Nicole von Biotopica Farm verrät uns ihr Rezept für fruchtbaren Boden

Nicole führt als Selbstversorgerin für sich, ihre Familie und die zur Farm gehörenden Tiere einen Permakultur-Hof. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilt sie auf ihrem lesenswerten Blog Biotopica Farm.

Darüber, wie man den eigenen Boden fruchtbar macht und hält, weiß sie genau Bescheid. Es ist kein Wissen um kurzfristige Erfolge wie in der konventionellen Landwirtschaft und teilweise auch in durchschnittsdeutschen Gärten. Ihr geht es darum, das gute Leben im Boden langfristig zu fördern.

Lest selbst, lernt und lasst euch inspirieren!
Liebe Nicole, Danke für das Interview!

Wie beschreibst du deine Mission, die du mit deinem Blog verfolgst?

Für mich ist es wichtig den Menschen Mut zu geben in die Selbstversorgung zu gehen. Man braucht nicht viel Geld, um einen Bauernhof aufzubauen. Man braucht nur viel Geld, um einen Bauernhof innerhalb weniger Monate aufzubauen.

Wir haben als arme Studenten angefangen und sind alles langsam angegangen. Wir haben unsere Ställe aus recycelten Materialien gebaut, wir haben Saatgut gesammelt und Ableger von Pflanzen gemacht. Wir wurden nur kreativer wenn uns die Mittel gefehlt haben. Man braucht noch nicht einmal ein Grundstück zu kaufen, um einen Selbstversorger-Hof zu erschaffen, auch wir mieten günstig unseren Hof und das reicht uns.

Die meisten Menschen unterschätzen, wie viel Geld man sparen kann, wenn man seine Lebensmittel selber produziert und mit den richtigen Techniken braucht es auch nicht viel Zeit oder einen großen Arbeitsaufwand. Als Mutter von zwei Kleinkindern kann ich nicht viel im Garten schaffen, deshalb versuche ich Lösungen zu finden, die es mir erlauben mit wenig Arbeitsaufwand und Zeit ein Leben auf dem Land zu ermöglichen.

Zeit, Geld und Arbeit im Garten zu sparen sind die Hauptthemen auf meinem Blog, vermischt mit einem guten Schuss Motivation, persönlicher Erfahrung und der Liebe zur Natürlichkeit.

Was macht dich, deinen Garten und deinen Blog aus?

Ich denke, eine Besonderheit ist wohl, dass meine Tiere mit mir zusammenarbeiten und unsere gesamte Farm in einen Ort der Fülle verwandeln. Bei uns hat jedes Tier seine Aufgabe.

Die Hühner dämmen die Verbreitung von Schnecken, Zecken und anderen Insekten ein, während sie die Weide von unseren Ziegen und Schafen belüften. Die Gänse halten unseren Rasen kurz und sind gute Wächter. Die Wachteln sind ideal um das Gewächshaus von übermäßigen Insektenbefall zu schützen, denn sie essen keine Nachtschattengewächse, die dort wachsen. Unsere Hühner, Gänse und unser Hund bewegen sich frei auf unseren Hof.

Unser Hund schützt die Tiere vor Füchse, Raubvögel und Mader, aber auch Wölfe im umliegenden Wald schreckt er ab. Die Ziegen und Schafe kommen bei uns zum Einsatz, wenn Flächen vollkommen von der Natur überwuchert wurden. Sie fressen den Übertrieb ab, damit neue Vegetation wieder Platz gegeben wird. Diese tierischen Arbeiten verbinden wir nebenbei noch mit der Aufzucht von seltenen Nutztierrassen. Leider fehlt uns noch ein Schweine-Pärchen, das den Boden umgräbt, aber alles zu seiner Zeit.

Unsere Tiere haben ihre Aufgaben und ich denke, dass eine Aufgabe zu haben sehr erfüllend für ein Lebewesen ist. Dass der Mist von unseren Tieren der ideale Dünger für die Beete ist, brauche ich wohl kaum noch zu erwähnen.

