Die 5 nachhaltigsten Geschenkideen für Weihnachten

Du bist auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für deine Lieben? Lass dich inspirieren von diesen Vorschlägen für mehr Nachhaltigkeit unterm Christbaum.

Nichts schenken – nach Absprache

Schenken ist etwas Schönes. Schenken tut der Seele gut – sowohl beim Schenkenden als auch beim Beschenkten. Beschenkt zu werden ist spannend und fühlt sich durchaus wunderbar an.

Die Schenkerei kann aber auch zu viel werden:

  • Wenn das ungeschriebene Gesetz gilt, dass jede/r jeder/jedem etwas zu schenken hat.
  • Wenn man kurz vor Heiligabend noch immer ohne passende Idee für Person XY dasteht.
  • Wenn vor lauter “Ich muss noch Dies besorgen und Jenes vorbereiten” die Weihnachtszeit nicht ruhig und gemütlich sein kann, sondern hektisch und stressig wird.

Überlege dir daher, wen du wirklich beschenken möchtest.

Gehe die Liste an Personen durch, für die du nach guten Ideen suchst. Was würde passieren, wenn du dem Großteil dieser Leute vorschlägst, dass ihr euch dieses Jahr nichts zu Weihnachten schenkt?

Möglicherweise geht es auch deinem Gegenüber so wie dir – einfach keine passende Geschenkidee im Kopf.  Schenkt euch die gegenseitige Erleichterung, dass ihr euch einfach nichts schenkt.

  • Ihr profitiert beide durch weniger Vorweihnachtsstress.
  • Nebenbei ladet ihr euch keine Konsum-Ausgaben auf euer Ökobilanz-Konto,
  • ihr benötigt weder Zeit noch Energie (Kraftstoff) für Fahrten zum Laden oder für Online-Bestellungen, und
  • es fällt kein Verpackungsmüll an (Jää, plastikfrei!).

Minimalismus kann durchaus befreien, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Sich gemeinsame Zeit schenken

Mit dem vorigen Schritt hat sich die Liste der zu Beschenkenden möglicherweise schon drastisch reduziert. Glückwunsch!

Bestimmt ist dir aufgefallen, dass sich bei einigen Personen die Idee vom Nichts-Schenken einfach falsch anfühlt. Denn du magst diese Menschen so gerne! Leider fehlt dir die perfekte (Sachen-)Geschenkidee oder möchtest du keine Dinge verschenken?

Schlage diesen Freunden oder Familienmitgliedern vor, dass ihr euch in diesem Jahr keine Sachgeschenke macht, sondern Zeit miteinander verbringt. Wie wäre es, sich einfach auf einen Glühwein am Weihnachtsmarkt zu verabreden? Oder zum gemeinsamen Plätzchenbacken zuhause? Oder auf einen Waldspaziergang?

Was uns bei dieser Gruppe von Menschen oft fehlt, ist gemeinsam verbrachte Zeit.

Nutzen wir die Besinnlichkeit der Dezembertage, um uns auf die Lieben zu besinnen: Wir wünschen uns eine gute Zeit mit ihnen, also nehmen wir sie uns! Den Shopping- und Vorbereitungs-Rush lassen wir in diesem Fall einfach mal aus.

Gemeinsam verbrachte Zeit lässt sich auch als Geschenk am Heiligabend verpacken. Wenn du also keine “Wir schenken uns keine Sachen”-Absprache im Vorhinein treffen willst, schaue bei Zeit statt Zeug vorbei und lass dich inspirieren. Dann stehst du nicht mit leeren Händen da, sondern kannst dein Bedürfnis nach Schenken befriedigen.

Wichteln: ein richtig tolles Geschenk für eine Person

Seit einigen Jahren wird in unserer Familie gewichtelt. Sprich: Irgendwann im Herbst schreiben wir unsere Namen auf Zettelchen und jede/r darf einen Zettel ziehen. Mit dabei sind die Uroma, die Großeltern, zwei Eltern-Pärchen und ein Single-Bruder, dazu inzwischen sogar die beiden ältesten Töchter mit neun und acht Jahren. Das macht zehn Personen.

Mit dieser Entscheidung haben wir uns Weihnachten zurückerobert: Es ist schön, sich die Zeit zu nehmen, über ein richtig tolles Geschenk nachzudenken. Was kommt wohl gut an? Oder vielmehr geht es darum, sich die Zeit für einen Menschen zu nehmen. Was beschäftigt die Person aktuell? Braucht er oder sie Unterstützung bei Irgendetwas? Womit kann ich ihm oder ihr etwas Gutes tun? Was wäre witzig, was bereitet Freude?

Der gute, alte Geschenkgutschein

Ich bin unsicher: Sind Gutscheine aus der Mode gekommen? Weil sie allzu oft verfallen? Weil ein ToDo dranhängt?

Bei akuter Ideenlosigkeit halte ich den Geschenkgutschein für ein super Format – Wenn man auf die ersten beiden Vorschläge (s.o.) nicht zurückgreifen möchte. Denn:

  • Du wählst aus, für welchen Zweck oder bei welcher Firma der Gutschein gültig ist. Vom Brunch im Bio-Restaurant bis zum Einkauf im Öko-Klamotten-Onlineshop ist Vieles denkbar, was auch Menschen gefällt, die bisher kaum auf nachhaltigen Konsum Wert legten und eher konventionell unterwegs sind. Überrasche sie positiv!
  • Es muss nichts produziert, transportiert und verpackt werden, das dem Beschenkten möglicherweise gar nicht gefällt. Damit vermeidet man sowohl Müll und überflüssigen Energieverbrauch als auch schlechte Laune.

Wie wäre es mit einem Gutschein bei ArmedAngels* für öko und faire Kleidung? Wir kaufen hier selbst gerne ein.

Oder du regst die Freundin, die noch immer den alten Atomstrom-Tarif nutzt, aber doch irgendwie “öko” ist, zum Wechsel auf echt grünen Strom an? Ökostrom von Greenpeace Energy* ist eine saubere Sache. Der Grundpreis von 8,90€ pro Monat mal X lässt sich toll als Gutschein darstellen. Geschenk-Bonus: Du übernimmst soweit möglich den Papierkram?

