Regenwasser auffangen und sinnvoll nutzen – So geht’s

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Du denkst an den Klimawandel und sorgst dich wegen Trockenheit. Sehnst dich nach Regen für Garten und Balkon. Wie kannst du Regenwasser am besten auffangen? Welche Ideen gibt’s für eine sinnvolle Regenwassernutzung?

Schön, dass du hier bist! Ich kenne deine Sorge – Und habe mich vor Jahren schon dazu entschieden, nicht nur Freizeit-Öko zu sein, sondern beruflich Menschen dabei zu unterstützen nachhaltiger zu leben und immer mehr positiven Impact in der Welt zu generieren. Wie genau? Als Freie Architektin und Business Coach.

Heute nehme ich dich mit in meine Recherche für unser denkmalgeschütztes Gebäude-Ensemble, wo wir noch besser werden wollen im sinnvollen Umgang mit dem so kostbaren Regenwasser.

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Warum Regenwasser auffangen?

Niederschläge in Deutschland

Zwar ist es (wie immer) nicht ganz so einfach schnelle Aussagen zu treffen. Denn beispielsweise sticht einem in den Jahresniederschlagsbilanzen seit 1881 kein krasser Trend zu „immer weniger Regen“ ins Auge.

Schau selbst, und zwar bei Kachelmann-Wetter im Artikel zur Niederschlagsentwicklung in Deutschland. Hier wird auch darauf hingewiesen, dass „Klima“ nicht gleich „Wetter“ ist!

Gleichzeitig scheinen die Extreme zuzunehmen: Sintflutartige Regenfälle, bei denen weder der Erdboden, noch das menschengemachte Entwässerungssystem gar nicht so schnell den Regen aufnehmen kann, wie er vom Himmel fällt. Andererseits Dürrephasen…

Dürre in Deutschland

Das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung zeigt in folgender Grafik, dass die Dürren in Deutschland zwischen 1952 und 2021 tendenziell zunehmen:

Gerade für Landwirtschaft und Naturbereiche, aber auch für deinen Garten, Balkon oder Dachbegrünung ist also Trockenheit in mega Thema.

Ziel muss sein:

1. Regenwasser möglichst lange halten.

… und nicht möglichst schnell ableiten.

2. Möglichst wenig gießen.

… um Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen bei der „Herstellung“ unseres hochwertigen Trinkwassers, das aus quasi jedem deutschen Wasserhahn fließt.

Übrigens: Auch im Podcast findest du Tipps zum Thema Wasser im Garten.

Regenwasser am Fallrohr einer Dachrinne auffangen

Das Dach deines Hauses hat eine enorme Fläche. Ideal, um Wasser zu sammeln. Üblicherweise wird Regenwasser vom Dach per Fallrohr abgeleitet. An dieses kannst du –bekannte Lösung– ein Element anbringen, das dir das Wasser aus dem Fallrohr herausleitet. Regentonne drunter. Fertig.

Um Verunreinigungen des vom Dach gesammelten Regenwassers auf ein Minimum zu reduzieren, verwendest du ein zusätzliches Bauteil wie den Regensammler RS.

Wenn du Regenwasser in eine Zisterne leitest und vorher reinigen willst, kannst du als Zwischenelement z.B. das Bauteil Intewa Purain montieren.

Willst du keine baulichen Änderungen vornehmen, aber hast eine Klappe am Fallrohr und bist sowieso häufig zuhause? Dann kannst du die ersten wenigen Minuten bei Regen die Klappe geschlossen lassen – so fließt der erste „Dreck“ vom Dach weg. Erst dann öffnest du manuell die Klappe und lässt ein Regenfass, Tank, Teich oder Zisterne volllaufen (mit so viel Regen, wie halt fällt).

Regenwasser auffangen ohne Fallrohr

Manche Dächer oder Dachbereiche haben kein Fallrohr, nur eine Regenrinne mit sogenanntem Wasserspeier. Das ist eine Verlängerung, aus der das Regenwasser zwar gezielt vom Dach weggeleitet wird, nur quasi im freien Fall (statt innerhalb eines Fallrohres).

An diesen Wasserspeier kannst du eine Kette oder Naturfaserseil anbringen und in ein Regenfass, Tank, Teich oder Zisterne legen. Das Regenwasser wird dann nicht mehr verteilt herabfallen, sondern entlang der Kette fließen und dort hingelangen, wo du es als sinnvoll erachtest. Funktioniert allerdings nur, wenn die Kette recht steil oder senkrecht nach unten hängt, nicht waagrecht oder flach gespannt.

An deinem Dach gibt es weder Fallrohr, noch Regenrinne?

Einfach nachrüsten (lassen), es lohnt sich!

Vorteil bei Neuverlegung der Dachentwässerung: Du kannst festlegen, wo das Wasser genau vom Dach herunterkommen soll und wo es einem Zwischenspeicher zugeführt wird. Mach dir dazu Gedanken im Gesamtsystem Haus/Garten! Jetzt ist DIE Chance.

Brauchst du Hilfe dabei? Gerne bin ich dir behilflich – Als Architektin, mit tiefen Öko-Ambitionen, und mit Permakultur-KnowHow.

Regenwasser speichern – 7 geniale Ideen

  • Regenfass oder Tonne (historisch und neu auch aus Holz erhältlich!)
  • Wassertank
  • Teich
  • Tauchbecken mit flacher Randzone (mein Traum!)
  • Das ERDREICH ist ein hammer genialer Wasserspeicher! Sorge dafür, dass Regenwasser ganz langsam versickern kann und dass es nur schwer durch die Sonne verdunstet oder durch Wind „weggeföhnt“ wird. Ideal ist dafür:
  • eine dicke Mulchschicht aus schadstofffreiem, organischem Material, z.B. Holzhäcksel, Grobkompost, Laub, Rasenschnitt, benutztes(!) Kleintierstreu von Kaninchen oder Meerschweinchen (enthält direkt Dünger, jäi)
  • Zisterne – die Römer hatten gigantische, brilliante Riesenspeicher, z.B. in Konstantinopel, das heutige Istanbul. Sowas kannst du dir –in Klein– auch unters Haus oder unter den Garten bauen. Think big.

Sieht super hübsch aus, gell?

Kleine Pflanzenkläranlage für deinen Garten

Eine geniale Möglichkeit, um einen Teil des Regenwassers sinnvoll zu nutzen, ist das ergänzende Füllen einer kleinen (oder großen!) Pflanzenkläranlage im eigenen Garten.

Ja, auch auf wenig Raum ist das möglich. Klicke auf den Link, dann gelangst du zu einem Interview, das ich mit einem Planer für Pflanzenkläranlagen geführt habe.

Herzlichst,

Kerstin

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