Nähen: 5 Wege, wie dein geliebtes DIY-Hobby nachhaltiger wird [und warum es bereits nachhaltig ist]

Du bist Selbermacher_in und im DIY-Fieber? Du nähst Kleidung, Equipment, Wohntextilien? Verkaufst vielleicht sogar bei DaWanda oder Etsy? Total toll!

Mit dem Nähen erreichst du bereits sehr viel: Dein Slavery Footprint schrumpft. Denn du lässt keine Näherinnen in elender Arbeitssituation in Bangladesh oder anderswo für dich schuften.

Wie kann‘s noch nachhaltiger werden, das Nähen?
Fünf Punkte aus meiner Erfahrung.

Kaufe nur GOTS-zertifizierte Stoffe

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Mehr zu diesem Thema und genauere Infos zu Öko-Stoff-Zertifizierungen findest du im Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst.

Für deine Passion, das Nähen, findest du Stoffe online zum Beispiel bei Meterwerk oder Siebenblau. Beide sind toll, da sie konsequent auf Öko achten.

Meterwerk ist mir aktuell am sympathischsten. Es gibt einen Laden in Augsburg. Der Shop führt auch die großartigen Schnittmuster von minikrea aus Dänemark. Baby- und Kinderkleidung zum Verlieben!

Siebenblau war vor vielen Jahren der erste Anbieter mit Bio-Stoffen, den ich entdeckt habe. Es gibt eine breite Palette an Waren, auch hübsche Spitzenbänder, erscheint mir aber etwas teurer. Es gibt einen Laden in Berlin (Prenzlauer Berg natürlich, gentrification case?). Siebenblau selbst ist GOTS-zertifiziert.

Auch bei Lillestoff habe ich schon langlebigen, strapazierfähigen, schönen Öko-Stoff gekauft. Ein Teil des Sortiments ist nicht GOTS-zertifiziert, angeblich „trotzdem aber nachhaltig produziert“. Das ist ziemlich nichtssagend und führt dazu, dass ich Lillestoff nur eingeschränkt weiterempfehlen möchte. Grund: Es ist verlockend, gleich noch von diesem oder jenem hübschen, aber leider nicht GOTS-zertifizierten Stoff mitzubestellen, wenn man ohnehin schon bestellt.

Nach Herzenslust stöbern und vor allem direkt anfassen kann ich Öko-Stoffe inzwischen hier in Stuttgart bei Stoff-Ideen in der Sophienstraße. Ein ziemlich großer Stoffladen, ganz klassisch mit -leider- konventionell produzierter Ware. Mittendrin, wie eine Insel für mich, ein Regaltisch mit einer tollen Auswahl an unterschiedlichen Stoffen von C. Pauli, neben Jersey und Standard-Webware auch Bündchenstoffe und Frottee.

Verwende keine Stoffe mit Elasthan und anderen Kunstfasern auf Erdöl-Basis

Ausgediente Textilien gebe ich am liebsten in den Kompost im Garten. Der beste Müll ist der, aus dem die Regenwürmer und Mikroorganismen frische, gute Erde machen, finde ich. Baumwollstoffe und Schurwollprodukte sind für diese Kreislaufwirtschaft prädestiniert.

Vorausgesetzt, es ist keine Kunstfaser auf Mineralölbasis enthalten. Wenn du die auf den Kompost gibst, produzierst du dir deine eigene Mikroplastik-verseuchte Erde. Muss nicht sein.

Mehr dazu, welche Textilfasern ich in meinen Kleiderschrank lasse und warum erfährst du hier.

Verwende Baumwollgarn statt des Polyester-Standardfadens

Plastikfrei beim Nähgarn? Geht! Das Garn Scanfil bio ist aus 100% Bio-Baumwolle, GOTS-zertifiziert und -als zusätzliches Schmankerl- auf eine Spule aus Holz statt Plastik gewickelt. Leider ist die Homepage des niederländischen Herstellers Forbitex super alt, Infos zum Garn findet man in deutschen Händler-Webshops.

Scanfil bio ist etwas weniger reißfest als Polyester-Nähgarn. Wer mit der Overlock näht, sollte keinen Unterschied merken. Ich bekomme mit normaler Nähmaschine und Zwillingsnadel oder Zick-Zack-Stich eine dehnbare Naht auch mit diesem Garn sehr gut hin.