Clevere Kombinationen

Zu Weihnachten gehört ein ordentliches Päckchen in Geschenkpapier mit Schleife, Bändel und Namensschildchen! Findest du das auch? Dann verbinde das klassische Auspacken mit dem Schenken gemeinsamer Zeit oder schau dir die konkreten Buch- und Sachideen weiter unten an.

Vorteil einer cleveren Kombi ist, dass es ein Geschenk zum Anfassen und Auspacken gibt, du also nicht mit leeren Händen dastehst. Du kannst hochwertige Produkte auswählen und auch bei der Geschenkverpackung auf Nachhaltigkeit achten. Ein wichtiger Teil des Geschenks kommt erst noch – nämlich in Form der gemeinsamen Zeit. Beispiel gefällig?

Deine Schwester träumt vom Minimalisieren und Leichterwerden, kommt im Familienalltag aber nicht in die Pötte. Schenke ihr

  1. das momentan so gehypte Buch Magic Cleaning* von der Japanerin Marie Kondo (Jäi, auspacken!),
  2. ein großes Glas ihrer Lieblingssüßigkeiten (bio! und Jäi, nochmal auspacken!) als Nervennahrung für
  3. einen gemeinsamen Ausmist-Tag (Datum direkt vereinbaren).

Geschenke solcher Art sind natürlich keine Kleinigkeit. Achte darauf, dich selbst nicht zu überfordern, sonst fällt das ganze Projekt möglicherweise ins Wasser. Wie oben beschrieben ist das Schenken gemeinsamer Zeit vor allem für die Personen geeignet, die dir wirklich, wirklich wichtig sind.

Bücher, Sachen, Kleinigkeiten aus der Nachhaltigkeitsecke

Neben den erwähnten Ideen beim Thema Der gute, alte Geschenkgutschein hier eine kleine Auswahl an konkreten Sachgeschenken:

Als Geschenk für werdende oder frisch gebackene Eltern empfehle ich wärmstens Artgerecht – Das andere Baby-Buch* von Nicola Schmidt. Ein Werk, das nicht nur Hintergründe erklärt, sondern für Gelassenheit sorgt. Warum nachhaltig? Weil es beispiesweise darin bestärkt, sich der sonst üblichen Materialschlacht zu entziehen – Baby und Eltern brauchen für ihr Glück wirklich nicht viele Dinge! Hätte ich mich für die Schwangerschaft mit, Geburt und erstes Lebensjahr von unserer zweiten Tochter für ein einziges Buch entscheiden müssen, wäre es ziemlich sicher dieses hier geworden.

Eine Bambus-Zahnbürste (gibt’s in Unverpacktläden, manchen Bioläden und bei dm) und ein Döschen selbstgemachter Kurkuma-Zahnpasta zum Beispiel für den dynamischen Junggesellen, der mit leichtem Gepäck reist und sonst nix braucht.

Alle reden von Bienen und Honig, aber nur wenige gucken genau hin. Bienen zu halten an sich ist nicht per se nachhaltig! Bildet euch eure Meinung über “gute” Bienenhaltung bei der Imkerei Summtgart und verschenkt ein Honig-Abo oder ein kleines Schnupper-Päckchen.

Für Kids im Kleinkindalter: Der Affenzahn Kinderrucksack* aus Bio-Baumwolle. Warum nachhaltig? Weil zum Beispiel auf den Plantagen für Bio-Baumwolle keine Pestizide ausgebracht werden. Robuste Verarbeitung, Reflektor-Augen, süßes Design. Wir haben diesen Rucksack Ende 2016 verschenkt an die kleine Nichte. Sie nutzt den Monster-Freund oft und gerne, darum empfehle ich ihn euch mit Freude weiter.

Die Vesperdose LunchBots aus Edelstahl* (nicht nur) fürs Schulkind. Wir haben lange ausprobiert, welche Dose unserer Großen für den Schulalltag am besten taugt. Mit dieser hier sind wir im Herbst 2016 endlich fündig geworden und seitdem super zufrieden. Warum nachhaltig? Die Dose ist super robust, daher kann man von einer sehr langen Nutzungsdauer ausgehen.

Das Buch Besser leben ohne Plastik* für motivierte Ausprobierer und Weltverbesserer. Eignet sich auch toll als clevere Kombi – einfach reinblättern, inspirieren lassen, zusammen umsetzen.


weitere Tipps

Von meiner guten Freundin Fanny: “ Darf ich ergänzen? Spenden statt schenken. Es gibt viele Organisationen, die eine Geschenkurkunde ausstellen, so dass man sogar trotzdem was in der Hand hat. z.B. https://www.regenwald.org/spende/urkunden oder auch bei Ärzte ohne Grenzen.” Eine gute Idee, denn viele von uns Erwachsenen finden ja, dass sie alles haben, was sie brauchen. Probiert’s aus und informiert euer Umfeld darüber, dass ihr euch statt Geschenke über eine Spende an Organisation XY freuen würdet. Vielleicht zieht direkt jemand mit und ihr schenkt euch gegenseitig eine Spende an eine bestimmte Organisation? Fanny hat bereits zwei mögliche Organisationen genannt. Hier eine dritte: Mein Freund bat dieses Jahr zum Geburtstag um eine Spende an die aus Myanmar nach Bangladesh Flüchtenden, und zwar über das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen.

Was sind deine Weihnachtsgeschenke-Highlights der letzten Jahre? Wie nachhaltig darf’s deiner Meinung nach denn sein am Fest der Liebe?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Winterliche Grüße,
eure Kerstin

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Foto: „christmas holly fir tree decoration“ von Markus Spiske, CC BY 2.0

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative zu Amazon. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

So wird dein Kleiderschrank nachhaltig

Es wird Zeit: Mach deinen Kleiderschrank nachhaltig. Entscheide dich jetzt für eine Garderobe, die du liebst und die okay ist für die (Um)Welt.

Du gewinnst dadurch Zufriedenheit und ein gutes Gewissen, spürst ein Glücksgefühl beim täglichen Ankleiden, und verbesserst nebenbei deine Ökobilanz.

