Nähen: 5 Wege, wie dein geliebtes DIY-Hobby nachhaltiger wird [und warum es bereits nachhaltig ist]

Du bist Selbermacher_in und im DIY-Fieber? Du nähst Kleidung, Equipment, Wohntextilien? Verkaufst vielleicht sogar bei DaWanda oder Etsy? Total toll!

Mit dem Nähen erreichst du bereits sehr viel: Dein Slavery Footprint schrumpft. Denn du lässt keine Näherinnen in elender Arbeitssituation in Bangladesh oder anderswo für dich schuften.

Wie kann‘s noch nachhaltiger werden, das Nähen?
Fünf Punkte aus meiner Erfahrung.

Kaufe nur GOTS-zertifizierte Stoffe

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Mehr zu diesem Thema und genauere Infos zu Öko-Stoff-Zertifizierungen findest du im Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst.

Für deine Passion, das Nähen, findest du Stoffe online zum Beispiel bei Meterwerk oder Siebenblau. Beide sind toll, da sie konsequent auf Öko achten.

Meterwerk ist mir aktuell am sympathischsten. Es gibt einen Laden in Augsburg. Der Shop führt auch die großartigen Schnittmuster von minikrea aus Dänemark. Baby- und Kinderkleidung zum Verlieben!

Siebenblau war vor vielen Jahren der erste Anbieter mit Bio-Stoffen, den ich entdeckt habe. Es gibt eine breite Palette an Waren, auch hübsche Spitzenbänder, erscheint mir aber etwas teurer. Es gibt einen Laden in Berlin (Prenzlauer Berg natürlich, gentrification case?). Siebenblau selbst ist GOTS-zertifiziert.

Auch bei Lillestoff habe ich schon langlebigen, strapazierfähigen, schönen Öko-Stoff gekauft. Ein Teil des Sortiments ist nicht GOTS-zertifiziert, angeblich „trotzdem aber nachhaltig produziert“. Das ist ziemlich nichtssagend und führt dazu, dass ich Lillestoff nur eingeschränkt weiterempfehlen möchte. Grund: Es ist verlockend, gleich noch von diesem oder jenem hübschen, aber leider nicht GOTS-zertifizierten Stoff mitzubestellen, wenn man ohnehin schon bestellt.

Nach Herzenslust stöbern und vor allem direkt anfassen kann ich Öko-Stoffe inzwischen hier in Stuttgart bei Stoff-Ideen in der Sophienstraße. Ein ziemlich großer Stoffladen, ganz klassisch mit -leider- konventionell produzierter Ware. Mittendrin, wie eine Insel für mich, ein Regaltisch mit einer tollen Auswahl an unterschiedlichen Stoffen von C. Pauli, neben Jersey und Standard-Webware auch Bündchenstoffe und Frottee.

Verwende keine Stoffe mit Elasthan und anderen Kunstfasern auf Erdöl-Basis

Ausgediente Textilien gebe ich am liebsten in den Kompost im Garten. Der beste Müll ist der, aus dem die Regenwürmer und Mikroorganismen frische, gute Erde machen, finde ich. Baumwollstoffe und Schurwollprodukte sind für diese Kreislaufwirtschaft prädestiniert.

Vorausgesetzt, es ist keine Kunstfaser auf Mineralölbasis enthalten. Wenn du die auf den Kompost gibst, produzierst du dir deine eigene Mikroplastik-verseuchte Erde. Muss nicht sein.

Mehr dazu, welche Textilfasern ich in meinen Kleiderschrank lasse und warum erfährst du hier.

Verwende Baumwollgarn statt des Polyester-Standardfadens

Plastikfrei beim Nähgarn? Geht! Das Garn Scanfil bio ist aus 100% Bio-Baumwolle, GOTS-zertifiziert und -als zusätzliches Schmankerl- auf eine Spule aus Holz statt Plastik gewickelt. Leider ist die Homepage des niederländischen Herstellers Forbitex super alt, Infos zum Garn findet man in deutschen Händler-Webshops.

Scanfil bio ist etwas weniger reißfest als Polyester-Nähgarn. Wer mit der Overlock näht, sollte keinen Unterschied merken. Ich bekomme mit normaler Nähmaschine und Zwillingsnadel oder Zick-Zack-Stich eine dehnbare Naht auch mit diesem Garn sehr gut hin.