Vorteilhaft ist bei Scanfil bio außerdem, dass du alle Reste und irgendwann auch das Kleidungsstück bedenkenlos auf den Kompost geben kannst. Bei Polyestergarn hättest du dir so Plastik in die wertvolle Gartenerde geholt.

Wähle deine Werkzeuge mit Bedacht

Überlege gut, ob und welche Nähmaschine du dir zulegst. Muss es unbedingt eine eigene, neue Overlock sein? In vielen Haushalten stehen Nähmaschinen und Overlocks im Dornröschenschlaf im Schrank. Hör dich um, bestimmt findest du Freunde oder Freundesfreunde, die dir ihre Maschine für eine Weile leihen. So kannst du testen, was dir taugt, und vermeidest Fehlkäufe.

Welche Werkzeuge nutzt du wirklich gerne? Welche nerven dich? Finde es heraus, BEVOR du kaufst!

Früher war alles besser, also: Re-Use

Zu den Werkzeugen zählen auch Nadeln, Stoffschere, Maßband, Lineale etc. All das gibt‘s heute für relativ wenig Geld zu kaufen. Leider ist vieles davon so kurzlebig wie der Preis klein ist. Das meiste Neue steckt erst mal in einer Plastik-Umverpackung zum Wegwerfen. Und wer stellt diese ganzen Sachen überhaupt her? Unter welchen Arbeitsbedingungen?

Darum: Hat nicht die Oma noch eine Best-Quality-Stoffschere aus der guten, alten Zeit, die sie nicht mehr braucht? Oder findet sich gar ein Stoff-Schätzchen auf Tante Helgas Dachboden?

Re-use-n, Wiederverwenden ist angesagt. Und macht gerade beim Nähen furchtbar Sinn, denn früher war die Qualität der Dinge tatsächlich oft besser als heute.

Ich bin sicher: Dein Werkzeug ist bereits ganz in deiner Nähe. Du musst es nur aufspüren. Viel Erfolg dabei!

Das leckerste DIY Brot ever: Brot backen für Sauerteig-Anfänger

Roggenbrot & andere Brote backen aus Sauerteig

Selbermachen fördert das Bewusstsein über die Dinge.

  • Wer einen Landwirt beim Bestellen der Felder beobachtet,
  • wer dem Imker bei der Arbeit am Bienenvolk über die Schulter schaut,
  • wer mit den Kids ein Baumhaus zimmert,
  • wer versucht, selbst Gemüse im Garten anzubauen –

Der weiß, wie wertvoll all die Dinge sind, die uns zur Verfügung stehen. Unterschiedlichste Sachen auszuprobieren und in mein und unser Leben zu integrieren, das tut mir gut. Einer der Orte, an denen ich meine Neugier stille, ist die Küche.

Immer wieder habe ich in den letzten Jahren Brot gebacken. Manche sind besser gelungen, manche schlechter. Bis es nun endlich rund läuft:

Selbst gemachtes Brot
aus Mehl, Wasser und Salz.

Sonst nix.

Wie dir das ebenfalls gelingt, liest du hier.
Viel Freude beim Ausprobieren!

  1. Sauerteig basics
  2. Das Starter-Glas im Kühlschrank
  3. Brot backen
  4. weiterführende Empfehlung

Suchst du weitere DIY-Anleitungen für ein nachhaltiges Leben?

Sauerteig basics

Sauerteig selbst ziehen

Im Vorhinein habe ich mir einen Sauerteig gezogen. Sauerteig ist eine Symbiose von Hefen und Milchsäurebakterien. Durch sie kommen Triebstärke und Geschmack zustande.

Mein Fazit nach einem Experiment mit unterschiedlichen Ansätzen: Zieh dir nach dieser Anleitung von Stefanie einen eigenen Sauerteig. Das dauert vier Tage. Du benötigst nur Roggenvollkornmehl, Wasser und ein Gefäß.

Temperatur-Optimum 25 Grad

Der Sauerteig passt sich an die Umgebungstemperatur an: Je wärmer es der Sauerteig hat, desto aktiver sind die Hefen, die für die Triebstärke zuständig sind. Je kühler, desto mehr rückt der typische Sauerteiggeschmack in den Vordergrund, den die Milchsäurebakterien bestimmen. Als goldene Mitte kannst du 25 Grad ansetzen. Alles darüber (bis 28, 30 Grad) ist für den Sauerteig “warm”, alles darunter “kalt”.