Jedoch, sei gewarnt, das funktioniert nicht über Nacht. Los geht’s in vier Schritten:

  1. Ausmisten
  2. Besinnen
  3. Garderobe ergänzen
  4. Garderobe klar halten

Und warum verbessert das Ganze nun meine Ökobilanz?

Viel Spaß beim Weiterentwickeln deines Kleiderschranks!

Ausmisten

Gib Ressourcen frei. Kleidung, Schuhe und Accessoires, die du nicht oder nicht gern benutzt, könnten anderswo ein sinnvolleres Dasein finden. Ich meine:

  1. Kleidung ist viel zu schade, als dass sie ungenutzt in Schränken oder an Garderoben im Dornröschenschlaf versteckt sein sollte.
  2. Unsere Wohnräume sind viel zu schade, als dass wir sie mit Dingen blockieren sollten, die wir entweder nicht mögen oder einfach nicht nutzen.

Am besten hilft ein Befreiungsschlag à la Kondo* : Alle Kleidungsstücke zusammentragen (ALLE!) und einzeln in die Hand nehmen. Stück für Stück. Dabei wirst du spüren, was los ist mit jedem Einzelteil. Das Eine bleibt, das Andere möchte anderswo eine neue Nutzung finden, das Nächste wird vielleicht entsorgt.

Bei mir sah das so aus – und auf dem Foto ist noch längst nicht alles zu sehen…

Mir half beim Aussortieren vor allem der Gedanke, dass ich auf dem Weg bin zu einer Garderobe, die mich glücklich macht  🙂

  • Weg mit allem, was negativ assoziiert ist.
  • Weg mit allem, was dir maximal ein Schulterzucken entlockt – Es sei denn, es ist die letzte noch übrige lange Hose.

Sonderfall: Kleidungsstücke, die du nicht trägst, an denen aber wunderschöne Erinnerungen hängen. Und die deshalb einfach (noch) nicht weg können. Gibt’s die bei dir auch? Im Kleiderschrank haben diese Teile -finde ich- nichts zu suchen. Ich habe meine daher in eine separate, kleine Erinnerungskiste gepackt.

Ideen, wie du deine aussortierten Teile los wirst, ohne damit den Restmüll zu belasten, findest du in meinem Beitrag So wirst du deinen Kram los: 13 Alternativen zur Mülltonne.

Besinnen

Durchsortiert? Super, herzlichen Glückwunsch!!

Das Wiedereinräumen deines Schranks fällt dir jetzt sicher leicht. Genieße die Klarheit in vollen Zügen – yes.

Das ist wichtig, um die Klarheit auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können. Beim nächsten Durchstöbern des Secondhand-Stores, des öko Versand-Katalogs oder des OnlineShops mit öko-fairer Kleidung sollte in deinem Gehirn von ganz allein ein PopUp-Fenster erscheinen mit deiner frisch überarbeiteten, sich leicht anfühlenden Kleidungsauswahl.

Vielleicht nutzt du die Gelegenheit und schaust dir etwas genauer an, was du nun noch besitzt.

  • Welche Farben sind da?
  • Ist die Auswahl eher monochrom, bunt, gemustert?
  • Welche Stoffarten siehst und fühlst du?
  • Welcher Style ist zu erkennen?

Und ganz wichtig: Fehlt etwas? Muss die Auswahl vervollständigt werden? Möchtest du dich in eine bestimmte Richtung entwickeln (abgesehen vom Aspekt “öko & fair”)?

Vielleicht bringt dir die Beschäftigung mit der momentan ziemlich gehypten Capsule Wardrobe für deine zukünftige Garderobe noch einige tolle, neue Gedanken. Empfehlen kann ich dafür un-fancy.com, von hier stammt auch folgendes Zitat:

What is a capsule? […] It’s a mini wardrobe made up of really versatile pieces that you LOVE to wear.

Ehrlich gesagt, ist meiner Erfahrung nach mit dem Aussortieren schon das Allermeiste geschafft.

Garderobe ergänzen

Nach dem Ausmisten und Besinnen kommt er ganz bestimmt irgendwann wieder, der Punkt, an dem du dir neue Kleidungsstücke ins Haus holen möchtest. Ich schreibe nicht einfach “kaufen möchtest”, denn das begrenzt deine Möglichkeiten auf ein nicht-okayes Maß.

NICHT NEU

Gibt es Kleidung, die anderswo Schränke verstopft, aber für dich perfekt wäre? Über SecondHand-Läden, Tausch-Veranstaltungen mit Freunden oder öffentlich, über Kleiderkreisel, entsprechende Facebook-Gruppen oder oder oder hast du gute Chancen fündig zu werden. Und gibst als Bonus weniger Geld aus als bei einem Neu-Kauf.

Gehe den Weg rückwärts: Wie bist du deine nicht mehr benötigten Kleidungsstücke losgeworden? Hast du vielleicht Familie oder Freunde beschenkt? Über eBay-Kleinanzeigen oder über einen SecondHand-Laden in deiner Stadt verkauft? Finde weitere Ideen im Artikel So wirst du deinen Kram los.

Veranstalte deine eigene Tauschparty mit Freunden mit ähnlicher Konfektionsgröße. Vorteil: Viele deiner Freunde bewegen sich in einem ähnlichen “Milieu” wie du selbst, sodass auch die Art der Kleidung nicht allzuweit auseinanderliegt. Hippie, Business, SuperChic – Jedem das Seine.

Sei kreativ! Da draußen schlummern Unmengen an ungenutzter Kleidung. Vielen Leuten geht es ähnlich wie dir. Man muss nur irgendwie zusammenfinden. “Vorhandene Potenziale nutzen” – Eine Weisheit, die mir in der Permakultur vor vielen Jahren erstmals begegnete.

NEU

Achte beim Einkauf neuer Kleidung auf anerkannte Zertifizierung. Mir ist das GOTS-Siegel am liebsten. Baumwolle sollte im Etikett mit kbA (kontrolliert biologischer Anbau) und Schurwolle mit kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung) gekennzeichnet sein.

Viele Kleidungsstücke sind ganz oder teilweise synthetisch. Auch in der Kleidungsbranche spielt Plastik eine große Rolle! Und oft merkt man’s erst beim Blick auf das Etikett.

