Lernen von Eden: Geheimrezept für einen fruchtbaren Boden

paradiesischer Garten in der Pfalz, mit Bienen, Erntemöglichkeiten, Lebensraum

Nehmen wir an, Gott schuf das Paradies ohne Glyphosat, RoundUp und Blaukorn. Wie sah das aus? Anhand von Gartenbeispielen möchte ich herausfinden, wie wir Menschen durch Bodenpflege und durch den Umgang mit dem Boden im Allgemeinen ein Paradies ohne Gift schaffen können.

DorotheaDorothea Johns Garten liegt am Fuße des Pfälzer Waldes, in der sogenannten “Toskana Deutschlands”. Hier regnet es vergleichsweise wenig, der Boden ist sandig, die Sonne brezelt vom Himmel. Trotzdem -Oder gerade deshalb?- gelingt es Dorothea einen ertragreichen Garten zu führen.

“Wir ernten auch Zitronen, Feigen, Pfirsiche und Kiwis. Letztes Jahr haben wir 2.100 Kiwis von einer einzigen Pflanze geernet”, beschreibt sie. “Der Garten, das ist mein kleines, eigenes Paradies!”

Den Garten hat ihre Familie vor acht Jahren übernommen. Inzwischen bewirtschaftet ihn die 20-Jährige hauptsächlich selbst.

Dorotheas Geheimrezept für einen fruchtbaren Boden

Welche drei Aspekte im Bezug auf den Umgang mit dem Boden sind für Dorothea die wichtigsten?

1.   “Keine Brache. Der Boden ist immer mit Pflanzen bedeckt, denn er muss vor Sonne, Wind und Erosion geschützt sein, damit keine Desertifikation [s.u.] entstehen kann.”
2.   “Hinzufügen von Kompost, da dadurch der Boden das Wasser besser speichern kann. Durch unseren Kompost aus der eigenen Kompostmiete wird der Boden etwas schwerer und fruchtbarer.”
3.   “Kein ständiges Umgraben des Bodens, da auch hierdurch Desertifikation stattfindet.”

Desertifikation beschreibt die “Verschlechterung des Bodens in relativ trockenen Gebieten, die durch unterschiedliche Faktoren einschließlich Klimawandel und menschliche Aktivitäten herbeigeführt wird” (wikipedia.de, abgerufen am 23.07.2017).

Den Boden bedeckt halten. Kompost zugeben. Nicht oder nur selten umgraben. Drei Regeln, die fruchten!

Als ich Dorotheas Garten kennenlernen durfte, fühlte ich mich wie im Paradies: Verschiedenste Pflanzen blühten, es gab reichlich reifes Obst, Gemüse und Kräuter. Unterschiedliche Bereiche sorgen für Vielfalt in Mikroklima, Licht, Bewuchs durch Nutz- und Wildpflanzen sowie Belebung durch verschiedenartigstes Getier.

Auch unsere Babytochter Carlotta genoss sichtlich die Ruhe, das Vogelgezwitscher, das Bienensummen und die Atmosphäre insgesamt.

Es war großartig zu sehen und zu spüren, wie lebendig und friedlich ein Garten sein kann.

Danke, liebe Dorothea, für dieses inspirierende Garten-Beispiel!

Merken

Merken

Karton-Mulch: So schützt du kurzfristig offenes Erdreich

Erde, Karton, Gartenwerkzeug, Pflanze

An einem Samstag Mitte März haben wir einen Hang im Garten modelliert – DANKE an alle Beteiligten für die schöne Aktion! Entstanden sind drei Terrassen und einige Treppenstufen. Die Terrassen haben für’s Gärtnern einige Vorteile gegenüber dem bisherigen Hang:

  • gute Zugänglichkeit der Beete
  • kein Abrutschen von Material, z.B. Mulch
  • langsames Versickern von Wasser, also bessere (Regen)Wassernutzung

Herausforderung: Nackte Erde nach Bearbeitung der Oberfläche

Wie es nach den Erdbewegungen aussah, könnt ihr euch sicher vorstellen:
Blanke Erde – für das Bodenleben eine Katastrophe.

  • Zum Schutz der Bodenlebewesen,
    die auf eine konstant feuchte Umgebung angewiesen sind, und
  • zum Schutz vor Erosion,
    die an diesem Hang vor allem durch Sonneneinstrahlung und andauernde Auf-/ Abwinde geschieht,

haben wir die offene Erdoberfläche kurzfristig mit Karton belegt. Einige Steine und Äste beschweren den Karton, sodass er an Ort und Stelle liegen bleibt.