Hast du ein Thermometer? Auch ein Bade- oder analoges Fieberthermometer geht. Es lohnt sich nämlich, ein Mal die eigene Wohnung zu durchforsten: Gibt’s ein eher warmes Örtchen irgendwo? Bei uns ist das auf dem Aquarium. Hier sind es tagsüber 24 bis 25 Grad, perfekt für den Sauerteig.

Behelfen kannst du dir, wenn der Teig bei Raumtemperatur nicht richtig aufgeht, indem du im Backofen nur das Licht anschältst und die Tür geschlossen lässt. Zieht zwar Strom, aber um dem Sauerteig auf die Sprünge zu helfen, darf das schon mal sein, finde ich. Thermometer beilegen und immer wieder checken!

Spar dir den Hefe-Zusatz

Man muss beim Backen keine extra Hefe zusetzen, weder frische Hefe aus dem Kühlregal, noch Trockenhefe aus dem Beutelchen. Super, oder? Damit spart man einerseits Geld, andererseits bleibt kein Verpackungsmüll übrig.

Das Starter-Glas im Kühlschrank

In unserem Kühlschrank steht ein bauchiges Weckglas mit lose aufgelegtem Glasdeckel, in dem der Sauerteig ruht und auf seinen nächsten Einsatz wartet.

Ich entnehme pro Back-Session 20 Gramm. Daraus backe ich zwei Brote zu je zirka 700 Gramm.

Etwa ein Mal im Monat werden die fleißigen Helferchen im Glas, die tollen Hefen und Bakterien, gefüttert:

  1. Zu gleichen Teilen alten Sauerteig, Roggenvollkornmehl und Wasser mischen, zum Beispiel 100g Teig + 100g Mehl + 100g Wasser.
  2. Alles in ein frisches, sauberes Glas geben.
  3. Das Gemisch an einem warmen Ort (25 bis 30 Grad) stehen lassen, bis das Volumen deutlich zugenommen hat. Es kann gut und gerne das doppelte Volumen oder mehr werden.
  4. Wenn der Sauerteig seinen Wachstumshöhepunkt erreicht hat und bevor er in sich zusammenfällt, wandert das Glas wieder in den Kühlschrank. Das ist nach rund vier Stunden der Fall, je nach Temperatur und persönlicher Befindlichkeit deines klebrigen Kollegen.

Brot backen

Sauerteigbrot zu backen, das funktioniert nur mit Liebe, wie ich von Stefanie gelernt habe. Für mich bedeutet das: Ich schenke dem Teig die Aufmerksamkeit, die er braucht. Das hat etwas Meditatives und bringt mir Ruhe. Probiere es aus – Wie geht es dir damit?

Ich beginne abends, vor einem unverplanten Vormittag, also meist freitags oder samstags. Das funktioniert auch, wenn abends noch Programm ist, denn der erste Schritt ist kurz.

Einstimmung: der Ansatz am Abend

Abends gebe ich

  • 200g Mehl
  • 200g Wasser
  • 20g Sauerteig

in eine Rührschüssel. Mit einem Teelöffel verrühre ich alles einige Sekunden, bis der Teig keine Klümpchen mehr enthält. Die Schüssel stelle ich mit Deckel aufs Aquarium (abends ~24 Grad, nachts kühler).

Welches Mehl verwenden?

Uns schmeckt eine Mischung aus halb Roggenvollkorn- und halb 1050er-Weizenmehl sehr gut. Ich achte darauf, immer einen Anteil Roggenvollkorn im Teig zu haben (mindestens ein Viertel). Mit dem Rest variiere ich.

1/2-stündiger Rhythmus am Vormittag

Nach dem Frühstück – was bei uns am Wochenende zu ganz unterschiedlichen Zeiten stattfindet 😉 – beginnen 2,5 intensivere Stunden.

In der Rührschüssel werden erst einmal folgende Zutaten vermischt:

  • Ansatz vom Abend
  • 800g Mehl (Mischung wie oben)
  • 450g Wasser

* 1/2 Stunde Pause *

20 Gramm Salz zugeben. Fünf Minuten kneten. Das trainiert die Handmuskeln. Der Teig ist noch sehr klebrig und zäh. Keine Sorge, das wird besser. Ich achte darauf, auch das am Rand klebende Material mitzukneten, indem ich es immer wieder zur Mitte hin streiche.

