Bio-Weine und Nachhaltigkeit im Weinbau (plus: Wein-SoLaWi)

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Was können wir als Weintrinker*innen für mehr Nachhaltigkeit im Weinbau tun? Wie erkennt man Bio-Weine und wo kann man sie kaufen? Und was bitte ist eine Wein-SoLaWi?

Antworten auf diese Fragen gibt uns Christian Kaiser vom Steillagen-Kollektiv bei Vaihingen (Enz) in Baden-Württemberg.

Das Steillagen-Kollektiv ist die erste Wein-SoLaWi, die mir bisher begegnet ist – Und SoLaWi an sich kenne ich seit fast 10 Jahren. Sei gespannt und hol dir tolle Impulse im folgenden Bio-Wein-Artikel!

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Wie erkennt man Bio-Weine? 

Zuerst mal an der Zertifizierung. Hier gibt es einige Bio-Labels die unterschiedliche Anforderungen an den Winzer und die Bewirtschaftung haben. Bioland, Ecovin oder Demeter sind sicherlich die Bekanntesten.

Das Bio-Label garantiert sicherlich einen naturnahen Weinbau und bietet einen ersten Anhaltspunkt auch über nachhaltige Bewirtschaftung. Dazu gehört aber noch viel mehr, sodass man sich wohl am ehesten im direkten Kontakt mit dem Erzeuger über die diversen Nachhaltigkeitsthemen austauschen und informieren kann.

Wo gibt’s guten Bio-Wein zu kaufen? 

Am Besten direkt beim Erzeuger oder natürlich beim Weinfachhandel des Vertrauens!

Was kann ich als Weintrinker*in tun für mehr Nachhaltigkeit rund um Wein? 

Eine regionale Wertschöpfung ist wohl das nachhaltigste Instrument um auch nachhaltigen und zukunfstfähigen Weinbau zu etablieren. Durch den Kauf beim Erzeuger garantiere ich, dass der Geldkreislauf in der Region bleibt und das Geld nachhaltigen in den Weinbau investiert werden kann.

Erzeugergemeinschaften (wie z.B. Genossenschaften) zahlen ihren Gewinn über die Traubengeldzahlungen direkt an die Erzeuger aus.

Eine Gewisse Wertschätzung dem Produkt und der regionalen Kulturlandschaft hilft zudem die Wertschöpfung zu generieren. Also angemessene Preise zahlen und nicht auf Schnäppchenjagd gehen.

Welche Nachhaltigkeits-Aspekte sind im Steillagen-Kollektiv die wichtigsten? 

Das Steillagenkollektiv definiert nicht nur drei Säulen der Nachhaltigkeit, sondern vier:

Ökologie, Ökonomie, Soziales und zusätzlich „Genuss“

Der Erhalt der terrassierten Steillage als Kulturgut muss zu gleichem Maße Ökologischen, Ökonomischen und sozialen Nutzen haben und zu einem Genusserlebnis für alle Beteiligten (Winzer, Konsumenten, Gäste, Mitarbeiter, Einwohner…) führen.

  • Ökologisch: Naturnaher Weinbau ohne Herbizide und Insektizide, lebendige Weinberge mit blühenden Beipflanzen und Begrünung der Terrassen bietet Heimat für viele Arten von Wildbienen, Fledermäusen, Eidechsen und Schlagen, Vögeln und Insekten…
  • Ökonomisch: Ein Ausreichendes Traubengeld für die Winzer, damit auch die Trockenmauern (als Wohnraum der Artenvielfalt) zukunftsfähig erhalten werden können.
  • Sozial: Das Kulturgut der terrassierten Steillagen ist Identifikation einer ganzen Region und Dreh- und Angelpunkt von Tradition und Kultur in den Ortschaften. Zudem schafft ein auskömmliches Traubengeld angemessene Löhne für die Weinbergarbeiten.
  • Genuss: Weingenuss und Natur- und Kulturlandschaftsgenuss für alle in der Region und darüber hinaus.

Was ist eine Wein-SoLaWi? 

[Hier erkläre ich dir, was eine SoLaWi ist und warum du davon profitierst.]

Mit einem Anteil am Steillagenkollektiv unterstütze ich einen Winzer in seiner Arbeit in der terrassierten Steillage und mache somit ein 1.000-jähriges Kulturgut zukunftsfähig. Der Winzer verpflichtet sich zur Einhaltung des Steillagenkollektiv-Kodex für einen nachhaltigen, naturnahen und zukunftsfähigen Weinbau.

Als „Dividende“ erhalte ich 4×6 Weinpakete, eine Schild an meinem Weinberg, Die Möglichkeit der Lese-Beteiligung und viele Informationen rund um das Kollektiv…

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