Vorteilhaft ist bei Scanfil bio außerdem, dass du alle Reste und irgendwann auch das Kleidungsstück bedenkenlos auf den Kompost geben kannst. Bei Polyestergarn hättest du dir so Plastik in die wertvolle Gartenerde geholt.

Wähle deine Werkzeuge mit Bedacht

Überlege gut, ob und welche Nähmaschine du dir zulegst. Muss es unbedingt eine eigene, neue Overlock sein? In vielen Haushalten stehen Nähmaschinen und Overlocks im Dornröschenschlaf im Schrank. Hör dich um, bestimmt findest du Freunde oder Freundesfreunde, die dir ihre Maschine für eine Weile leihen. So kannst du testen, was dir taugt, und vermeidest Fehlkäufe.

Welche Werkzeuge nutzt du wirklich gerne? Welche nerven dich? Finde es heraus, BEVOR du kaufst!

Früher war alles besser, also: Re-Use

Zu den Werkzeugen zählen auch Nadeln, Stoffschere, Maßband, Lineale etc. All das gibt‘s heute für relativ wenig Geld zu kaufen. Leider ist vieles davon so kurzlebig wie der Preis klein ist. Das meiste Neue steckt erst mal in einer Plastik-Umverpackung zum Wegwerfen. Und wer stellt diese ganzen Sachen überhaupt her? Unter welchen Arbeitsbedingungen?

Darum: Hat nicht die Oma noch eine Best-Quality-Stoffschere aus der guten, alten Zeit, die sie nicht mehr braucht? Oder findet sich gar ein Stoff-Schätzchen auf Tante Helgas Dachboden?

Re-use-n, Wiederverwenden ist angesagt. Und macht gerade beim Nähen furchtbar Sinn, denn früher war die Qualität der Dinge tatsächlich oft besser als heute.

Ich bin sicher: Dein Werkzeug ist bereits ganz in deiner Nähe. Du musst es nur aufspüren. Viel Erfolg dabei!

Ein Händchen Müll pro Woche

gepresste Müllballen

“Geiler Scheiß!” – Klappe, die Dritte.

Simons Mülltonnen hungern. Interessiert, bewusst und kontinuierlich beschäftigt er sich damit, wie er möglichst müllfrei leben kann. Das aktuell brandheiße Thema “plastikfrei” ist dabei ein wichtiger Unterpunkt. Als Einkäufer im Unverpackt-Laden in Würzburg ist Simon in einem Film-Beitrag von BR24 zu sehen. Wer ihn kontaktieren möchte, kann das per Facebook tun.

Vielen Dank für das nachfolgende Interview, Simon!

Worum geht’s?

Ich bin begeisterter und konsequenter Müllvermeider. Das heißt, ich verzichte auf Einwegverpackungen jeglicher Art und mir liegt es am Herzen, insgesamt Ressourcen in jeglicher Hinsicht zu schonen. Mit Müll ist in erster Linie Rest- und Plastikmüll gemeint. Papier, Glas und Metall können recycelt werden, sollten jedoch trotzdem auf ein Minimum reduziert werden und wenn möglich weiter benutzt werden. Plastik und Restmüll hingegen nicht. Plastik hat nach der Verwertung niemals die gleiche Qualität wie vorher. Zudem kommt, dass mehr Plastikmüll verbrannt wird, als dass er wiederverwertet wird. Auf diesen Lebensstil hat mich Shia Su mit ihrem Blog www.wastelandrebel.com gebracht. Bevor ich diesen Blog entdeckt habe, war mir gar nicht so sehr bewusst, wie viel Müll auch ich produziere. Obwohl ich schon ziemlich konsequent Biolebensmittel eingekauft habe, fiel da vor allem viel Plastikmüll an.

Warum ist das für dich so großartig?

