Holz vor Schädlingen schützen

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Du willst, dass die Holz-Elemente an deinem Haus nicht von Schädlingen befallen werden? Du suchst einen Holzschutz, der ökologisch verträglich und nicht gesundheitsschädlich ist? Hol dir 10 konkret umsetzbare Tipps gegen Schädlinge am und im Holz.

By the way: Ist das Thema autarkes Haus spannend für dich? Als Architektin für nachhaltige Projekte freue ich mich, dass du hier bist.

Wichtig! Wenn du einen Befall mit Holzschädlingen vermutest, finde einen vertrauenswürdigen Schädlingsbekämpfer in deiner Nähe. Hole dir dafür z.B. Kontaktempfehlungen von guten Bauingenieur*innen, Architekt*innen oder Baubiolog*innen.

Hinweis: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Und jetzt lass uns eintauchen in die Frage, wie du Holz vor Schädlingen schützen kannst – ökologisch und gesund.

  1. Holzschädlinge erkennen: Insekten und Pilze
  2. Präventive Maßnahmen, um Holz vor Schädlingen zu schützen
  3. Holzschädlinge bekämpfen

Holzschädlinge erkennen

Viele der nachfolgenden Tipps helfen gegen unterschiedliche Holzschädlinge. Trotzdem ist es wichtig sich mit potenziellen Schädlingen zu beschäftigen und sie unterscheiden zu können, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo du am oder im Haus etwas unternehmen solltest.

Denn „viel hilft viel“ ist nicht immer die beste Devise. (Dazu später mehr.)

Lass uns zuerst einen Blick auf die tierischen Holzschädlinge werfen. Später schauen wir uns noch die Pilze/Schwämme an.

Wie erkenne ich, ob Schädlinge im Holz sind?

Nutze deine Sinne, vor allem die Augen:

  • Siehst du frisches Holzmehl am Boden und am Holz?
  • Siehst du Löcher im Holz?
  • Erscheint das Holz intakt und gesund?

Auch die Ohren können nützlich sein! Klopfe aufs Holz: Wie klingt es an unterschiedlichen Stellen? Hohl oder massiv?

Manche Schädlinge kann man hören, während sie sich am Holz zu schaffen machen oder während sie auf der Suche nach Fortpflanzungspartner*innen sind – Wie der bunte Nagekäfer, auch „Totenuhr“ genannt. Diesen Namen bekam er, weil früher vor allem die alten, kranken, bettlägrigen Leute diesen Käfer hören konnten, während die geschäftig Herumwurtschtelnden die Geräusche eher seltener hörten.

Eine häufig gestellte Frage vorab, weil man an ihr etwas Wichtiges lernen kann:

Wie erkenne ich, ob der Holzwurm noch aktiv ist?

Genau: Ob der Holzwurm *NOCH* aktiv ist. Bedenke, dass Holz schädigende Insekten oft nicht dauerhaft im Holz wohnen, sonders es als Kinderstube nutzen.

Es kann also sein, dass du Spuren von Holzschädlingen entdeckst, die alt sind. Das Holz hat also offensichtlich Schaden genommen, aber der Befall breitet sich nicht weiter aus, sondern hat bereits gestoppt.

Aber:

Befall mit Hausbock erkennen

(Hausbock, nicht Holzbock, denn das ist eine Zeckenart.)

Gerade die Larven des Hausbocks können sehr lange im Holz leben, bevor sie als Käfer schlüpfen. Laut Wikipedia-Artikel bis zu 10 Jahre! An seinen Geräuschen kann man ihn manchmal erkennen und auch orten, allerdings brauchst du dafür viel Zeit.

Einen zurückliegenden Hausbock-Befall erkennst du an den Ausfluglöchern der erwachsen gewordenen Tiere: Nachdem sich der Hausbock verpuppt hat und geschlüpft ist, arbeitet er sich ein ovales Loch in die Holzoberfläche und fliegt davon. Das Loch ist 5–10mm lang.

Obwohl der Hausbock am Holz Schaden anrichtet, während er ein „Wurm“ ist, eine weißliche Made, ist mit Holzwurm jedoch eigentlich ein anderes Tier gemeint:

Befall mit Holzwurm erkennen

Holzwurm klingt ein bisschen niedlich, oder? Leider kann er, wie seine Kollegen, an Gebäuden und Kulturobjekten großen Schaden anrichten.

Mit Holzwurm ist ein Nagekäfer gemeint, der Gemeine bzw. Gewöhnliche Nagekäfer, lat. Anobium punctatum. Auch der Gescheckte Nagekäfer (oder Bunter Pochkäfer), lat. Xestobium rufovillosum nutzt Holz an Häusern als Kinderstube. Zweiterer wird auch Totenuhr genannt, siehe oben.

„Typische Anzeichen eines Befalls mit Holzwürmern: Ausfluglöcher, Fraßgänge. Morsche Hölzer, fehlende Holzfestigkeit. Nage- und Fraßspuren, hörbare Fraßgeräusche. Lebende und tote Käfer. Holzmehlhäufchen (Bohrmehl), oberflächige Aufwölbungen, Holzverfärbungen. Geruch, der von feuchtem Holz oder Mauerwerk ausgeht.“

https://www.rentokil.com/de/holzwurm/holzwurm-erkennen-anzeichen/, 09.06.2022

Befall mit Splintholzkäfer erkennen

Der Braune Splintholzkäfer hat eine kürzere Lebenszeit im Holz und kommt auch mit trockenerem Holz wunderbar zurecht. Durch die recht kurze Lebenszeit kann er in wenigen Jahren einen großen Bestand aufbauen und massiven Schaden an Holzhäusern anrichten.

