Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen

Sprühflaschen zur Nasenbefeuchtung

In der Schnupfenzeit ist uns Nasenspray ein häufiger und hilfreicher Begleiter. Die kleinen 20ml-Fläschchen aus dem Drogeriemarkt sind jedoch oft vollständig aus Plastik, die Verpackung aus Plastik und Karton – Immer wieder aufs Neue landet das alles im Müll. Muss das sein? In der Apotheke gibt es immerhin Sprays in Glasfläschen, verpackt in Karton, diese finde ich jedoch ziemlich teuer.

Selbst gemixtes Nasenspray im Glasfläschchen

Dabei ist es so leicht, eine Meersalz-Lösung selbst herzustellen! Für jedes Familienmitglied haben wir inzwischen ein mit Namen markiertes Fläschchen* zuhause stehen, 30ml, Glaskörper, lediglich der Sprühkopf ist aus Kunststoff. Es ist nachfüllbar und das Fassungsvermögen ist etwas größer als bei den gekauften Sprays. Es entsteht wesentlich weniger Müll und ist gleichzeitig preislich unschlagbar.

Bei Bedenken aus hygienischen Gründen kann man sich von Zeit zu Zeit einen neuen Sprühaufsatz besorgen. Der Glaskörper lässt sich mit kochendem Wasser sterilisieren.

Ich verwende:

  • abgekochtes Wasser
  • Meersalz ohne Zusätze wie z.B. Rieselhilfen, Jod oder Ähnliches

 

Zubereitung einer isotonen oder hypertonen Lösung

Die übliche Mischung aus Wasser und Salz ist isoton, entspricht unserer Schleimhaut und brennt normalerweise nicht. Isotone Lösungen besitzen einen 0,09-prozentigen Salzgehalt. Hierfür mischst du 100ml am besten noch warmes Wasser mit 0,9g Salz. Oder, wer auf Nummer Sicher gehen möchte und keine feinempfindliche Waage hat, verwendet 1l Wasser mit 9g Salz.

Wenn’s im Akutfall etwas kräftiger sein und das Spray die Schleimhaut zum Abschwellen anregen soll, mische ich eine zirka 2-prozentige Lösung (hyperton). Auf 100ml Wasser kommen also 2g Salz.

Natürlich ersetzt ein selbstgemachtes Nasenspray nicht den Gang zum Arzt, wenn man krank ist.

Lust auf eine weitere Idee mit nur zwei Zutaten? Probiere die Haarwäsche mit Roggenmehl – Ich liebe sie.

 

Meersalz-Nasenspray im nachfüllbaren Glasfläschchen, DIY, öko

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* Erhältlich beispielsweise bei glas-artikel.de für knapp 2,50€.

Hautcreme aus vorhandenen Zutaten

verschiedene Zutaten für Creme

Der Winter hat mir an den Händen sehr trockene Haut beschert, einfach mit Olivenöl einreiben half nicht, eine geeignete Creme hatten wir nicht im Haus.

Aus vorhandenen Ressourcen schöpfen

Gerne nutze ich – wie in der Permakultur gelernt – vorhandene Ressourcen. Daher habe ich zusammengeholt, was wir an geeigneten Ingredienzen für eine selbstgemachte Creme zuhause haben:

  • Olivenöl, kaltgepresst und bio, Glasflasche
  • Bienenwachs in Demeter-Qualität, ohne Verpackung erhalten
  • ein angebrochenes Döschen Wollfett, leider im Plastiktiegel
  • Honig, ebenfalls Demeter-Qualität, Glasbehälter
  • Propolis-Lösung, Glasfläschchen

Ergänzt habe ich:

  • Aloe-Vera-Saft, bio, Glasflasche

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, habe ich ein Rezept abgewandelt, das eigentlich etwas andere Zutaten hatte, also ein anderes Öl und nur destilliertes Wasser oder Rosenöl, stattdessen nehme ich Aloe-Vera-Saft, da dieser als feuchtigkeitsspendend gilt. Ich habe verwendet:

  • 130 ml Olivenöl
  • 18 g Bienenwachs
  • 50 g Wollfett
  • 7 g Honig
  • 120 ml Aloe-Vera-Saft
  • 3 Tropfen Propolis-Lösung

 

Schritte der Zubereitung

Olivenöl mit Bienenwachs und Wollfett bei niedrigster Stufe in einem Topf erwärmen und immer wieder rühren, bis das Wachs geschmolzen ist. Zu hohe Temperaturen zerstören wertvolle Inhaltsstoffe der Zutaten!