* 1/2 Stunde Pause *

Jetzt wird gefaltet. Mit einer Teigkarte, einem handgroßen, kartenförmigen, stabilen Teigschaber, stürze ich den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte. Ich ziehe ihn mit bemehlten Händen auseinander. Dann falte ich ihn von unten zur Mitte, von oben zur Mitte, von links zur Mitte, von rechts zur Mitte. Zurück in die Schüssel, Deckel drauf, fertig.

* 1/2 Stunde Pause *

Jetzt wird wieder gefaltet.

* 1/2 Stunde Pause *

Und nochmal falten.

* 1/2 Stunde Pause *

Ruhen – backen – essen

Jetzt ist es fast geschafft. Den Teig in zwei Portionen teilen. Beide Portionen separat ein letztes Mal falten. In zwei separate, bemehlte Schalen legen und abdecken.

Nach 2 Stunden eine flache Schale mit Wasser in den Backofen stellen, Blech rein, Ofen vorheizen auf 225 Grad.

Wenn die Temperatur erreicht ist: Heißes Blech aus dem Ofen holen, Mehl darauf streuen (Backpapier ist nicht notwendig), beide Teiglaibe nebeneinander mit etwas Abstand auf das Blech stürzen. Mit einer Teigkarte klappt das sehr gut. Die Oberfläche der Laibe einschneiden.

Wichtig: Jetzt nicht mehr kneten, sonst zerstörst du die in den letzten beiden Stunden entstandene Struktur, die deine Brote fluffig macht.

Das Blech möglichst schnell wieder in den Ofen schieben. Der Ofen heizt nun nach, um wieder auf 225 Grad zu kommen. Wenn die Temperatur erreicht ist, runterschalten auf 200 Grad, Tür geschlossen halten. Backzeit insgesamt 45 Minuten – Die Zeit läuft, sobald das Blech im Ofen ist.

Uuuund, hat’s geklappt?
Wie schmecken deine Brote?

Ich bin gespannt auf deinen Erfahrungsbericht!

Weiterführende Empfehlung

 Hefe und mehr: Lieblingsbrote selbstgebacken Brot backen: Ein Kurs für AnfängerWenn dir das Backen Spaß macht, empfehle ich dir die tolle Internetseite Hefe und mehr von Stefanie oder ihre Bücher Hefe und mehr: Lieblingsbrote selbst gebacken* oder Brot backen – Ein Kurs für Anfänger*.

Als ursprüngliches Rezept habe ich Brotbacken für Anfänger XIV: Das erste Sauerteigbrot verwendet und es dann immer mehr an unseren Geschmack, unseren Alltag und meine Routine angepasst.

Viel Freude beim Experimentieren, gutes Gelingen und bon appétit!

Eure Kerstin

 

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Einkochen in Überfluss-Zeiten

Gemüse, als Eintopf eingekocht

Einen großen Teil des Gemüses, das wir konsumieren, bekommen wir wöchentlich über eine Solidarische Landwirtschaft. Eine bestimmte Menge Gemüse ist also einfach immer “da” und möchte verarbeitet werden. Das ist gut, denn so konsumieren wir tatsächlich mehr Gemüse, als müssten wir es nach Bedarf einzeln im Laden kaufen.

Andererseits gibt es Phasen, da kommen wir nur schwer hinterher. Sinnvoll ist dann natürlich das Anlegen von Vorräten. Wenn auch nur in kleinem Umfang, so haben wir dennoch immer wieder Gemüse haltbar gemacht. Einfrieren geht nicht, denn die Tiefkühle haben wir mangels Nutzung und aus Energiespargründen vor einigen Jahren rausgeschmissen.

Eine weitere Methode zum Haltbarmachen ist das Einkochen. An Tagen, wo die Zeit zum Kochen fehlt, ist das super: Statt einer Konservendose öffnen wir ein Einweckglas, erhitzen den Inhalt und haben ein fertiges Essen auf dem Tisch.

Wichtig ist beim Einkochen aber, sich an einige Grundregeln zu halten, um keine Probleme mit sich öffnenden Gläsern und verdorbenem Glasinhalt zu bekommen. Wärmstens empfehle ich euch die facebook-Gruppe* “Einkochen wie zu Omas Zeiten“. In den zur Verfügung gestellten Dateien findet man alles, was man zum richtigen, also sicheren Einkochen wissen muss, inklusive diverser Rezepte für herzhafte Speisen mit und ohne Fleisch, Kuchen, Brot etc.

Das Beitragsbild hier zeigt einen eingemachten Gemüse-Eintopf. Aus den Infos in oben genannter Gruppe kannst du dir Anleitungen für eigene Vorräte zusammentragen. Viel Freude beim Ausprobieren!