Das Problem:

  • Einerseits verlieren die Kleidungsstücke bei jedem Waschgang feinste Fasern, die mit dem Abwasser in die Welt gelangen und sich fröhlich überall hin verteilen.
  • Andererseits müssen die Kleidungsstücke irgendwann entsorgt werden. Was geschieht dann mit dem Plastik?

Wie toll wäre es, ausrangierte Kleidung guten Gewissens einfach auf den Kompost werfen zu können?

Ganz besonders nervig finde ich Mischfasern. Die gute, alte Stricksocke von Oma zum Beispiel: mit Liebe gefertigt aus Sockenwolle. Ja, Wolle. Nur leider verbirgt sich dahinter meist eine Mischung aus Schafswolle und einer Synthetikfaser auf Erdölbasis, wie Polyester oder Polyamid. Was geschieht damit, wenn die Socken irgendwann durch sind?

Reine Ansagen sind mir da lieber: Omas Socken aus reiner Schafswolle zum Beispiel – natürlich kbT. Und jetzt zurück zum Thema – Wie du deinen Kleiderschrank nachhaltig machst.

Bezugsquellen und Hersteller von Kleidung, die ich aus eigener Erfahrung kenne und empfehlen kann, trage ich laufend in meinen Empfehlungen + Ressourcen zusammen.

Online findet man inzwischen sehr viel Öko-Ware.

Wem die Online-Bestellerei auf die Nerven geht und lieber direkt anfasst und anprobiert, was man später am Leib trägt, findet in der eigenen oder nächstgrößeren Stadt möglicherweise entsprechende Läden.

Neben den Läden mit Nur-Öko-Sortiment gibt es auch viele Läden, deren Sortiment zumindest teilweise aus ökozertifizierter Ware besteht. Diese findet man, indem man online nach Herstellern von Öko-Kleidung sucht, die einem gefällt, und dort telefonisch oder per Mail anfragt, wo in der Nähe des eigenen Wohnorts deren Kleidung zu kaufen ist.

Abschließend kompakt zusammengefasst:

  • Etikett prüfen: Steht da kbA oder kbT und das GOTS-Zeichen?
  • Ist das Kleidungsstück langlebig?
  • Vermeide synthetische Gewebe auf Erdölbasis.
  • Vermeide Mischgewebe mit Synthetikanteil.
  • Mach dich auf die Suche nach Anbietern, die Klamotten DEINES Styles “in öko” anbieten.

Weitere Hinweise findest du in meinem Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst und in Empfehlungen + Ressourcen.

Garderobe klar halten

Es ist einfacher, wenige Dinge gut zu pflegen, als viele gleichzeitig.

Blick in den Kleiderschrank
Bei mir sieht es derweil so aus: Im Schrank eine Reihe wie auf dem Foto, schwarze Socken lose, eine Box mit Strumpfhosen, Leggins, warmen Socken, separat Unterwäsche. Auf Kleiderbügeln an einer frei hängenden Stange außerdem Jacken, einige Oberteile und aktuell genutzte, aber noch nicht waschreife Kleidungsstücke.

Der Besitz von nur wenigen Dingen verhindert, dass man den Überblick verliert. Es verhindert außerdem, dass sich beim Einen Ressourcen anstauen, die beim Anderen besser oder überhaupt genutzt werden könnten.

Bleib im Fluss: Lass los, was du nicht brauchst.
Für einen klaren Blick auf das wirklich Wichtige.

Marie Kondo: Magic Cleanding. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändertMir war und ist Marie Kondos Buch* eine sehr große Hilfe. Ganz besonders die wiederkehrende Frage: Macht mich das glücklich? Wenn nicht, kann’s weg. Wie radikal man das am Ende durchzieht, ist vermutlich eine Frage der Persönlichkeit und Lebenssituation. Ich bin gespannt auf deine Erfahrung!

Und warum verbessert das Ganze nun meine Ökobilanz?

  • Du hast schlafende Ressourcen wieder in Umlauf gebracht, indem du dich von nicht mehr genutzten oder ungeliebten Kleidungsstücken getrennt hast.
  • Du kurbelst mit dem Neukauf von ökozertifizierten Kleidungsstücken eine Art der Landwirtschaft an, die zu vertreten ist: pestizidfrei, tierfreundlicher, sozialer etc.
  • Du kaufst gezielter ein und vermeidest damit unnötige Warenproduktion, indem du an der Stellschraube Nachfrage/Angebot drehst.

Wie gehst du mit dem Thema nachhaltiger Kleiderschrank um? Was sind deine Erfahrungen? Kommentiere gerne deine Tipps!

Sonnige Grüße,
eure Kerstin

 

Entscheide dich jetzt für eine Garderobe, die du liebst und die okay ist für die (Um)Welt. LANA - Laboratorium für Nachhaltigkeit
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Mach deinen Kleiderschrank nachhaltig!

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative zu Amazon. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

So wirst du deinen Kram los: 13 Alternativen zur Mülltonne

Dinge zu verschenken vor dem Haus

Der Minimalismus greift um sich – die neue Leichtigkeit. Hat’s dich auch erwischt? Wer ausmistet, gibt schlummernde Ressourcen frei. Ein ultra wichtiger Schritt auf dem Weg in ein nachhaltiges Leben.

Seit über einem Jahr arbeite ich an der Idee, unseren Haushalt auf Lieblingsdinge und wirklich Notwendiges zu reduzieren.

Zwar bin ich nicht zur Hardcore-Minimalistin geworden und habe mich auch nicht von 90 Prozent meiner Besitztümer getrennt. Aber:

Wie frei und licht unsere Wohnung und das Gartenhaus sein können, verblüfft mich immer wieder aufs Neue.

Sich von Besitztümern zu befreien heißt, sie zu entsorgen, sich zu ent-sorgen, sich der Sorge um sie zu entledigen. Gleich nach dem Ausmisten stellt sich jedoch eine neue Frage:

Wohin mit dem ganzen Zeug?