Mulch: Schutz und Nahrung fürs Bodenleben

Das Belegen mit Karton ist eine Variante des Mulchens. Es geht schnell und man muss keine riesigen Mengen Material beschaffen, wie es bei anderen Mulch-Varianten der Fall ist. Mittelfristig werden wir auf Mulch aus einer Häcksel-Laub-Schnittgut-Mischung umsteigen, da diese gleich als “Nahrung” für die Bodenlebewesen dient.

Auf das fein säuberliche Aussortieren des alten Hangbewuchses (vor allem Gräser) haben wir verzichtet. Ob sich hier und da ein altes Pflänzchen seinen Weg durch das tief umgegrabene Erdreich und den Karton-Mulch bahnt, warten wir gespannt ab und arbeiten bei Bedarf etwas nach. Vorteil des belassenen Grün-Materials: Es ernährt die Bodenlebewesen, da es reich an Kohlenstoff ist.

Weiter benötigen die Bodenlebewesen Stickstoff: Diesen haben wir in Form von Hornspänen gleich mit in die Erde eingearbeitet. Unter der Kartonschicht können die Helferlein also fleißig weiterarbeiten: Es ist feucht und Nahrung ist vorhanden.

Bepflanzung – los geht’s mit den Mehrjährigen

Nach und nach werden nun Pflanzen eingesetzt, zunächst vor allem mehrjährige, um eine Grundstruktur der Terrassen festzulegen. Hierzu zählen Beerensträucher, zwei kleine Kirschbäumchen und Kräuter-Stauden.

Sind diese Pflanzen ausgewachsen, spenden sie Schatten und helfen dabei, die vorhandenen Auf- und Abwinde etwas zu brechen. Somit dienen sie einerseits dem Schutz vor Erosion, andererseits wünschen wir uns natürlich einen Ertrag. Wir werden sehen, wie sich das System entwickelt, und ggf. Anpassungen vornehmen, z.B. Windschutz in Form eines separaten Weidezauns.

 

Regionale Superfoods – Gesundes wächst auch um die Ecke

Natürlich, gesund ernähren wollen wir uns ja alle. Gerne habe ich hin und wieder auch schon eines der gerade so trendigen “Superfoods” gekauft. Jedoch: Es fühlt sich einfach nicht perfekt an, diese von weit her importierten Lebensmittel zu konsumieren.

  • Die CO2-Bilanz dieser Waren ist katastrophal, also schlecht für meinen ökologischen Fußabdruck.
  • Ich kenne nicht die Umstände, unter welchen diese Lebensmittel hergestellt werden, auch wenn ich darauf achte, dass es bio und fair gehandelt ist. Geht es den Produzenten gut? Wer erntet die Produkte? Was befand sich an den Produktionsstätten, bevor dort die Superfoods angebaut wurden? Schade ich durch mein Kaufverhalten vielleicht sogar?
  • Die Schadstoffbelastung kann sehr hoch sein, beispielsweise bei konventionellen Goji-Beeren aus China.
  • Superfoods sind in der Regel in kleinen Einheiten in Plastik verpackt.
  • Sie sind oft ziemlich teuer.

Was jedoch ist die Alternative?

Generell auf eine gesunde Ernährung achten

Sicherlich ist erst mal sehr wichtig, sich generell gesund zu ernähren, siehe hierzu beispielsweise den Artikel zu Clean Eating. Sich ein bisschen Superfood über’s Fastfood zu streuen, das wird der Gesundheit nicht wesentlich dienen.

Regionale Superfoods aus Bio-Anbau

Lebensmittel, die sich durch einen besonders hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen auszeichnen, die unserer Gesundheit besonders förderlich sind, interessieren mich natürlich. Folgende REGIONALE Superfoods sind mir bei meiner Recherche begegnet:

  • Brokkoli und andere Kohlarten, s. TEDxTalk “The DNA whisperer” von Tom Malterre
  • Leinsamen, auch als Öl (Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Linolensäuren)
  • Hanfsamen (Eisen, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Sprossen aus der eigenen Küche
  • Goji-Beeren aus eigenem Anbau
  • Heidelbeeren, Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutte
  • Brennnessel-Grün und -Samen

Punkten können diese Lebensmittel, weil  sie während der Saison für uns ultra frisch erhältlich sind. Aus dem eigenen Garten oder Balkon, aus dem Hofladen des lokalen Bio-Landwirts, vom Markt, vielleicht sogar wild wachsend. Betrachtet man das Thema “Superfoods” auf diese Weise, verlieren die momentan so trendigen Produkte an Attraktivität, denn:

“Frisch” schlägt “haltbar gemacht”,
“regional” schlägt “von weit her importiert”.

Bon’appetit!