Für mich ist die Müllvermeidung ein großartiger Lebensstil, weil ich den Erfolg direkt bei mir zu Hause sehe. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich höchstens eine Hand voll Restmüll die Woche und noch weniger Plastikmüll produziere! Das macht Laune und motiviert mich total! Es macht mir auch einfach Spaß, mit allen mir verfügbaren Mitteln Müll zu vermeiden. Bei manchen Gebieten gleicht das teilweise einer sportlichen Herausforderung und erfordert auch einiges an Disziplin und Organisationstalent, muss ich zugeben. Oft werden durch Aktionen meinerseits meine Mitmenschen zum Nachdenken und Umdenken angeregt, sodass ich schon viele kleine Schritte durch meine Gedankenanstöße in meinem Umfeld erfahren durfte. Das motiviert mich wiederum wieder, immer weiter zu machen mit meinem utopischen Ziel, null Müll zu produzieren.

Warum ist’s nachhaltig? Warum ist’s großartig für die Welt, für andere Menschen?

Jedem sollte es logisch erscheinen, dass Müll ein Umweltproblem darstellt. Man gehe nur mal in die Natur und schaue sich dort um. In den allermeisten Fällen sieht man Plastikmüll, der Jahrhunderte braucht, um sich in der Natur abzubauen und dabei in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik zerfällt und somit letztendlich in unserer Nahrungskette angelangt. Zudem gibt der Plastikmüll in dieser Zeit andauernd Schadstoffe in die Umwelt ab. Nicht nur die Vermüllung ist ein Problem, sondern auch der hohe Energieaufwand, der für Einwegverpackungen anfällt, die danach wieder aufwendig verbrannt oder weiterverwertet werden müssen. Manche Leute sagen, dass sie ja nicht für die Vermüllung des Planeten verantwortlich seien, da sie ja nichts in die Natur schmeißen. Jedoch kennt sicherlich jeder von uns das Bild, wenn draußen ein Sturm wütet und sich der Plastikmüll der zerfetzten gelben Säcke in den Straßen verteilt und weggeweht wird, oder?


Foto: Profilbild von Simon, Titelbild “Müll in Paketform” von Thomas Kohler, CC BY 2.0

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Einkochen in Überfluss-Zeiten

Gemüse, als Eintopf eingekocht

Einen großen Teil des Gemüses, das wir konsumieren, bekommen wir wöchentlich über eine Solidarische Landwirtschaft. Eine bestimmte Menge Gemüse ist also einfach immer “da” und möchte verarbeitet werden. Das ist gut, denn so konsumieren wir tatsächlich mehr Gemüse, als müssten wir es nach Bedarf einzeln im Laden kaufen.

Andererseits gibt es Phasen, da kommen wir nur schwer hinterher. Sinnvoll ist dann natürlich das Anlegen von Vorräten. Wenn auch nur in kleinem Umfang, so haben wir dennoch immer wieder Gemüse haltbar gemacht. Einfrieren geht nicht, denn die Tiefkühle haben wir mangels Nutzung und aus Energiespargründen vor einigen Jahren rausgeschmissen.

Eine weitere Methode zum Haltbarmachen ist das Einkochen. An Tagen, wo die Zeit zum Kochen fehlt, ist das super: Statt einer Konservendose öffnen wir ein Einweckglas, erhitzen den Inhalt und haben ein fertiges Essen auf dem Tisch.

Wichtig ist beim Einkochen aber, sich an einige Grundregeln zu halten, um keine Probleme mit sich öffnenden Gläsern und verdorbenem Glasinhalt zu bekommen. Wärmstens empfehle ich euch die facebook-Gruppe* “Einkochen wie zu Omas Zeiten“. In den zur Verfügung gestellten Dateien findet man alles, was man zum richtigen, also sicheren Einkochen wissen muss, inklusive diverser Rezepte für herzhafte Speisen mit und ohne Fleisch, Kuchen, Brot etc.

Das Beitragsbild hier zeigt einen eingemachten Gemüse-Eintopf. Aus den Infos in oben genannter Gruppe kannst du dir Anleitungen für eigene Vorräte zusammentragen. Viel Freude beim Ausprobieren!

Und was hat das nun mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nachhaltig wäre das Einkochen meiner Meinung nach nicht, wenn man sich überwiegend von Eingekochtem ernährt – Zu hoch ist der Energieverbrauch bei der Haltbarmachung, zu groß das Risiko von Nährstoffverlusten. Nachhaltig ist es aber dann, wenn ich durch gelegentlichen Verzehr von Eingemachtem an anderer Stelle keinen Schaden anrichte:

  • Ich spare mir Verpackungsmüll von Fertigprodukten, sei es die Konservendose Ravioli, die Tiefkühlpizza oder die Instant-Packung mit chinesischer Nudelsuppe.
  • Ich spare mir den Einkauf, den Verpackungsmüll, das Unterstützen konventionell erzeugter Produkte und die oft ungesunden Inhaltsstoffe von Auf-die-Hand-Snacks, sei es das Tomate-Mozzarella-Wrap aus der Cafeteria, der Burger vom Mäckes, der Obstsalat-to-Go vom Imbissstand oder das belegte Brötchen vom Industriebäcker.