Kram loszuwerden ist nachhaltig, weil du Ressourcen freigibst. Wohin damit? 13 Wege.
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Wegschmeissen vs. weitergeben

Wegschmeißen ist einem ja oft zu schade, auch wenn Ausmist-Guru Marie Kondo in ihrem Bestseller Magic Cleaning* dafür plädiert.

Gut so! Denn Vieles kann -von anderen Menschen, in anderen Haushalten- weiter genutzt werden. Das bedeutet mehr Nachhaltigkeit sowohl im eigenen Leben als auch im Leben des Weiternutzers.

Die Nachfrage nach neu produzierten Gegenständen sinkt, wir sparen uns die dafür notwendige Energie und Ressourcen.

Es fällt kein Müll an und es muss keine Energie dafür aufgebracht werden.

Wie bringe ich nun meine Sachen an den Mann/ an die Frau? Hilfreich sind folgende Fragen vorab:

  • Will ich verschenken oder verkaufen?
  • Welchen Aufwand möchte ich betreiben?
  • Möchte ich bzw. ist es mir möglich, die Dinge irgendwo hin zu bringen?
  • Innerhalb welcher Zeit möchte ich den Kram loswerden? Setze ich mir eine Frist?

Mein großer Favorit ist das Vor’s-Haus-Stellen mit einem Schildchen “zu verschenken” dabei.

Welche unterschiedlichen Möglichkeiten ich getestet oder entdeckt habe, findest du nachfolgend:


Dinge verschenken

“zu verschenken” vor’s Haus

Das ist wohl die einfachste Lösung. Hier in der Stadt funktioniert das wunderbar. Wir erleichtern uns gerne auf diese Art, weil’s so schnell geht. Sachen vor dem Haus bereitstellen, “zu verschenken”-Zettelchen dazu, fertig.

Wichtig: Keinen Ramsch-Laden draus entstehen lassen, Übriges (inkl. Zettel) nach einem Tag wegräumen.

Dinge zu verschenken vor dem Haus
Ein paar Dinge zu verschenken vor dem Haus. Bis auf den Kalender hinten links und zwei Kleinigkeiten wurde alles von Passanten mitgenommen. Quasi keine Arbeit, fast alles in neuen Händen: Mission erfüllt.

Ein gewisser Passantenstrom ist natürlich Voraussetzung, damit diese Variante funktioniert. In der Stadt ist das normalerweise kein Problem.

“Free your Stuff”-Gruppen online

Über Facebook-Gruppen wie “Free your stuff Stuttgart oder “Fairteiler Stuttgart” geht’s auch super easy, alles Erdenkliche loszuwerden (sogar eine angebrochene Packung Stevia-Süßungszusatz hat jemand bei mir abgeholt).

Foto machen, in der Gruppe posten, auf Abholung warten, fertig.

Tipp: Nicht immer wieder Einzelnes einstellen, sondern auf einen Schlag Vieles. Abholzeiten bündeln! Sonst bist du ständig am Texten und Abwarten, wann wer zum Abholen kommt, das kann schnell nerven.

Fairkauf

Secondhand-Kaufhäuser gibt es in größeren Städten meist mehrere. Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen, in Stuttgart-Feuerbach gibt’s zum Beispiel den Fairkauf. Man findet diese “Kaufhäuser” über die Betreiber, häufig Caritas oder Diakonie.

Man spendet die Ware ans Kaufhaus, dort wird alles gesichtet, ggf. aufbereitet, und für wenig Geld weiterverkauft.

Es handelt sich häufig um Sozialunternehmen, bei denen Menschen angestellt werden, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine oder kaum Chancen haben.

Vorteil 1: Es wird alles Mögliche angenommen, man kann also auch unsortierte Kartons mit noch brauchbaren Sachen abgeben.

Größere Mengen an Sachen kann man häufig sogar abholen lassen.

Achtung: Sachen abgeben kann man während der Öffnungszeiten. Der Fairkauf in Stuttgart hat allerdings SAMSTAGS geschlossen. Sachen einfach abstellen sollte man nicht.

Einrichtungen für Obdachlose

Spenden kann man auch an Einrichtungen für Obdachlose. Die Wärmestube der eva in Stuttgart-Mitte ist ein Beispiel, auch unter “Suppenküchen” wird man online fündig.

Tipp: Einfach mal anrufen, was benötigt wird.

Einrichtungen und Freundeskreise für Flüchtlinge

Wie beim Punkt zuvor: Am besten online Anlaufstelle finden und nachfragen, was aktuell gebraucht wird. Meist gibt’s gerade von der einen Sache genug (vielleicht Sommerkleidung), dafür fehlen von einer anderen Sache sehr viele (vielleicht warme Schuhe).

Als Beispiel für Stuttgart hier der Link zum Freundeskreis Flüchtlinge Stuttgart-West. Gibt’s auch in vielen anderen Städten und Stadtteilen.


Dinge verkaufen

Eine super Sache wäre das, wenn man für die aussortierten Dinge nicht nur Leichtigkeit und Freiheit dazugewinnen, sondern auch Geld verdienen könnte.

Mit vielen Gegenständen funktioniert das auch.

Sei aber gewarnt: Oft ist es ganz schön aufwändig, Sachen zu verkaufen! Das Anbieten von Ware (ver)braucht Energie und Zeit – vom Einstellen möglichst guter Bilder im Internet bis zum Füße-in-den-Bauch-Stehen auf echten Flohmärkten.

Überlege dir gut, ob du darauf Lust hast oder deine Zeit nicht mit anderen Dingen füllst. Vielleicht entdeckst du jedoch eine neue Lieblingsbeschäftigung, wer weiß. Beispielsweise Flohmärkte als Events haben durchaus ihren Reiz!

Wöchentliche Flohmärkte

Immer wieder anvisiert, niemals im Großen umgesetzt: die Idee, an einem einzigen Tag alles Aussortierte auf einen Flohmarkt zu bringen und möglichst viel davon zu verscheppern.

In Stuttgart gibt es wöchentlich den Markt am Karlsplatz. Man erhält morgens vom Marktwart einen Platz zugeteilt. Online findet man als Interessierte/r ein entsprechendes Formular. Bezahlt wird per Laufmeter Stand.