Foto: „Brennnessel in Blüte“ von Lutz Blohm, CC BY-SA 2.0

Lebendiges Erdreich: 2017 – Das Jahr des Bodens

Mein Blick hat sich verändert, wenn ich im Garten bin oder an ihn denke.

Was man auf den ersten Blick sieht, ist vor allem Vegetation, bewachsene Oberfläche. Spannend für mich und oft wenig beachtet ist das DARUNTER.

Die unterirdischen Strukturen der Pflanzen, verzweigte Wurzelsysteme, Partnerschaften zwischen Pflanzen, Pilzen, Bakterien (Im Dunkeln ist bekanntlich gut Munkeln.), Bodenleben, Fruchtbarkeit, Humusaufbau – Wie spannend!

In unserem kleineren Gärtchen führen wir zwei Komposthaufen und Mulchen regelmäßig. Im Frühjahr 2015 kam ein weiteres Stückchen Land hinzu: über 700qm, Streuobst und Wiesen, teils verbuscht und wild, mittendrin eine Art Wengerter Hüttchen mit Terrasse, Hanglage mit einigen etwas flacheren Zonen. Ein Traum! Eingriffe folgen langsam, behutsam, nach Beobachtung und Nachdenken, auch nach Lust und spontaner Motivation.

Im Jahr 2017 möchte ich mich dem Boden widmen. Einerseits noch besser kennenlernen, was unser Status Quo ist. Andererseits konkret anpacken und bestehende Strukturen so verändern, dass das Bodenleben gestärkt wird. Mittelfristiges Ziel ist es, aus diesem Stückchen Land auch Ernteerträge zu erzielen – angemessen, in Maßen, behutsam, “Slow Gardening” sozusagen.

Sich um den Boden kümmern – Wie geht das?

  • Unbedeckter Boden wird durch Sonne, Wind und Wetter negativ strapaziert. > mulchen, Bewuchs fördern, Dauerkulturen anlegen, Zwischensaat schon vor der nächsten Ernte ausbringen
  • Boden mit Mikroorganismen impfen, das Bodenleben ankurbeln. > Kompost dünn verteilen
  • Bodenlebewesen benötigen gleichbleibend Feuchtigkeit, um nicht abzusterben. > mulchen, ggf. wässern
  • Bodenlebewesen benötigen Nahrung. > organisches Material als Futter anbieten
  • Bodenlebewesen brauchen Stickstoff (N) und Kohlenstoff (C) für Wachstum und Leben. > auf ausgewogenes “Futter”material achten, zB reinen Strohmulch durch Hornspäne ergänzen

In unsere persönliche Situation passen massivere Maßnahmen wie Umgraben derweil nicht. Bereiche, die wir mittelfristig intensiver für Kulturen nutzen wollen, werden daher geschnitten, mit Karton bedeckt, diesen wiederum belegen wir mit gehäckseltem Schnittgut, Laub etc. Nach einigen Monaten, evtl. auch erst im Folgejahr, schneide ich Löcher in die Pappe und setze Beerenbüsche, vielleicht Obstbäumchen, vorgezogene Kräuter oder andere Dauerbepflanzungen, von denen später geerntet werden kann. Karton und Belag darauf schützen den Boden vor Verwitterung, bieten den Bodenlebewesen Schutz und lassen diese in Ruhe ihre Arbeit machen.

Mitte März starteten wir eine Terrassierungsaktion, bei der wir die danach offene Erdoberfläche kurzfristig durch Karton-Mulch schützten.

Welches sind eure Schritte, Tipps und Tricks, um für einen gesunden Boden zu sorgen? Wie hegt und pflegt ihr eure mitgärtnernden, kleinen, unterirdischen Freunde?

Inspiration findet man bei erfolgreichen Gärtnern: Dorothea hat mir ihr Geheimrezept für einen fruchtbaren Boden verraten.

Alle Artikel zum Thema gibt’s unter Lebendiges Erdreich.

Ich freue mich auf eure Kommentare! 

Eure Kerstin

Urlaubs-Aprikosen: Wie man eine Obst-Schwemme bewältigt

Unser doch recht spontaner Provence-Trip ist vorüber. Neben Erinnerungen an eine schöne, entspannte, sonnige Zeit dort bleiben uns:

Zwei Holzkisten leckerer, selbst geernteter Bio-Aprikosen  🙂

Die Challenge besteht darin, die Früchte aufzuessen oder zu verarbeiten, bevor sie schlecht werden und wir sie auf den Kompost geben müssen. Zwar würden sie auch dort einen Zweck erfüllen – immerhin wird irgendwann Erde daraus -, aber besser gefällt mir natürlich das Konsumieren!