Bei uns greift alles ineinander und ergibt einen Sinn, das ist das Besondere unseres Bauernhofes, welches ich gerne vielen Menschen nahelegen möchte.

Was ist dein Geheimrezept für fruchtbaren Boden?

Mein Geheimrezept besteht aus mehreren Zutaten und ihrem Zusammenspiel im Boden. Ich liste euch diese Komponenten einfachheitshalber mal auf, damit man den Überblick bewahrt. Ein fruchtbarer Boden entsteht durch mehr Geben als Nehmen. Gib dem Boden mehr, als dass du ihm entnimmst, aber bitte nur rein natürliche Materialien.

Kompost

Reichlich Grünmaterialien, wie Küchenabfälle, Rasenschnitt, Pflanzenmaterial, Totholz und Laub wird zu Kompost zersetzt und findet seinen Platz auf unsere Beete. Für das Wenden des Kompostes, damit dieser gut belüftet wird, sind unsere Hühner zuständig.

Mist

Auf einem Bauernhof fällt reichlich Mist an. Unsere Tiere sind der Schlüssel zu gesunden Pflanzen. Ohne sie wäre eine Selbstversorgung mit Obst und Gemüse nicht möglich.

Organismen

Ich bemühe mich den Boden feucht, aber nicht nass zu halten um ein günstiges Milieu für Wurzelwachstum und Regenwürmer zu erschaffen. Mit einer konstanten Decke von Mulchmaterialien, wie Heu, Stroh, Rasenschnitt oder Pflanzenabfälle schütze ich den Boden vor Wasserverlust und erspare uns das ständige Gießen im Sommer.

Pilze

Lassen sich unmittelbar nach sehr feuchten 18-21 Grad warmen Tagen blicken. Das Myzel ist ein Informationsbeschleuniger für Pflanzen und Bäume untereinander und somit auch an ihrem Wachstum beteiligt. Ein gesundes Ökosystem benötigt Pilze.

Mikroorganismen

Wir lockern den Boden nur minimal damit nicht zu viele Mikroorganismen in der Erde von Sonnenlicht, Wind- und Wettereinflüssen zersetzt werden. Pflanzen brauchen die Vielfalt in ihrer Lebensumgebung, denn jede Pflanze ist unterschiedlich und nimmt sich das aus dem Boden, was sie benötigt.
Dieses Jahr werden wir auch EM’s, sogenannte Effektive Mikroorganismen für die Bodenverbesserung verwenden. Zusammen mit Beigaben von Brennnesseljauche und Wurmkompost setzen wir auf natürlichen und selber herzustellenden Düngemittel. Da wir auf eine Farm gezogen sind, die vorher landwirtschaftlich genutzt wurde, bringen wir so viele gute Organismen wie nur möglich in den ausgelaugten Boden, damit dieser zu einem Schlaraffenland für unsere Pflanzen werden kann.

Und ganz konkret: Welche drei Aspekte im Bezug auf den Umgang mit dem Boden sind für dich die wichtigsten?

1. Gehe mit dem Boden um, als ob er ein eigenständiger Organismus wäre der fühlt und erlebt.

Der Erdboden ist die Haut der Erde. Wenn du ihn alljährlich mit aggressiven Gerätschaften bearbeitest, wird er seine Fruchtbarkeit verlieren und austrocknen. Wir bearbeiten den Boden nur minimal oder graben ihn gar nicht um. Charles Dowding, ein fabelhafter englischer Gemüsegärtner, erzielt mit der No-Dig, Nicht- Umgrabe-Methode, außergewöhnliche Ergebnisse und diese Methode verwenden wir auch auf unserer Farm. Das Gemüse wucherte nur so, obwohl man sich das Umgraben erspart hat. Auch bei der Bodenbearbeitung ist weniger oft mehr.