Und was hat das nun mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nachhaltig wäre das Einkochen meiner Meinung nach nicht, wenn man sich überwiegend von Eingekochtem ernährt – Zu hoch ist der Energieverbrauch bei der Haltbarmachung, zu groß das Risiko von Nährstoffverlusten. Nachhaltig ist es aber dann, wenn ich durch gelegentlichen Verzehr von Eingemachtem an anderer Stelle keinen Schaden anrichte:

  • Ich spare mir Verpackungsmüll von Fertigprodukten, sei es die Konservendose Ravioli, die Tiefkühlpizza oder die Instant-Packung mit chinesischer Nudelsuppe.
  • Ich spare mir den Einkauf, den Verpackungsmüll, das Unterstützen konventionell erzeugter Produkte und die oft ungesunden Inhaltsstoffe von Auf-die-Hand-Snacks, sei es das Tomate-Mozzarella-Wrap aus der Cafeteria, der Burger vom Mäckes, der Obstsalat-to-Go vom Imbissstand oder das belegte Brötchen vom Industriebäcker.

Natürlich: Hier und da ein Snack auf die Hand, wenn’s lecker schmeckt und gut tut, darf das gerne mal sein! Schön ist es aber, Entscheidungsfreiheit zu haben. Ich KANN auch zuhause, und entscheide mich oft gerne dafür.

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* Hinweis der Admins: Die Dateien, Rezepte und Anleitungen stehen allen Interessierten zur Verfügung, jedoch nicht zur kommerziellen Nutzung.

Kompostierfähiges Spültuch selbst häkeln

Sisal, Häkelnadel, fast fertiger Spüllappen

Im Garten nutze ich gelegentlich Sisal, Schnur aus Naturfaser. Vorteil ist, dass diese einfach verrotten kann und ich mich nicht extra um die Entsorgung kümmern muss, wenn nicht mehr benötigt. Sisalschnur ist etwas rau beim Anfassen.

Warum nicht genau diese Eigenschaften – raue Oberfläche, Naturfaser, Kompostierbarkeit – für andere Zwecke nutzen? Für ein Spültuch sind das doch super Voraussetzungen. Überlegt. Umgesetzt.

Häkelnadel rausgezogen, zwanzig Minuten gehäkelt, fertig!

Das Tuch ist zirka 15 x 15 Zentimeter groß. Bei den ersten Spüleinsätzen färbte das Material etwas aus, was beim Geschirrspülen für mich jedoch keinen Nachteil bedeutete. Inzwischen war das Tuch mehrfach in der Waschmaschine, funktioniert nach wie vor top und ersetzt in unserem Haushalt die weit verbreiteten Spülschwämme aus – meist gelbem – Kunststoff.

Das Spültuch in Kombination mit dem selbst angesetzten Orangenreiniger aus nur 2 Zutaten lässt sich z.B. der Herd super reinigen.

Du kannst nicht häkeln? Kein Problem!

Häkel-Anfänger finden beispielsweise auf youtube viele gute (Topflappen-)Anleitungen. Oder, noch besser, einfach mal die Oma fragen! Eine Freundin strickt sich ihre Spültücher, das klappt genau so gut.

 

Kompostierbares Spültuch selbst häkeln - DIY öko Küche
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Vanillezucker – Vorratsglas statt Einzelpäckchen

Bourbon-Vanille, Zucker, Vorratsglas

Die Schachtel mit Backzutaten in unserem Küchenschrank ist mir ein Graus, wenn ich mir überlege, wie wenig Inhalt in wie viel Verpackung eingetütet ist. “Step by step reduzieren” lautet die Devise. Begonnen habe ich bei Vanillezucker.

Ich habe verwendet:

  • eine Vanilleschote, bio (Leider in einem Plastikröhrchen verpackt, aber es ist nur EINE Verpackung und es wird eine Menge Vanillezucker ergeben.)
  • 250g Zucker (in meinem Fall Bio-Rübenzucker aus Deutschland, im Papierbeutel)

Zucker in ein Vorratsglas geben. Die Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen. Den Inhalt der Schote auskratzen und auf den Zucker geben. Die ausgekratzte Schote ebenfalls ins Glas geben, Deckel schließen, alles kräftig durchschütteln.

