc.
  • “Chemie im Stoff” von der Vorbehandlung bis zur Konservierung z.B. mit Formaldehyd
  • “Lexikon” über Natur- und Chemiefasern, Stoffe und Gewebe
  • “Pflege”
  • “Kaufen” mit den Themen Greenwashing, diverse Öko-Zertifizierungen für Textilien, Allergien, Tipps fürs Einkaufen
  • “Service”-Teil mit unglaublich vielen Bezugsadressen für Ökomode und weiterführende Informationsquellen.
Ich freue mich auf weitere Tipps, Hinweise und Ergänzungen von euch!

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Foto: “Baumwolle” von Alex Behrens, CC BY-NC-ND 2.0

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