Natürlich: Hier und da ein Snack auf die Hand, wenn’s lecker schmeckt und gut tut, darf das gerne mal sein! Schön ist es aber, Entscheidungsfreiheit zu haben. Ich KANN auch zuhause, und entscheide mich oft gerne dafür.

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* Hinweis der Admins: Die Dateien, Rezepte und Anleitungen stehen allen Interessierten zur Verfügung, jedoch nicht zur kommerziellen Nutzung.

Kompostierfähiges Spültuch selbst häkeln

Sisal, Häkelnadel, fast fertiger Spüllappen

Im Garten nutze ich gelegentlich Sisal, Schnur aus Naturfaser. Vorteil ist, dass diese einfach verrotten kann und ich mich nicht extra um die Entsorgung kümmern muss, wenn nicht mehr benötigt. Sisalschnur ist etwas rau beim Anfassen.

Warum nicht genau diese Eigenschaften – raue Oberfläche, Naturfaser, Kompostierbarkeit – für andere Zwecke nutzen? Für ein Spültuch sind das doch super Voraussetzungen. Überlegt. Umgesetzt.

Häkelnadel rausgezogen, zwanzig Minuten gehäkelt, fertig!

Das Tuch ist zirka 15 x 15 Zentimeter groß. Bei den ersten Spüleinsätzen färbte das Material etwas aus, was beim Geschirrspülen für mich jedoch keinen Nachteil bedeutete. Inzwischen war das Tuch mehrfach in der Waschmaschine, funktioniert nach wie vor top und ersetzt in unserem Haushalt die weit verbreiteten Spülschwämme aus – meist gelbem – Kunststoff.

Das Spültuch in Kombination mit dem selbst angesetzten Orangenreiniger aus nur 2 Zutaten lässt sich z.B. der Herd super reinigen.

Du kannst nicht häkeln? Kein Problem!

Häkel-Anfänger finden beispielsweise auf youtube viele gute (Topflappen-)Anleitungen. Oder, noch besser, einfach mal die Oma fragen! Eine Freundin strickt sich ihre Spültücher, das klappt genau so gut.

 

Kompostierbares Spültuch selbst häkeln - DIY öko Küche
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Vanillezucker – Vorratsglas statt Einzelpäckchen

Bourbon-Vanille, Zucker, Vorratsglas

Die Schachtel mit Backzutaten in unserem Küchenschrank ist mir ein Graus, wenn ich mir überlege, wie wenig Inhalt in wie viel Verpackung eingetütet ist. “Step by step reduzieren” lautet die Devise. Begonnen habe ich bei Vanillezucker.

Ich habe verwendet:

  • eine Vanilleschote, bio (Leider in einem Plastikröhrchen verpackt, aber es ist nur EINE Verpackung und es wird eine Menge Vanillezucker ergeben.)
  • 250g Zucker (in meinem Fall Bio-Rübenzucker aus Deutschland, im Papierbeutel)

Zucker in ein Vorratsglas geben. Die Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen. Den Inhalt der Schote auskratzen und auf den Zucker geben. Die ausgekratzte Schote ebenfalls ins Glas geben, Deckel schließen, alles kräftig durchschütteln.

Nach einigen Tagen Ziehzeit hat sich der Vanillegeschmack verteilt und du kannst den Zucker verwenden. Lecker als Zutat für das selbst gemachte Knuspermüsli, zum Kuchenbacken oder für Weihnachtsgebäck.

Lass es dir schmecken!

Plastikfrei zu leben fällt dir bei Backzutaten schwer? Reduziere step by step. Wie du beginnst, verrät dir LANA.

Knuspermüsli im Handumdrehen

Fehlt nur noch Flüssigkeit zum Müsli. Orangensaft, Milch, Sojadrink, Joghurt?