Nach einigen Tagen Ziehzeit hat sich der Vanillegeschmack verteilt und du kannst den Zucker verwenden. Lecker als Zutat für das selbst gemachte Knuspermüsli, zum Kuchenbacken oder für Weihnachtsgebäck.

Lass es dir schmecken!

Plastikfrei zu leben fällt dir bei Backzutaten schwer? Reduziere step by step. Wie du beginnst, verrät dir LANA.

Knuspermüsli im Handumdrehen

Fehlt nur noch Flüssigkeit zum Müsli. Orangensaft, Milch, Sojadrink, Joghurt?

Ich verwende folgende Zutaten:

  • 400g Mehrkornflocken, bio, Papierverpackung
  • 100g Nüsse, Trockenobst, jeweils ganz oder zerkleinert nach Belieben
  • 75g Honig, Zucker, Zuckerrübensirup oder Ähnliches, meist bunt gemischt
  • 50g Butter
  • 50ml Wasser
  • 1 EL Nussmus nach Geschmack
  • 1 EL Vanillezucker aus unserem selbst angelegten Vorratsglas (keine Wegwerf-Einzeltütchen)
  • evtl. 1 EL Kakao-Pulver
  • evtl. 1 TL Zimt
  • 1 Prise Salz

Die trockenen Zutaten in einer breiten Schale vermischen.

Wasser, Butter, Süßungszutat/en und Nussmus in einem kleinen Topf bei kleinster Stufe unter Rühren erwärmen. Sobald sich eine flüssige, homgene Masse gebildet hat: Topfinhalt über die trockenen Zutaten gießen, beim Ausgießen direkt gut verteilen. Mit Salatbesteck oder zwei Esslöffeln sehr gut durchmengen, bis die Getreideflocken einheitlich benetzt erscheinen.

Backofen auf 200°C vorheizen, Flocken auf einem Blech verteilen und 10min backen. Blech rausnehmen, Flocken durchmischen, weitere 10min backen.

Ofen ausschalten, Hitze einige Sekunden entweichen lassen. Anschließend einen Holzlöffel in die Tür klemmen, damit sie gerade noch einen Spalt offen steht und die Restfeuchte entweichen kann. Im Ofen abkühlen lassen, in Vorratsglas füllen, fertig!

Variationen nach Belieben

Das Rezept lässt sich super variieren: Wie wäre es mit einem Mandel-Knuspermüsli? Gehackte und ganze Mandeln sowie Mandelmus verwenden. Schoko-Knuspermüsli gefällig? Kakao-Anteil erhöhen, statt Nussmus Schokolade zugeben. Frucht und Dinkel? Gleich 500g Flocken verwenden, eine Banane mit ein paar Datteln und Apfelsaft pürieren und zugeben.

Mut zur Improvisation!

Ins Knuspermüsli kannst du vielfältige Zutaten packen. Daher eignet es sich gut auch zur Resteverwertung. Im Schrank schlummert seit einiger Zeit z.B. eine angebrochene Packung Kokosflocken? Ein Glas Honig, das nicht leer werden möchte? Ein Restchen Obstsaft? Und so weiter. Alles potenzielle Ingredienzen für dein individuelles Knuspermüsli.

Bon’crunch!

 

 

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Orangenreiniger aus nur zwei Zutaten

aus Orangen wird Reiniger

Winter – die Zeit der Orangen. Aus den sonst auf dem Kompost landenden (Bio-)Orangenschalen lässt sich super einfach ein toller Reiniger zaubern.

Benötigte Zutaten:

  • (Bio-)Orangenschalen
  • Essig oder Essigessenz, ich nutze z.B. gerne Apfelessig

Orangenschalen in einem großen Glas sammeln, mit Essig aufgießen, verschließen und kräftig schütteln. Nach zwei bis drei Wochen, während derer ich immer wieder mal den Inhalt des Glases durch Schütteln bewege, ist das Projekt auch schon (fast) fertig.

Durch ein feines Sieb gießen, die Orangenschalen auf dem Kompost entsorgen und den fertigen Reiniger in einer gut verschlossenen Glasflasche zu den Putzsachen packen. Ich fülle einen Teil des Reinigers direkt in ein Glasfläschchen mit Pumpzerstäuber*, so ist es direkt einsatzbereit und lässt sich beispielsweise zum Herd-Säubern gleichmäßig verteilen.

Was kann der Reiniger?