2. Gib ihm nur das, was ihm gut tut

Für mich sind das ausschließlich natürliche Stoffe, die ihren Ursprung auch wieder in natürliche Stoffe haben. Zum Beispiel zählt der Dung einer Kuh, die mit genmanipulierten Futtermittel gefüttert wurde nicht dazu, denn die Giftstoffe, die die Kuh ausscheidet gehen direkt in die Erde und verunreinigen diese. Wir achten genau darauf, dass unsere Tiere nur selbst angebautes Futter oder biozertifizierte Futtermittel erhalten. Alle Kreisläufe sind verbunden, das sollte man sich immer vor Augen haben.

3. Arbeite für den Boden, nicht gegen ihn.

Du wirst ihm niemals das zurückgeben können, was er dir schenkt und in Zukunft an Nahrung schenken wird. Damit die Nährstoffe nicht völlig von den Pflanzen absorbiert werden, gebe ich massenhaft Grünmaterial, Kompost oder abgelagerten Mist zur Unterstützung dazu. Ein Boden sollte niemals kahl und unbedeckt sein, dadurch wird er für die Wettereinflüsse zu anfällig und trocknet aus. Ich versuche immer mehr zu geben, als dass ich nehme. Verdorrte Pflanzen bringe ich in den Boden wieder ein oder ersetze abgeerntete Pflanzen mit anderen Grünmaterialien. Orientiere dich an einen unberührten Wald, dort fegt niemand das Laub weg, sondern es wird auf natürliche Weise zersetzt.

Das leckerste DIY Brot ever: Brot backen für Sauerteig-Anfänger

Selbermachen fördert das Bewusstsein über die Dinge.

  • Wer einen Landwirt beim Bestellen der Felder beobachtet,
  • wer dem Imker bei der Arbeit am Bienenvolk über die Schulter schaut,
  • wer mit den Kids ein Baumhaus zimmert,
  • wer versucht, selbst Gemüse im Garten anzubauen –

Der weiß, wie wertvoll all die Dinge sind, die uns zur Verfügung stehen. Unterschiedlichste Sachen auszuprobieren und in mein und unser Leben zu integrieren, das tut mir gut. Einer der Orte, an denen ich meine Neugier stille, ist die Küche.

Immer wieder habe ich in den letzten Jahren Brot gebacken. Manche sind besser gelungen, manche schlechter. Bis es nun endlich rund läuft:

Selbst gemachtes Brot
aus Mehl, Wasser und Salz.

Sonst nix.

Wie dir das ebenfalls gelingt, liest du hier.
Viel Freude beim Ausprobieren! „Das leckerste DIY Brot ever: Brot backen für Sauerteig-Anfänger“ weiterlesen

Einkochen in Überfluss-Zeiten

Gemüse, als Eintopf eingekocht

Einen großen Teil des Gemüses, das wir konsumieren, bekommen wir wöchentlich über eine Solidarische Landwirtschaft. Eine bestimmte Menge Gemüse ist also einfach immer “da” und möchte verarbeitet werden. Das ist gut, denn so konsumieren wir tatsächlich mehr Gemüse, als müssten wir es nach Bedarf einzeln im Laden kaufen.

Andererseits gibt es Phasen, da kommen wir nur schwer hinterher. Sinnvoll ist dann natürlich das Anlegen von Vorräten. Wenn auch nur in kleinem Umfang, so haben wir dennoch immer wieder Gemüse haltbar gemacht. Einfrieren geht nicht, denn die Tiefkühle haben wir mangels Nutzung und aus Energiespargründen vor einigen Jahren rausgeschmissen.