Flohmarkt-Events:
Frühjahr/ Herbst

Eine Freundin macht regelmäßig sehr gute Erfahrungen beim Frühjahrs- bzw. Herbstmarkt – will heißen: Sie bekommt große Mengen an Aussortiertem in relativ kurzer Zeit verkauft.

Als Verkäufer muss man im Vorhinein Tickets buchen. Der Andrang ist wohl recht groß, Tickets gibt es schon mit 2,5 Monaten Vorlauf. Laut meiner Bekannten ist die Kauf-Freude der Besucher super.

Vorteil: Ich entscheide mich frühzeitig zur Teilnahme, buche das Verkäufer-Ticket für meinen Stand, und dann ist der Termin einfach fix. Es gibt kein “Ach, diese Woche ist doch irgendwie ungeschickt, gehen wir einfach nächste oder übernächste Woche.”

Flohmarkt-Events:
für Kinder- & Familiensachen

Kindergärten, Schulen, Vereine etc. veranstalten immer mal wieder Flohmärkte speziell für Kinder- und Familiensachen.

Angebot beim Kinderflohmarkt
Angebot beim Flohmarkt der Schule: Auch von der Decke aus verkauft sich’s gut!

Ein bisschen Glück braucht’s sicherlich, aber auch ein Sachen-Verkauf per Decke kann den Besitz erleichtern.

Wie bei allen Begegnungen mit Menschen ist auch hier hilfreich: Blickkontakt und freundliche Miene  🙂

Flohmarkt online:
Facebook

Auf Facebook gibt’s ja Gruppen für alles Mögliche. Suche dir möglichst große Gruppen für Allgemeines, beispielsweise “Flohmarkt Stuttgart”.

Achte darauf, dass die Gruppen aktiv sind – Du erkennst das am Datum der letzten Beiträge.

Empfehlen kann ich themenspezifische Gruppen, denn hier sind die Personen zu finden, die deinen Kram zu schätzen wissen. Hierzu gehören beispielsweise die kleineren Nischengruppen “Öko-Kleidung Flohmarkt für Damen” oder “Stoffwindelflohmarkt D/Ö/CH”.

eBay Kleinanzeigen

Ein Allrounder der Online-Flohmarkt-Plattformen. Von der Regentonne über Stoffwindeln bis zur Flotten Lotte habe ich hier schon Diverses erstanden.

Verkäufe funktionieren mal besser, mal schlechter. Am besten einfach ausprobieren, der Aufwand ist nicht sehr groß.

Als Smartphone-App verfügbar, so klappt das Erstellen von Anzeigen mit Fotos super leicht.

Pluspunkt: Bei Käufen wurde ich oft im näheren Umkreis fündig, sodass ich Dinge direkt abholen konnte. Bei Verkäufen war das auch schon der Fall, allerdings eher bei größeren Dingen wie einem Fahrradanhänger zum Kindertransport.

kleiderkreisel.de

Mit Smartphone machbar, da du per Handy geknipste Fotos aussortierter Kleidungsstücke über die App direkt in einer Anzeige hochladen kannst.

Ansprechende Fotos sind wichtig!

Für Kleidung sind hier erfahrungsgemäß viele Konsumentinnen unterwegs. Die Plattform ist sehr nutzerfreundlich: Man kann nach Größen, Farben etc. filtern.

Inzwischen nervig für mich und darum deaktiviert, eine Zeit lang jedoch gerne von mir genutzt: die Tausch-Möglichkeit.

mamikreisel.de

Partner-Plattform zu Kleiderkreisel.

Empfehlenswert ist es, auf gute Fotos zu achten. Der Standard der Produktpräsentationen scheint mir höher als bei eBay-Kleinanzeigen. Gleichzeitig sind die angesetzten Preise etwas höher, ist mir aufgefallen.

momox.de

Beim Abstapeln von Büchern, CDs, DVDs ist Momox vermutlich die schnellste Verkaufsvariante. Gleichzeitig vermutlich auch die am wenigsten ertragreiche. Für viele Medien bekommt man lediglich Centbeträge.

Vorteil: In kurzer Zeit befreist du dich von Büchern stapelweise dank Smartphone-App. Damit scannst du den Barcode deiner Bücher und bekommst direkt angezeigt, welchen Preis dir Momox dafür zahlt.

Du packst alles in einen oder mehrere Kartons und schickst sie versandkostenfrei an Momox.

Nachteil ohne Smartphone: Das Eintippen der ISBN wäre mir zu zeitfressend, wenn ich an die wenigen Cent pro Buch denke. Dann lieber zu verschenken vor’s Haus.

Momox ist ein Recommercer im großen Stil – Es kauft Bücher und Anderes auf und verkauft dann weiter.

Es ist ebenfalls möglich, Kleidung zu verkaufen. Mir ist der Aufwand dafür jedoch zu groß.


Marie Kondo: Magic Cleanding. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändertEine wirklich wertvolle Hilfe auf dem Weg in ein ballastfreieres Leben ist mir das Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert*. Gerne empfehle ich es daher weiter.

Wie wirst du deinen Kram los?
Welcher Weg ist dein Favorit?
Würdest du etwas ergänzen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Sonnige Grüße,
Kerstin

___
* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative zu Amazon. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Ein Händchen Müll pro Woche

gepresste Müllballen

“Geiler Scheiß!” – Klappe, die Dritte.

Simons Mülltonnen hungern. Interessiert, bewusst und kontinuierlich beschäftigt er sich damit, wie er möglichst müllfrei leben kann. Das aktuell brandheiße Thema “plastikfrei” ist dabei ein wichtiger Unterpunkt. Als Einkäufer im Unverpackt-Laden in Würzburg ist Simon in einem Film-Beitrag von BR24 zu sehen. Wer ihn kontaktieren möchte, kann das per Facebook tun.

Vielen Dank für das nachfolgende Interview, Simon!

Worum geht’s?