Die Säure des Essigs wirkt super gegen Kalk. Bad- und Küchenfliesen strahlen wieder, Waschbecken und Toilette ebenfalls. Vorsicht mit den Badarmaturen: Generell kann Essig die Oberfläche der Armaturen angreifen, also an diesen Stellen nur kurz drüberwischen.

Der Wasserkocher ist mit Kalk verkrustet? Etwas Wasser rein, einen ordentlichen Schuss Orangenreiniger dazu, aufkochen, einwirken lassen, ausspülen – voilà.

Auch zum Ablösen von Etiketten ist der Reiniger geeignet – Und diese Arbeit fällt ja beim Versuch, plastikfrei und nachhaltig zu leben, öfters mal an, stimmt’s? Auf eine möglichst lange Einweichdauer achten, also gut einsprühen, abwarten, dann erst abrubbeln.

Die Inhaltsstoffe, die aus den Orangenschalen in den Essig übergegangen sind, sind wirksam gegen Fett und Gerüche. Im Test bei mir zuhause: Unser Besuch hat “Fleischküchle” (Frikadellen) auf dem Herd gebraten. Fettspritzer, Fettfilm inklusive Geruch ließen sich durch Einsprühen mit Orangenreiniger, feuchtem Abwischen und trockenem Nachwischen problem- und restlos entfernen.

 

Was sind deine Erfahrungen?
Welchen Einsatz findet der Reiniger bei dir?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!
Sonnige Grüße sendet Kerstin

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* Erhältlich beispielsweise bei glas-artikel.de für knapp 2€.

 

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Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen

Sprühflaschen zur Nasenbefeuchtung

In der Schnupfenzeit ist uns Nasenspray ein häufiger und hilfreicher Begleiter. Die kleinen 20ml-Fläschchen aus dem Drogeriemarkt sind jedoch oft vollständig aus Plastik, die Verpackung aus Plastik und Karton – Immer wieder aufs Neue landet das alles im Müll. Muss das sein? In der Apotheke gibt es immerhin Sprays in Glasfläschen, verpackt in Karton, diese finde ich jedoch ziemlich teuer.

Selbst gemixtes Nasenspray im Glasfläschchen

Dabei ist es so leicht, eine Meersalz-Lösung selbst herzustellen! Für jedes Familienmitglied haben wir inzwischen ein mit Namen markiertes Fläschchen* zuhause stehen, 30ml, Glaskörper, lediglich der Sprühkopf ist aus Kunststoff. Es ist nachfüllbar und das Fassungsvermögen ist etwas größer als bei den gekauften Sprays. Es entsteht wesentlich weniger Müll und ist gleichzeitig preislich unschlagbar.

Bei Bedenken aus hygienischen Gründen kann man sich von Zeit zu Zeit einen neuen Sprühaufsatz besorgen. Der Glaskörper lässt sich mit kochendem Wasser sterilisieren.

Ich verwende:

  • abgekochtes Wasser
  • Meersalz ohne Zusätze wie z.B. Rieselhilfen, Jod oder Ähnliches

 

Zubereitung einer isotonen oder hypertonen Lösung

Die übliche Mischung aus Wasser und Salz ist isoton, entspricht unserer Schleimhaut und brennt normalerweise nicht. Isotone Lösungen besitzen einen 0,09-prozentigen Salzgehalt. Hierfür mischst du 100ml am besten noch warmes Wasser mit 0,9g Salz. Oder, wer auf Nummer Sicher gehen möchte und keine feinempfindliche Waage hat, verwendet 1l Wasser mit 9g Salz.

Wenn’s im Akutfall etwas kräftiger sein und das Spray die Schleimhaut zum Abschwellen anregen soll, mische ich eine zirka 2-prozentige Lösung (hyperton). Auf 100ml Wasser kommen also 2g Salz.

Natürlich ersetzt ein selbstgemachtes Nasenspray nicht den Gang zum Arzt, wenn man krank ist.

Lust auf eine weitere Idee mit nur zwei Zutaten? Probiere die Haarwäsche mit Roggenmehl – Ich liebe sie.

 

Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen, DIY, öko

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* Erhältlich beispielsweise bei glas-artikel.de für knapp 2,50€.

Hautcreme aus vorhandenen Zutaten

verschiedene Zutaten für Creme

Der Winter hat mir an den Händen sehr trockene Haut beschert, einfach mit Olivenöl einreiben half nicht, eine geeignete Creme hatten wir nicht im Haus.