Eine weitere Methode zum Haltbarmachen ist das Einkochen. An Tagen, wo die Zeit zum Kochen fehlt, ist das super: Statt einer Konservendose öffnen wir ein Einweckglas, erhitzen den Inhalt und haben ein fertiges Essen auf dem Tisch. „Einkochen in Überfluss-Zeiten“ weiterlesen

Regionale Superfoods – Gesundes wächst auch um die Ecke

Natürlich, gesund ernähren wollen wir uns ja alle. Gerne habe ich hin und wieder auch schon eines der gerade so trendigen “Superfoods” gekauft. Jedoch: Es fühlt sich einfach nicht perfekt an, diese von weit her importierten Lebensmittel zu konsumieren.

  • Die CO2-Bilanz dieser Waren ist katastrophal, also schlecht für meinen ökologischen Fußabdruck.
  • Ich kenne nicht die Umstände, unter welchen diese Lebensmittel hergestellt werden, auch wenn ich darauf achte, dass es bio und fair gehandelt ist. Geht es den Produzenten gut? Wer erntet die Produkte? Was befand sich an den Produktionsstätten, bevor dort die Superfoods angebaut wurden? Schade ich durch mein Kaufverhalten vielleicht sogar?
  • Die Schadstoffbelastung kann sehr hoch sein, beispielsweise bei konventionellen Goji-Beeren aus China.
  • Superfoods sind in der Regel in kleinen Einheiten in Plastik verpackt.
  • Sie sind oft ziemlich teuer.

Was jedoch ist die Alternative?

Generell auf eine gesunde Ernährung achten

Sicherlich ist erst mal sehr wichtig, sich generell gesund zu ernähren, siehe hierzu beispielsweise den Artikel zu Clean Eating. Sich ein bisschen Superfood über’s Fastfood zu streuen, das wird der Gesundheit nicht wesentlich dienen.

Regionale Superfoods aus Bio-Anbau

Lebensmittel, die sich durch einen besonders hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen auszeichnen, die unserer Gesundheit besonders förderlich sind, interessieren mich natürlich. Folgende REGIONALE Superfoods sind mir bei meiner Recherche begegnet:

  • Brokkoli und andere Kohlarten, s. TEDxTalk “The DNA whisperer” von Tom Malterre
  • Leinsamen, auch als Öl (Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Linolensäuren)
  • Hanfsamen (Eisen, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Sprossen aus der eigenen Küche
  • Goji-Beeren aus eigenem Anbau
  • Heidelbeeren, Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutte
  • Brennnessel-Grün und -Samen

Punkten können diese Lebensmittel, weil  sie während der Saison für uns ultra frisch erhältlich sind. Aus dem eigenen Garten oder Balkon, aus dem Hofladen des lokalen Bio-Landwirts, vom Markt, vielleicht sogar wild wachsend. Betrachtet man das Thema “Superfoods” auf diese Weise, verlieren die momentan so trendigen Produkte an Attraktivität, denn:

“Frisch” schlägt “haltbar gemacht”,
“regional” schlägt “von weit her importiert”.

Bon’appetit!


Foto: „Brennnessel in Blüte“ von Lutz Blohm, CC BY-SA 2.0

Knuspermüsli im Handumdrehen

Fehlt nur noch Flüssigkeit zum Müsli. Orangensaft, Milch, Sojadrink, Joghurt?

Ich verwende folgende Zutaten:

  • 400g Mehrkornflocken, bio, Papierverpackung
  • 100g Nüsse, Trockenobst, jeweils ganz oder zerkleinert nach Belieben
  • 75g Honig, Zucker, Zuckerrübensirup oder Ähnliches, meist bunt gemischt
  • 50g Butter
  • 50ml Wasser
  • 1 EL Nussmus nach Geschmack
  • 1 EL Vanillezucker aus unserem selbst angelegten Vorratsglas (keine Wegwerf-Einzeltütchen)
  • evtl. 1 EL Kakao-Pulver
  • evtl. 1 TL Zimt
  • 1 Prise Salz

„Knuspermüsli im Handumdrehen“ weiterlesen

Eier, Huhn und … Hähnchen

Schon verrückt, dass es etwas Besonderes ist, wenn Küken NICHT sofort getötet werden. Die männlichen Küken jedenfalls. Kann man ja nicht gebrauchen zum Eierlegen. Weg damit.