Topf vom Herd nehmen, Propolis eintropfen und Honig einrühren, bis er sich aufgelöst hat.

Aloe-Vera-Saft schluckweise zugießen und gleichzeitig kräftig rühren. Alles mit dem Schneebesen ordentlich rühren, rühren, rühren – Damit sich Wasser, Fett und Öl gut vermischen und die Creme später kein Wasser absondert, während sie im Glas auf Nutzung wartet. Nach zirka zwei Minuten Rührzeit ist die Creme –

Fertig!

In mehrere kleine Gläser verteilen und gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Viel Freude damit!

 

Die verwendeten Zutaten von links nach rechts: Aloe-Vera-Saft, Olivenöl, Bienenwachs, Wollfett, Propolis, Honig.
Aus der angegebenen Menge erhalte ich vier zirka halb volle 200g-Schraubgläser.

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Danke an Anja Steiner für folgenden Hinweis: Eine längere Lagerung der Creme ist möglich, wenn der verwendete Saft konserviert ist.

Weitere Ideen fürs Badezimmer? Schonmal Roggenmehl zur Haarwäsche verwendet? Daumen hoch, kann ich nur sagen 🙂

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Roggenmehl statt Shampoo

Mehl, Roggenmehl, Wasser

Man nehme ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl, je nach Haarlänge, mische es mit etwas Wasser zu Brei, und fertig ist ein großartiger Shampoo-Ersatz.

Lebensmittel zur Körperpflege?

Es erschreckt dich, ein Lebensmittel zur Körperpflege zu benutzen? Das kann ich verstehen. Was für eine Verschwendung! Wenn man allerdings genauer hinschaut, tust du der Welt damit etwas Gutes:

  • Du erzeugst keinen Plastikmüll, denn Shampoo-Flaschen entfallen und Mehl wird meist in Papiertüten verkauft.
  • Du entlastest die Klärwerke. Die dort tätigen Bakterien kommen mit organischem Material, also dem von dir in den Abfluss gespülten Roggenmehl, viel besser klar als mit vielen Bestandteilen eines normalen Shampoos.
  • Du sparst Energie, die für die Produktion der unterschiedlichen Shampoo-Inhaltsstoffe, der Shampoo-Verpackung, Transport und Verkauf benötigt werden. Ein Teil davon wird natürlich auch zur Roggenmehl-Produktion benötigt. Aufgrund des weniger komplexen Herstellungsprozesses und der sich verringernden Waschabstände bei Roggenmehl-Wäsche dürfte die Bilanz jedoch für Roggenmehl sprechen.
  • Bei Verwendung eines bio-zertifizierten Mehls förderst du eine Landwirtschaft, die ohne Pestizide auskommt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Vielleicht interessiert dich unser Interview mit Sabine zum Thema “NoPoo”? Sie zeigt eine weitere Alternative zum normalen Shampoo aus der Plastikflasche: Sie nutzt Haarseife, die man stückweise, also lose kaufen kann, und ist damit sehr zufrieden.

Gepflegte Haare ohne Shampoo

“Geiler Scheiß!” – Klappe, die Zweite.

Sabine benutzt für ihre Haare kein Shampoo und gehört damit der wachsenden Gruppe der NoPoo’ler an. Ihren Einstieg fand sie mit Haarseife – Damals hatte sie sich entschieden, eine plastikfreie Alternative zu Shampoo zu finden. Rückblickend eine der besten Entscheidungen in ihrem Leben, wie sie findet. Sabine bloggt unter sustainmania zum Thema “nachhaltig und plastikfrei(er) leben”.

Lassen wir uns inspirieren und zum Ausprobieren anregen!

Worum geht’s?

Wie die absolute Mehrheit der Deutschen und definitiv alle, die ich kenne, habe ich meine Haare von Kindesbeinen an mit Shampoo gewaschen. Irgendwie werden wir von Anfang an so indoktriniert: Sogar für Säuglinge und Kleinkinder hält der Markt eine unüberschaubare Vielzahl an Shampoos bereit. (Ich habe zwei Kleinkinder. Ganz im Ernst: Bei den Kleinen reicht doch meistens ein bisschen Wasser und eine Haarbürste, bisher hatten wir erst einmal einen haarigen Supergau, der „härtere“ Mittel erforderlich machte.)