Zum Aufessen sind es zu viele, daher ging’s gestern ans Verarbeiten. Entstanden sind mehrere Gläser Aprikosen-Mus, ein Glas getrocknete Früchte, eine Schale roher Aprikosen im Kühlschrank zum Naschen, einige Gläser Brombeer-Aprikosen-Smoothie und bei Pia ein Aprikosen-Streusel-Kuchen.

Getrocknete Aprikosen

Von den frischen Aprikosen sowohl die Steine als auch die nicht so guten Stellen entfernen.

Die Fruchthälften in eine Schale tauchen, in der 1/2 Liter warmes Wasser und drei Esslöffel Zitronensaft vermischt wurden. Durch die Säure bleibt den Früchten ihre typische Farbe besser erhalten, sie werden nicht so schnell braun.

Lose auf Backblechen oder -gittern verteilen. Ich hatte drei Bleche gleichzeitig im Ofen. Bei 100 Grad oder weniger verbringen die Früchte nun einige Stunden im Backofen. Ganz schön energieintensiv! Zwischendurch habe ich die Ofentür kurz geöffnet, um die feuchte Luft entweichen zu lassen.

 

Aprikosen-Mus

Aprikosen entsteinen und schlechte Stellen entfernen, bis zwei Kilogramm zusammengekommen sind. Mit etwas Wasser in einem Topf aufkochen, Deckel drauf, bei niedriger Temperatur 15 Minuten dünsten.

In einem zweiten Topf etwas kaltes(!) Wasser mit 60 Gramm Konfitura verrühren, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind. Zucker zugeben. Menge? Ich habe 350 Gramm Zucker verwendet, das Mus ist uns nun zum Einfach-So-Essen allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal würde ich auf 200 bis 250 Gramm reduzieren.

Die gedünsteten Aprikosen inklusive Flüssigkeit durch eine Flotte Lotte drehen, als Auffangbehälter direkt den Topf mit dem Wasser-Konfitura-Zucker-Gemisch verwenden.

Unter Rühren aufkochen, einige Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, möglichst heiß abfüllen und die Gläser schnell verschließen.

Nach dem Abkühlen können bei den Weck-Gläsern die Clips entfernt werden, da die Deckel durch den im Glas entstandenen Unterdruck festgehalten werden. Sollte ein Deckel lose sein, ist das Glas nicht für’s Vorratsregal geeignet, sondern zum Direkt-Verzehr 😉

Twist-Off-Gläser stellt man nach dem Heiß-Einfüllen für ein paar Minuten auf den Kopf. Dann wieder umdrehen und abkühlen lassen. Dabei sollte sich der Deckel nach unten Einziehen. Tut er das nicht, sondern bleibt eine Wölbung nach außen stehen, darf das entsprechende Glas ebenfalls nicht in den Vorrat, sondern kann direkt verspeist werden.

 

Aprikosen-Kuchen

Verrät uns Pia das Rezept für ihren leckeren Streusel-Apikosen-Kuchen?

 

Aprikosen-Brombeer-Smoothie

Im eigenen Garten gibt’s gerade Brombeeren zu ernten. Was steht euch an Früchten zur Verfügung? Auch auf Spaziergängen kann man allerhand finden und ernten, an frei wachsenden Hecken zum Beispiel, Frei-Ernte-Möglichkeiten in deiner Nähe findest du unter mundraub.org.

Wir geben Brombeeren, Aprikosen und Wasser in ein Gefäß, pürieren ein Mal kräftig durch, und fertig ist das leckere Getränk. Gesund ist es außerdem, denn dem Körper werden die enthaltenen Nährstoffe bereits in stark zerkleinerter Form angeboten. Die Verdauung und Aufnahme funktioniert so ziemlich leicht. Vor allem Wenig-Kauer dürften von dieser Zubereitungsvariante profitieren 😉

 

… und der Nasch-Rest

Roh schmecken die Früchte natürlich super lecker, daher wurden nicht alle verarbeitet. Bon’app!

Gartenwildnis – Was blüht Ende Juni?

Eine Runde durch unser wildes Gärtchen gedreht, mit der Frage:
Was blüht hier Ende Juni? Kennen wir uns, Pflänzchen?

Von der Anzahl der Fotos bin ich selbst beeindruckt, da ich vielmehr das Gefühl hatte, dass alles “nur grün” ist. Auf einigen Blüten saßen oder arbeiteten diverse Insekten, wie ihr auf den Bildern seht. Ich freue mich, mir selbst und euch nun den aktuellen Blütenbestand zeigen zu können. Lernen wir was!

Seid ihr einverstanden mit den Bestimmungen?