Auch die Bios sind da nicht generell besser.
Mit wenigen Ausnahmen – zum Glück!

“[Unsere] Küken werden nicht vergast, sondern aufgezogen. Sie wachsen langsam und unter ökologischen Bedingungen zu stattlichen Hähnen heran”, damit wirbt haehnlein, deren Eier ich in unserem Bioladen um die Ecke kaufe. Was für ein Glück, dass es Alternativen gibt! Auch wenn es leider noch zu wenige sind.

Das Zauberwort ist “Zweinutzungsrasse”. Hühner dieser Rassen eignen sich in der Nutztierhaltung sowohl zum Eierlegen, als auch als Schlachttier für Hühnchenfleisch. Wer mehr über Henne, Hahn und deren Nutzung erfahren möchte, findet bei haehnlein einen tollen Überblick.

Wir konsumieren sehr wenige Eier insgesamt. Zirka alle zwei Monate oder seltener gibt’s einen Karton mit sechs Eiern. Ein paar wenige Male im Jahr ein Sonntagsfrühstücksei, das ist schon etwas Tolles. Genießen kann ich es aber nur dann, wenn ich das Gefühl habe, den Tieren geht es gut. Bei konventioneller Haltung: Nope. Bei normalem EU-Bio-Siegel: Eher auch nein. Bei Bio-Freilandhaltung: Eher ja. Bei bio und Männchen-Aufzucht: Yes!

Wie geht’s euch damit? Esst ihr Eier oder seid ihr davon weit entfernt? Was ist euch beim Kauf wichtig?

Freue mich auf eure Kommentare!
Liebe Grüße, Kerstin


Foto: „I am not amused“ von Cornelia Kopp, CC BY 2.0

“Clean Eating” – Wie man sich sauber gut ernährt

Nachhaltig, lecker und gesund soll es sein, was auf den Tisch kommt – Das ist schon lange mein Bestreben. Immer wieder neue Aspekte hierzu ergaben und fanden sich in den letzten Jahren.

Ein spannendes Konzept begegnete mir im Herbst 2016 in Form eines Buchs: Clean Eating – Basics* von Hannah Frey. Ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin, endlich eine große Zahl der mir wichtigen Aspekte zum Thema Ernährung gebündelt in Buchform zu finden, und direkt von einigen weiterführenden Aspekten und Anregungen profitieren zu können.

“Clean Eating bedeutet”, dass…

… wir unser Essen selbst zubereiten und wissen, was drin ist,

… das Kochen und Essen “bewusst und mit Achtsamkeit” geschieht,

… ich “auf Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Süßstoffe, Geschmacksverstärker und Transfette [verzichte]”,

… “Superfoods […] in den Speiseplan [integriert]” werden,

… wir uns “von biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln [..] ernähren”. Dieser Aspekt ist mir ein Herzensanliegen, kommt jedoch in Hanna Freys Umsetzung (Rezepte, Empfehlungen, Blog, weitere Bücher) leider zu kurz.

Eine wunderbare Zusammenstellung! Findet ihr nicht auch? Wer sich mit diesen Grundlagen näher beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ein Rezepteteil liefert tolle Inspirationen und neue Ideen.

Etwas fehl am Platz erschien mir das Kapitel zum Thema Yoga. Der Aspekt der “regionalen und saisonalen Lebensmittel” spiegelt sich im Rezepteteil leider nur gering wider, da muss man sich selbst ggf. weiter einarbeiten.

Nichtsdestotrotz: Ein Buch, mit dem ich von Herzen etwas anfangen kann und das ich darum gerne weiterempfehle. Einfach, weil es ein so schlüssiges, einfaches und für mich stimmiges Konzept beschreibt.