Ich verwende folgende Zutaten:

  • 400g Mehrkornflocken, bio, Papierverpackung
  • 100g Nüsse, Trockenobst, jeweils ganz oder zerkleinert nach Belieben
  • 75g Honig, Zucker, Zuckerrübensirup oder Ähnliches, meist bunt gemischt
  • 50g Butter
  • 50ml Wasser
  • 1 EL Nussmus nach Geschmack
  • 1 EL Vanillezucker aus unserem selbst angelegten Vorratsglas (keine Wegwerf-Einzeltütchen)
  • evtl. 1 EL Kakao-Pulver
  • evtl. 1 TL Zimt
  • 1 Prise Salz

Die trockenen Zutaten in einer breiten Schale vermischen.

Wasser, Butter, Süßungszutat/en und Nussmus in einem kleinen Topf bei kleinster Stufe unter Rühren erwärmen. Sobald sich eine flüssige, homgene Masse gebildet hat: Topfinhalt über die trockenen Zutaten gießen, beim Ausgießen direkt gut verteilen. Mit Salatbesteck oder zwei Esslöffeln sehr gut durchmengen, bis die Getreideflocken einheitlich benetzt erscheinen.

Backofen auf 200°C vorheizen, Flocken auf einem Blech verteilen und 10min backen. Blech rausnehmen, Flocken durchmischen, weitere 10min backen.

Ofen ausschalten, Hitze einige Sekunden entweichen lassen. Anschließend einen Holzlöffel in die Tür klemmen, damit sie gerade noch einen Spalt offen steht und die Restfeuchte entweichen kann. Im Ofen abkühlen lassen, in Vorratsglas füllen, fertig!

Variationen nach Belieben

Das Rezept lässt sich super variieren: Wie wäre es mit einem Mandel-Knuspermüsli? Gehackte und ganze Mandeln sowie Mandelmus verwenden. Schoko-Knuspermüsli gefällig? Kakao-Anteil erhöhen, statt Nussmus Schokolade zugeben. Frucht und Dinkel? Gleich 500g Flocken verwenden, eine Banane mit ein paar Datteln und Apfelsaft pürieren und zugeben.

Mut zur Improvisation!

Ins Knuspermüsli kannst du vielfältige Zutaten packen. Daher eignet es sich gut auch zur Resteverwertung. Im Schrank schlummert seit einiger Zeit z.B. eine angebrochene Packung Kokosflocken? Ein Glas Honig, das nicht leer werden möchte? Ein Restchen Obstsaft? Und so weiter. Alles potenzielle Ingredienzen für dein individuelles Knuspermüsli.

Bon’crunch!

 

 

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Orangenreiniger aus nur zwei Zutaten

aus Orangen wird Reiniger

Winter – die Zeit der Orangen. Aus den sonst auf dem Kompost landenden (Bio-)Orangenschalen lässt sich super einfach ein toller Reiniger zaubern.

Benötigte Zutaten:

  • (Bio-)Orangenschalen
  • Essig oder Essigessenz, ich nutze z.B. gerne Apfelessig

Orangenschalen in einem großen Glas sammeln, mit Essig aufgießen, verschließen und kräftig schütteln. Nach zwei bis drei Wochen, während derer ich immer wieder mal den Inhalt des Glases durch Schütteln bewege, ist das Projekt auch schon (fast) fertig.

Durch ein feines Sieb gießen, die Orangenschalen auf dem Kompost entsorgen und den fertigen Reiniger in einer gut verschlossenen Glasflasche zu den Putzsachen packen. Ich fülle einen Teil des Reinigers direkt in ein Glasfläschchen mit Pumpzerstäuber*, so ist es direkt einsatzbereit und lässt sich beispielsweise zum Herd-Säubern gleichmäßig verteilen.

Was kann der Reiniger?

Die Säure des Essigs wirkt super gegen Kalk. Bad- und Küchenfliesen strahlen wieder, Waschbecken und Toilette ebenfalls. Vorsicht mit den Badarmaturen: Generell kann Essig die Oberfläche der Armaturen angreifen, also an diesen Stellen nur kurz drüberwischen.

Der Wasserkocher ist mit Kalk verkrustet? Etwas Wasser rein, einen ordentlichen Schuss Orangenreiniger dazu, aufkochen, einwirken lassen, ausspülen – voilà.