Ich bin begeisterter und konsequenter Müllvermeider. Das heißt, ich verzichte auf Einwegverpackungen jeglicher Art und mir liegt es am Herzen, insgesamt Ressourcen in jeglicher Hinsicht zu schonen. Mit Müll ist in erster Linie Rest- und Plastikmüll gemeint. Papier, Glas und Metall können recycelt werden, sollten jedoch trotzdem auf ein Minimum reduziert werden und wenn möglich weiter benutzt werden. Plastik und Restmüll hingegen nicht. Plastik hat nach der Verwertung niemals die gleiche Qualität wie vorher. Zudem kommt, dass mehr Plastikmüll verbrannt wird, als dass er wiederverwertet wird. Auf diesen Lebensstil hat mich Shia Su mit ihrem Blog www.wastelandrebel.com gebracht. Bevor ich diesen Blog entdeckt habe, war mir gar nicht so sehr bewusst, wie viel Müll auch ich produziere. Obwohl ich schon ziemlich konsequent Biolebensmittel eingekauft habe, fiel da vor allem viel Plastikmüll an.

Warum ist das für dich so großartig?

Für mich ist die Müllvermeidung ein großartiger Lebensstil, weil ich den Erfolg direkt bei mir zu Hause sehe. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich höchstens eine Hand voll Restmüll die Woche und noch weniger Plastikmüll produziere! Das macht Laune und motiviert mich total! Es macht mir auch einfach Spaß, mit allen mir verfügbaren Mitteln Müll zu vermeiden. Bei manchen Gebieten gleicht das teilweise einer sportlichen Herausforderung und erfordert auch einiges an Disziplin und Organisationstalent, muss ich zugeben. Oft werden durch Aktionen meinerseits meine Mitmenschen zum Nachdenken und Umdenken angeregt, sodass ich schon viele kleine Schritte durch meine Gedankenanstöße in meinem Umfeld erfahren durfte. Das motiviert mich wiederum wieder, immer weiter zu machen mit meinem utopischen Ziel, null Müll zu produzieren.

Warum ist’s nachhaltig? Warum ist’s großartig für die Welt, für andere Menschen?

Jedem sollte es logisch erscheinen, dass Müll ein Umweltproblem darstellt. Man gehe nur mal in die Natur und schaue sich dort um. In den allermeisten Fällen sieht man Plastikmüll, der Jahrhunderte braucht, um sich in der Natur abzubauen und dabei in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik zerfällt und somit letztendlich in unserer Nahrungskette angelangt. Zudem gibt der Plastikmüll in dieser Zeit andauernd Schadstoffe in die Umwelt ab. Nicht nur die Vermüllung ist ein Problem, sondern auch der hohe Energieaufwand, der für Einwegverpackungen anfällt, die danach wieder aufwendig verbrannt oder weiterverwertet werden müssen. Manche Leute sagen, dass sie ja nicht für die Vermüllung des Planeten verantwortlich seien, da sie ja nichts in die Natur schmeißen. Jedoch kennt sicherlich jeder von uns das Bild, wenn draußen ein Sturm wütet und sich der Plastikmüll der zerfetzten gelben Säcke in den Straßen verteilt und weggeweht wird, oder?


Foto: Profilbild von Simon, Titelbild “Müll in Paketform” von Thomas Kohler, CC BY 2.0

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Die 5 wichtigsten Dinge fürs erste Vierteljahr mit Baby

Ihr Lieben, das Leben ist ja so spannend! Die letzten Monate waren geprägt von Ausmisten, Abgeben, Loslassen. Unter anderem haben wir uns vom allergrößten Teil der noch übrigen, inzwischen mehrere Jahre alten Umstandskleidung und Baby-/ Kleinkindsachen getrennt.

Und just in dieser Phase macht sich neues Leben bemerkbar, winkt ein kleines Menschenfröschlein vom Bildschirm des Ultraschallgeräts. Ich war schon immer zögerlich, was Aussagen zur Zukunft angeht. Aber im Moment scheint es, als ginge es in die zweite Runde. Eine riesige Freude!

Vorfreudig befrage ich mich selbst und meine Umwelt: “Welches sind aus eurer Erfahrung heraus die 5 wichtigsten Dinge für die ersten 3 Monate mit Baby? Und welche Dinge haben sich bei euch als absolut überflüssig entpuppt? Klare Anschaffungsempfehlungen für … und Warnungen vor …?”

Zahlreiche Antworten, Tipps und Hinweise habe ich bekommen, herzlichen Dank an alle!!

Eine grob gegliederte Vorauswahl habe ich getroffen:

Tragen

  • Tragetuch, evtl. ein elastisches
  • “Mei Tai” von Fräulein Hübsch

Kleidung

  • insgesamt nur wenig Kleidung
  • Kleidungsstücke mit separat öffenbarem Windelbereich
  • Wollsachen: Wolle-Seide-Bodies, Leggins, Strickjacke, Mütze/ Haube
  • Schurwollstrampler (Oberfläche leicht zu reinigen)
  • evtl. Oberteile, die man nicht über den Kopf ziehen muss: Schüttlis (Pullover mit seitlicher Knopfleiste) und Wickeljäckchen

Hygiene & Gesundheit

  • Wickelauflage, z.B. “Bobo” von Prolana aus zertifizierter Bio-Baumwolle
  • Wickelunterlage für unterwegs, z.B. Wickelmax (hauptsächlich aus Baumwolle, nur die Liegefläche ist beschichtet)
  • Waschlappen, -schüssel, Isokanne mit warmem Wasser (statt Feuchttücher)
  • Wegwerf- oder Stoffwindeln
  • Spucktücher
  • Weleda-Calendula-Salbe
  • Bauch- und Brustwickel, Thymian-Myrthe-Balsam, Heilwolle

Für die Mama

  • viel Schoki
  • Jackenerweiterung “Kumja”
  • waschbare Stilleinlagen
  • festes Stillkissen
  • Creme gegen wunde Brustwarzen, reines Lanolin

Orte fürs Baby

  • Federwiege
  • Laufstall auf Rollen mit höhenverstellbarem Brett
  • Beistellbettchen neben Elternbett
  • Babyschale fürs Auto

Sonstiges

  • wasserdichter Matratzenschoner
  • Wickelmöglichkeit dort, wo man sich im Alltag am häufigsten aufhält
  • eine gescheite Kamera für richtig gute Bilder und Videos
  • gut gefüllte Tiefkühle mit reichlich Gemüse und Obst

Wir haben ja bereits ein Mädchen großgezogen (na gut, wir sind noch immer dabei *g*) und ich weiß noch genau, wie viele Dinge sich -ohne unser Zutun!- einfach so bei uns angesammelt haben. Welche Auswahl würde ich aus dieser Erfahrung heraus treffen, wenn ich mich für nur fünf Dinge für die ersten drei Monate entscheiden müsste?