Du erkennst ihn an den kleinen, runden Ausfluglöchern im Holz, mit einem Durchmesser von knapp 1 bis 1,7 Millimetern. Seine Fraßgänge verlaufen parallel zur Holzfaser.

Welche holzschädigenden Insekten gibt es neben Hausbock, Nagekäfer und Splintholzkäfer?

Die drei oben genannten Insekten sind in Deutschland unter Fachwerkhaus-Eigentümer*innen, im Holzhandwerk etc. derzeit am gefürchtetsten. Durch Globalisierung und Klimawandel verändern sich die Verbreitungsgebiete der Insekten, sodass ein gewisse Dynamik besteht.

Bohrkäfer und Termiten

Wikipedia nennt unter den tierischen Holzschädlingen neben Hausbock, Nagekäfer und Splintholzkäfer noch die Bohrkäfer und Termiten. Bohrkäfer bevorzugen tropische Hölzer. Termiten treten in unseren Breiten kaum auf. So sind beide im Holzhaus eher weniger ein Thema.

Ameisen

Einige Ameisen-Arten richten sich Nester in Hölzern ein, die bereits vorgeschädigt sind, nach Wasserschäden oder durch Pilze. Wenn sie erst mal an einer Schadstelle eingenistet sind, dehnen sie ihren Raum aus und nagen sich dafür auch tiefer in Hölzer ein.

Holz schädigende Pilze / Schwämme

Diesen Abschnitt halten wir kurz. Besonders der Befall von Hölzern am Haus mit Echtem Hausschwamm ist gefährlich, da sich dieser Pilz weit und schnell ausbreiten kann. Die Feuchtigkeit, die er braucht, kann er sich nach dem Loswachsen sogar selbst generieren.

Dieser und auch der Befall mit Braunem Kellerschwamm, Weißem Porenschwamm und anderen Pilzengehört gehört dringend in die Hände von Fachleuten.

Präventive Maßnahmen, um Holz vor Schädlingen zu schützen

Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht, denn die Natur ist immer im Prozess – ebenso wir selbst und unsere Häuser. Wo gestern noch alles dicht war am Haus, kann schon heute ein Riss entstanden sein, durch sich ein Insekt den Weg bahnt und im doofsten Fall z.B. Eier am darunterliegenden Holz ablegt.

Gleichzeitig ist auch nicht jeder Riss ein Drama. Gerade adulte, holzschädigende Insekten haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Einige sterben bereits wenige Wochen nach dem Schlüpfen, sodass die Gefahr der Eiablage zeitlich begrenzt bleibt.

Natürlich können wir als Holzhaus- oder Fachwerkhaus-Eigentümer*innen, als Sanierende, als Planer*innen, Architekt*innen etc. Vieles tun, um einem Befall mit Holzschädlingen vorzubeugen.

Wasser

Merke: Der Schutz eines Holzhauses oder Fachwerkhauses vor Wasser ist das A und O. Dabei geht es vor allem um Wasser in der Konstruktion, also innerhalb der Wände, Decken und anderen Bauteilen.

Regenwasser

Wasser von außen, also Regenwasser (ggf. Tauwasser), soll wohlüberlegt geführt werden:

  • Regenrinnen leiten das Regenwasser von Haupt- und Nebendächern vom Gebäude weg.
  • Außen liegende Fensterbänke sind leicht nach außen geneigt und haben eine Tropfkante.
  • Auch andere horizontale Flächen wie Gesimse sind gegen stehendes und eindringendes Wasser gesichert.
  • Verputzte Flächen sind frei von Rissen und Löchern.
  • An Sichtfachwerk sind die Übergänge zwischen Riegeln/Pfosten und Gefachen flach und rissfrei.
  • Flachdächer / flache Dachbereiche haben eine intakte Dichtungsebene.
  • Bei begrünten Dächern ist sichergestellt, dass keine Wurzeln die Abdichtung durchdringen.

Kondensat

Speziell im Winter, wenn innen geheizt wird und draußen der kalte Wind pfeift, kann sich durch Temperaturunterschiede Feuchtigkeit bilden. Wasser, das bisher in warmer Luft als Wasserdampf enthalten war, bildet bei Abkühlung Tröpfchen und schlägt sich an kühleren Flächen oder Materialien nieder.

Das kann innerhalb eines Raumes passieren, beispielsweise der beschlagene Spiegel im Badezimmer nach dem Duschen. Aber auch innerhalb von Bauteilen, insbesondere Außenwand und Dach, die als Trennung zwischen kalten und warmen Zonen dienen.

Kondensat bildet sich übrigens nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer: Gerade in Kellern und Gewölbekellern können Schimmelprobleme entstehen, die auf Kondenswasserausfall durch falsche Lüftung zurückzuführen sind.

Sonne

Sonnenstrahlung bewirkt zwei Dinge:

  • Durch den Infrarot-Anteil werden Oberflächen und tiefere Bauteilschichten aufgewärmt. Materialien dehnen sich aus bzw. ziehen sich zusammen, wenn sich ihre Temperatur ändert. Dadurch können Haarrisse und mit der Zeit tiefere Risse entstehen.
  • Der UV-Anteil wiederum sorgt z.B. bei Holzoberflächen für Vergrauung und Alterung. Dabei entstehen wiederum Oberflächenveränderungen, wie feine Risse.

Es gilt also auch mit diesen Einflüssen auf geeignete Weise umzugehen. Dazu zählt das Vorausdenken und langfristige Planen. Welche Materialien sind geeignet? (Wie) müssen sie gepflegt und instand gehalten werden?

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