Auch zum Ablösen von Etiketten ist der Reiniger geeignet – Und diese Arbeit fällt ja beim Versuch, plastikfrei und nachhaltig zu leben, öfters mal an, stimmt’s? Auf eine möglichst lange Einweichdauer achten, also gut einsprühen, abwarten, dann erst abrubbeln.

Die Inhaltsstoffe, die aus den Orangenschalen in den Essig übergegangen sind, sind wirksam gegen Fett und Gerüche. Im Test bei mir zuhause: Unser Besuch hat “Fleischküchle” (Frikadellen) auf dem Herd gebraten. Fettspritzer, Fettfilm inklusive Geruch ließen sich durch Einsprühen mit Orangenreiniger, feuchtem Abwischen und trockenem Nachwischen problem- und restlos entfernen.

 

Was sind deine Erfahrungen?
Welchen Einsatz findet der Reiniger bei dir?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!
Sonnige Grüße sendet Kerstin

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* Erhältlich beispielsweise bei glas-artikel.de für knapp 2€.

 

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Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen

Sprühflaschen zur Nasenbefeuchtung

In der Schnupfenzeit ist uns Nasenspray ein häufiger und hilfreicher Begleiter. Die kleinen 20ml-Fläschchen aus dem Drogeriemarkt sind jedoch oft vollständig aus Plastik, die Verpackung aus Plastik und Karton – Immer wieder aufs Neue landet das alles im Müll. Muss das sein? In der Apotheke gibt es immerhin Sprays in Glasfläschen, verpackt in Karton, diese finde ich jedoch ziemlich teuer.

Selbst gemixtes Nasenspray im Glasfläschchen

Dabei ist es so leicht, eine Meersalz-Lösung selbst herzustellen! Für jedes Familienmitglied haben wir inzwischen ein mit Namen markiertes Fläschchen* zuhause stehen, 30ml, Glaskörper, lediglich der Sprühkopf ist aus Kunststoff. Es ist nachfüllbar und das Fassungsvermögen ist etwas größer als bei den gekauften Sprays. Es entsteht wesentlich weniger Müll und ist gleichzeitig preislich unschlagbar.

Bei Bedenken aus hygienischen Gründen kann man sich von Zeit zu Zeit einen neuen Sprühaufsatz besorgen. Der Glaskörper lässt sich mit kochendem Wasser sterilisieren.

Ich verwende:

  • abgekochtes Wasser
  • Meersalz ohne Zusätze wie z.B. Rieselhilfen, Jod oder Ähnliches

 

Zubereitung einer isotonen oder hypertonen Lösung

Die übliche Mischung aus Wasser und Salz ist isoton, entspricht unserer Schleimhaut und brennt normalerweise nicht. Isotone Lösungen besitzen einen 0,09-prozentigen Salzgehalt. Hierfür mischst du 100ml am besten noch warmes Wasser mit 0,9g Salz. Oder, wer auf Nummer Sicher gehen möchte und keine feinempfindliche Waage hat, verwendet 1l Wasser mit 9g Salz.

Wenn’s im Akutfall etwas kräftiger sein und das Spray die Schleimhaut zum Abschwellen anregen soll, mische ich eine zirka 2-prozentige Lösung (hyperton). Auf 100ml Wasser kommen also 2g Salz.

Natürlich ersetzt ein selbstgemachtes Nasenspray nicht den Gang zum Arzt, wenn man krank ist.

Lust auf eine weitere Idee mit nur zwei Zutaten? Probiere die Haarwäsche mit Roggenmehl – Ich liebe sie.

 

Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen, DIY, öko

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* Erhältlich beispielsweise bei glas-artikel.de für knapp 2,50€.

Hautcreme aus vorhandenen Zutaten

verschiedene Zutaten für Creme

Der Winter hat mir an den Händen sehr trockene Haut beschert, einfach mit Olivenöl einreiben half nicht, eine geeignete Creme hatten wir nicht im Haus.