Aber: Meine Eltern haben das so vorgemacht, ab dem Teenie-Alter versprach mir die Shampoo-Werbung vollmundig „gesund aussehendes Haar, das glänzt“ – Ja, auch mein Friseur, der es aus meiner damaligen Sicht wissen muss, stellte mir eine wallende Mähne in Aussicht, wenn ich mit diesem und jenem (meistens äußerst preisintensiven) Shampoo waschen würde. Niemals nie bin ich auf die Idee gekommen, dies alles in Frage zu stellen. In unseren Köpfen sind Shampoo, Pflegespülung und Haarkur die einzigen Mittel, die unser geliebtes Haupthaar schön, geschmeidig, glänzend, voluminös und praktischerweise auch sauber bekommen.

Bleibt das Ergebnis aus, ist nicht das Wundermittel schuld, sondern wir suchen den Fehler bei uns: Über zwei Jahrzehnte lang habe ich mich durch so ziemlich alle Shampoos auf dem Markt probiert, immer auf der Suche nach dem Wundermittel, das mein Haar langsamer nachfetten lässt und ihm endlich den ganzen Tag lang Volumen und Glanz verleiht. Und weil alles nix gebracht hat, war wohl mein Haar einfach nicht dafür geschaffen, voller Stolz lang und offen getragen zu werden. Zu fein, zu wenig: Die Gene sind schuld. Da kann man nix machen…

Außer nach Alternativen zu suchen: Seit drei Jahren wasche ich meine Haare mit Haarseife und spüle sie anschließend mit verdünntem Apfelessig (saure Rinse). Shampoo hat mein Kopf seitdem nur wenige Male zu Gesicht bekommen. Auch von herkömmlichen Pflegespülungen und Haarkuren bin ich komplett weg. Stattdessen verwende ich verschiedene Öle und Aloe Vera, um meine Haare zu pflegen.

Warum ist das für dich so großartig?

Meine Haare haben sich mit NoPoo so positiv verändert, ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll. Auch wenn es arg schwülstig klingt, war der Verzicht auf Shampoo und konventionelle Haarpflegeprodukte eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Mehr Haare habe ich zwar nicht auf dem Kopf und dicker geworden sind sie auch nicht. Aber: Sie sind kräftiger und haben deutlich mehr Struktur. Sie haben ein wundervolles Volumen und einen gesunden Glanz. Statt eines maximal schulterlangen Bobs, den ich dann trotzdem mit Spangen und Haargummis gebändigt habe, weil meine Haare bereits nach zwei Stunden strähnig wurden und alles Volumen verloren haben, reichen mir meine Haare inzwischen bis auf den oberen Rücken. Ich trage sie problemlos zwei, manchmal auch drei Tage nach dem Waschen noch offen und wasche nur noch alle fünf bis sechs Tage. Und auch mit Spliss und Haarbruch habe ich keine Probleme mehr. Meine Friseurin sieht mich nur noch alle halbe Jahr zum Spliss-Schnitt und da fallen dann maximal zwei Zentimeter.

Warum ist’s nachhaltig? Warum ist’s großartig für die Welt, für andere Menschen?

Zu Haarseife gewechselt bin ich nicht, weil ich mir davon schöneres Haar erhofft habe, sondern weil ich Plastikmüll vermeiden wollte. Meine Haarseifen beziehe ich von kleinen Seifenmanufakturen und die meisten verschicken ihre Produkte plastikfrei.

Anders als Shampoos, die neben verschiedensten Tensiden auch noch weitere, teilweise kritische Inhaltsstoffe enthalten (codecheck.de und TOXFOX helfen da weiter), bestehen handgesiedete Seifen vorwiegend aus pflanzlichen Ölen, die im Herstellungsprozess verseift werden. Es gelangt also deutlich weniger Mist auf meine Haut und auch ins Abwasser.

Und du? Wie hältst du dein Haupt rein und die Haare schön? Was hältst du von NoPoo-Alternativen wie “water only”, Waschen mit Roggenmehl etc.?

Wir freuen uns und sind gespannt auf deinen Kommentar!


Foto: Profilbild von Sabine, Titelbild “hair” von Samuel Globus, CC BY-NC-ND 2.0

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