Meine aktuellen Top 5

  • Tragetuch oder Tragehilfe für den Alltag
  • Federwiege, also eine Baby-Hängematte
  • richtig gute, waschbare Stilleinlagen
  • Stoff- oder Wegwerfwindeln, da ist die Entscheidung noch nicht gefallen
  • eine kleine, aber feine Auswahl an Bio-zertifizierter Babykleidung mit leicht zugänglichem Windelbereich

Ich bin ultra gespannt, worauf es am Ende rausläuft! Wichtig ist mir jedenfalls: Lieber zu wenig als zu viel, Bio-Qualität, Strapazierbarkeit und -sehr wichtig- dass ich die Dinge einfach gerne anfasse  🙂

Was sind eure Top 5 für die ersten 3 Monate?

Ich freue mich auf eure Antworten, Inspiration, gute Ideen und Produktempfehlungen!

Öko Möbel – Einrichtung mit Bedacht auswählen

Schon mal einen Tisch von innen gesehen?

Ich jedenfalls war – trotz einschlägigem Studium – überrascht, als mir kürzlich unterwegs eins dieser seit einigen Jahren weit verbreiteten Beistell-Tischchen begegnete. Sicher kennst du sie von Freunden oder Verwandten oder besitzt selbst eins.

Dieses eine jedenfalls stand auf dem Gehweg, im Regen, ein etwas trauriger Anblick, offensichtlich war es des Hauses verwiesen.

Typisch für unsere Zeit?

Unsere Haushaltsausstattung ist an Schnelllebigkeit unübertroffen, historisch betrachtet. Wir besitzen eine große Anzahl an Dingen, gleichzeitig ist der Durchlauf enorm. Ihren weltweiten Erfolg – immerhin 28,7 Mrd. Euro Umsatz und 147.000 Mitarbeiter im Jahr 2014 – hat sich der Gründer DER schwedischen Möbelhauskette Mitte des letzten Jahrhunderts vielleicht erträumt, sicherlich nicht erwartet. Wir karren Möbel (und Anderes) wagenweise aus den Einkaufshäusern, und das nicht etwa nur bei größeren Umzügen, sondern alle paar Monate. Verrückt, nicht?

Aus welchen Beweggründen auch immer wir unseren Möbelbestand verändern: Was raus aus der Bude wandert, muss ja irgendwo hin. Gut, wenn es vorerst neue Nutzer unserer nicht mehr gebrauchten Möbel gibt. Was aber kommt dann?

Nachhaltig ist, Dinge möglichst lange bei möglichst gleich bleibender Qualität in Nutzung zu haben. So wird wenig Material und Energie zur Neuherstellung benötigt. Gleichzeitig entsteht kein Abfall, der mangels Recyclingfähigkeit auf einer Deponie landet – oder im Meer, oder in einer Verbrennungsanlage, oder wo auch immer. Damit erst gar kein Abfall entstehen und ein Gegenstand als nachhaltig bezeichnet werden kann, ist die Materialwahl von großer Bedeutung. Reines Holz lässt sich verbrennen. Metall weiterverarbeiten. Ein Kunststoff, “veredelt” z.B. mit Holz zu einem Holzverbundstoff, landet üblicherweise im Restmüll.

1. möglichst lange in Nutzung: Fehlanzeige.

Zurück zu unserem Beistell-Tisch: Im Bestfall hat es ein paar Jährchen auf dem Buckel. Schätzungsweise genügen meine beiden Hände, um die Lebensdauer dieses Möbels in Jahren zu zählen. Möglicherweise genügen auch drei Finger. Ist das nun “lange”?

2. Möglichst gleich bleibende Qualität: nope!

Wie das Tischchen gegen Ende der Nutzungsdauer aussah, ist schwer zu sagen. Das Qualitätsniveau kann jedenfalls dann gehalten werden, wenn der Gegenstand reparier-/ sanierbar ist. Abgedellte Kanten bei Holzfurnier lassen sich kaum wieder herstellen. Eine verkratzte Furnier-Oberfläche muss ersetzt werden, denn Abschleifen wie bei einer massiven Holzoberfläche zerstört die Optik und – im Falle dieses Tischchens – eventuell sogar die Stabilität, da die Deckplatte sehr dünn ist. Reparieren/ Sanieren wird definitiv schwierig.

3. Wahl des Materials

Woraus besteht unser Tischchen? Den größten Anteil haben Holz-Verbundstoffe, in diesem Fall Spanplatten. Sie enthalten neben Holz ein Klebemittel, auch andere Stoffe können enthalten sein. Spanplatten dürfen nicht in Öfen verfeuert werden, sondern müssen “klassisch entsorgt” werden, landen also auf dem Müll. Allein das Tischplatten-Innere aus Karton kann recycelt werden. Eine klägliche Ausbeute an weiter verwendbarem Material, wie ich finde.

Was meint ihr dazu?
Welche Möbel brauchen wir wirklich?
Welche nutzen wir gern?

Mir ist in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich am liebsten “echte” Oberflächen anfasse, also beispielsweise massives Holz, ob rauh oder glatt, aber auch Keramik, Glas, Metall. Bei Möbeln distanziert sich mein Gefühl immer mehr von Verbundstoffen mit Kunststoff. Sie fühlen sich für mich nicht gut an, sind so unauthentisch, nicht kalt und nicht warm, daher verzichte ich gerne auf derlei Möbel.

Welche Möbel nutzt ihr?
Wie fühlen sich eure Lieblingsmöbelstücke an?
Mit welchen Materialien umgebt ihr euch gerne und fühlt euch wohl?

Ich bin gespannt und freue mich auf eure Antworten!

Eure Kerstin

 

öko Möbel – Wie du dein Interior auswählst
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