Aus vorhandenen Ressourcen schöpfen

Gerne nutze ich – wie in der Permakultur gelernt – vorhandene Ressourcen. Daher habe ich zusammengeholt, was wir an geeigneten Ingredienzen für eine selbstgemachte Creme zuhause haben:

  • Olivenöl, kaltgepresst und bio, Glasflasche
  • Bienenwachs in Demeter-Qualität, ohne Verpackung erhalten
  • ein angebrochenes Döschen Wollfett, leider im Plastiktiegel
  • Honig, ebenfalls Demeter-Qualität, Glasbehälter
  • Propolis-Lösung, Glasfläschchen

Ergänzt habe ich:

  • Aloe-Vera-Saft, bio, Glasflasche

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, habe ich ein Rezept abgewandelt, das eigentlich etwas andere Zutaten hatte, also ein anderes Öl und nur destilliertes Wasser oder Rosenöl, stattdessen nehme ich Aloe-Vera-Saft, da dieser als feuchtigkeitsspendend gilt. Ich habe verwendet:

  • 130 ml Olivenöl
  • 18 g Bienenwachs
  • 50 g Wollfett
  • 7 g Honig
  • 120 ml Aloe-Vera-Saft
  • 3 Tropfen Propolis-Lösung

 

Schritte der Zubereitung

Olivenöl mit Bienenwachs und Wollfett bei niedrigster Stufe in einem Topf erwärmen und immer wieder rühren, bis das Wachs geschmolzen ist. Zu hohe Temperaturen zerstören wertvolle Inhaltsstoffe der Zutaten!

Topf vom Herd nehmen, Propolis eintropfen und Honig einrühren, bis er sich aufgelöst hat.

Aloe-Vera-Saft schluckweise zugießen und gleichzeitig kräftig rühren. Alles mit dem Schneebesen ordentlich rühren, rühren, rühren – Damit sich Wasser, Fett und Öl gut vermischen und die Creme später kein Wasser absondert, während sie im Glas auf Nutzung wartet. Nach zirka zwei Minuten Rührzeit ist die Creme –

Fertig!

In mehrere kleine Gläser verteilen und gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Viel Freude damit!

 

Die verwendeten Zutaten von links nach rechts: Aloe-Vera-Saft, Olivenöl, Bienenwachs, Wollfett, Propolis, Honig.
Aus der angegebenen Menge erhalte ich vier zirka halb volle 200g-Schraubgläser.

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Danke an Anja Steiner für folgenden Hinweis: Eine längere Lagerung der Creme ist möglich, wenn der verwendete Saft konserviert ist.

Weitere Ideen fürs Badezimmer? Schonmal Roggenmehl zur Haarwäsche verwendet? Daumen hoch, kann ich nur sagen 🙂

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Roggenmehl statt Shampoo

Mehl, Roggenmehl, Wasser

Man nehme ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl, je nach Haarlänge, mische es mit etwas Wasser zu Brei, und fertig ist ein großartiger Shampoo-Ersatz.

Lebensmittel zur Körperpflege?

Es erschreckt dich, ein Lebensmittel zur Körperpflege zu benutzen? Das kann ich verstehen. Was für eine Verschwendung! Wenn man allerdings genauer hinschaut, tust du der Welt damit etwas Gutes:

  • Du erzeugst keinen Plastikmüll, denn Shampoo-Flaschen entfallen und Mehl wird meist in Papiertüten verkauft.
  • Du entlastest die Klärwerke. Die dort tätigen Bakterien kommen mit organischem Material, also dem von dir in den Abfluss gespülten Roggenmehl, viel besser klar als mit vielen Bestandteilen eines normalen Shampoos.
  • Du sparst Energie, die für die Produktion der unterschiedlichen Shampoo-Inhaltsstoffe, der Shampoo-Verpackung, Transport und Verkauf benötigt werden. Ein Teil davon wird natürlich auch zur Roggenmehl-Produktion benötigt. Aufgrund des weniger komplexen Herstellungsprozesses und der sich verringernden Waschabstände bei Roggenmehl-Wäsche dürfte die Bilanz jedoch für Roggenmehl sprechen.
  • Bei Verwendung eines bio-zertifizierten Mehls förderst du eine Landwirtschaft, die ohne Pestizide auskommt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Vielleicht interessiert dich unser Interview mit Sabine zum Thema “NoPoo”? Sie zeigt eine weitere Alternative zum normalen Shampoo aus der Plastikflasche: Sie nutzt Haarseife, die man stückweise, also lose kaufen kann, und ist damit sehr zufrieden.