Aus vorhandenen Ressourcen schöpfen

Gerne nutze ich – wie in der Permakultur gelernt – vorhandene Ressourcen. Daher habe ich zusammengeholt, was wir an geeigneten Ingredienzen für eine selbstgemachte Creme zuhause haben:

  • Olivenöl, kaltgepresst und bio, Glasflasche
  • Bienenwachs in Demeter-Qualität, ohne Verpackung erhalten
  • ein angebrochenes Döschen Wollfett, leider im Plastiktiegel
  • Honig, ebenfalls Demeter-Qualität, Glasbehälter
  • Propolis-Lösung, Glasfläschchen

Ergänzt habe ich:

  • Aloe-Vera-Saft, bio, Glasflasche

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, habe ich ein Rezept abgewandelt, das eigentlich etwas andere Zutaten hatte, also ein anderes Öl und nur destilliertes Wasser oder Rosenöl, stattdessen nehme ich Aloe-Vera-Saft, da dieser als feuchtigkeitsspendend gilt. Ich habe verwendet:

  • 130 ml Olivenöl
  • 18 g Bienenwachs
  • 50 g Wollfett
  • 7 g Honig
  • 120 ml Aloe-Vera-Saft
  • 3 Tropfen Propolis-Lösung

 

Schritte der Zubereitung

Olivenöl mit Bienenwachs und Wollfett bei niedrigster Stufe in einem Topf erwärmen und immer wieder rühren, bis das Wachs geschmolzen ist. Zu hohe Temperaturen zerstören wertvolle Inhaltsstoffe der Zutaten!

Topf vom Herd nehmen, Propolis eintropfen und Honig einrühren, bis er sich aufgelöst hat.

Aloe-Vera-Saft schluckweise zugießen und gleichzeitig kräftig rühren. Alles mit dem Schneebesen ordentlich rühren, rühren, rühren – Damit sich Wasser, Fett und Öl gut vermischen und die Creme später kein Wasser absondert, während sie im Glas auf Nutzung wartet. Nach zirka zwei Minuten Rührzeit ist die Creme –

Fertig!

In mehrere kleine Gläser verteilen und gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Viel Freude damit!

 

Die verwendeten Zutaten von links nach rechts: Aloe-Vera-Saft, Olivenöl, Bienenwachs, Wollfett, Propolis, Honig.
Aus der angegebenen Menge erhalte ich vier zirka halb volle 200g-Schraubgläser.

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Danke an Anja Steiner für folgenden Hinweis: Eine längere Lagerung der Creme ist möglich, wenn der verwendete Saft konserviert ist.

Weitere Ideen fürs Badezimmer? Schonmal Roggenmehl zur Haarwäsche verwendet? Daumen hoch, kann ich nur sagen 🙂

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Roggenmehl statt Shampoo

Mehl, Roggenmehl, Wasser

Man nehme ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl, je nach Haarlänge, mische es mit etwas Wasser zu Brei, und fertig ist ein großartiger Shampoo-Ersatz.

Lebensmittel zur Körperpflege?

Es erschreckt dich, ein Lebensmittel zur Körperpflege zu benutzen? Das kann ich verstehen. Was für eine Verschwendung! Wenn man allerdings genauer hinschaut, tust du der Welt damit etwas Gutes:

  • Du erzeugst keinen Plastikmüll, denn Shampoo-Flaschen entfallen und Mehl wird meist in Papiertüten verkauft.
  • Du entlastest die Klärwerke. Die dort tätigen Bakterien kommen mit organischem Material, also dem von dir in den Abfluss gespülten Roggenmehl, viel besser klar als mit vielen Bestandteilen eines normalen Shampoos.
  • Du sparst Energie, die für die Produktion der unterschiedlichen Shampoo-Inhaltsstoffe, der Shampoo-Verpackung, Transport und Verkauf benötigt werden. Ein Teil davon wird natürlich auch zur Roggenmehl-Produktion benötigt. Aufgrund des weniger komplexen Herstellungsprozesses und der sich verringernden Waschabstände bei Roggenmehl-Wäsche dürfte die Bilanz jedoch für Roggenmehl sprechen.
  • Bei Verwendung eines bio-zertifizierten Mehls förderst du eine Landwirtschaft, die ohne Pestizide auskommt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Vielleicht interessiert dich unser Interview mit Sabine zum Thema “NoPoo”? Sie zeigt eine weitere Alternative zum normalen Shampoo aus der Plastikflasche: Sie nutzt Haarseife, die man stückweise, also lose kaufen kann, und ist damit sehr zufrieden.