___
Clean Eating Basicsalle Zitate beziehen sich auf
Frey, Hannah: Clean Eating – Basics*, Gräfe und Unzer Verlag, 2016, Innenseite Buchdeckel

Foto: „Wall_Food_10229“ von Michael Stern, CC BY-AL 2.0

Bienenwachstücher selbermachen [mit Video-Anleitung]

Bienenwachstücher selbermachen

Du möchtest dich von Frischhaltefolie und Alufolie verabschieden? Plastikfrei ist dir wichtig? Käse kaufst du lieber stückweise unverpackt als eingeschweißt in Plastik? Du suchst eine wiederverwendbare Verpackung?

Probiere es mit Bienenwachstüchern.

Sie helfen dir, Plastik‐ und Alufolie step by step aus der Küche zu verbannen. Ob Einschlaghülle für Hartkäse und Vesperbrot, Abdeckung für angebrochene Lebensmittel, oder Haube für Mahlzeiten‐Reste.

Du kannst Bienenwachstücher aus wenigen Materialien einfach selbst herstellen: „Bienenwachstücher selbermachen [mit Video-Anleitung]“ weiterlesen

Urlaubs-Aprikosen: Wie man eine Obst-Schwemme bewältigt

Unser doch recht spontaner Provence-Trip ist vorüber. Neben Erinnerungen an eine schöne, entspannte, sonnige Zeit dort bleiben uns:

Zwei Holzkisten leckerer, selbst geernteter Bio-Aprikosen  🙂

Die Challenge besteht darin, die Früchte aufzuessen oder zu verarbeiten, bevor sie schlecht werden und wir sie auf den Kompost geben müssen. Zwar würden sie auch dort einen Zweck erfüllen – immerhin wird irgendwann Erde daraus -, aber besser gefällt mir natürlich das Konsumieren!

Zum Aufessen sind es zu viele, daher ging’s gestern ans Verarbeiten. Entstanden sind mehrere Gläser Aprikosen-Mus, ein Glas getrocknete Früchte, eine Schale roher Aprikosen im Kühlschrank zum Naschen, einige Gläser Brombeer-Aprikosen-Smoothie und bei Pia ein Aprikosen-Streusel-Kuchen.

Getrocknete Aprikosen

Von den frischen Aprikosen sowohl die Steine als auch die nicht so guten Stellen entfernen.

Die Fruchthälften in eine Schale tauchen, in der 1/2 Liter warmes Wasser und drei Esslöffel Zitronensaft vermischt wurden. Durch die Säure bleibt den Früchten ihre typische Farbe besser erhalten, sie werden nicht so schnell braun.

Lose auf Backblechen oder -gittern verteilen. Ich hatte drei Bleche gleichzeitig im Ofen. Bei 100 Grad oder weniger verbringen die Früchte nun einige Stunden im Backofen. Ganz schön energieintensiv! Zwischendurch habe ich die Ofentür kurz geöffnet, um die feuchte Luft entweichen zu lassen.

 

Aprikosen-Mus

Aprikosen entsteinen und schlechte Stellen entfernen, bis zwei Kilogramm zusammengekommen sind. Mit etwas Wasser in einem Topf aufkochen, Deckel drauf, bei niedriger Temperatur 15 Minuten dünsten.

In einem zweiten Topf etwas kaltes(!) Wasser mit 60 Gramm Konfitura verrühren, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind. Zucker zugeben. Menge? Ich habe 350 Gramm Zucker verwendet, das Mus ist uns nun zum Einfach-So-Essen allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal würde ich auf 200 bis 250 Gramm reduzieren.

Die gedünsteten Aprikosen inklusive Flüssigkeit durch eine Flotte Lotte drehen, als Auffangbehälter direkt den Topf mit dem Wasser-Konfitura-Zucker-Gemisch verwenden.

Unter Rühren aufkochen, einige Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, möglichst heiß abfüllen und die Gläser schnell verschließen.

Nach dem Abkühlen können bei den Weck-Gläsern die Clips entfernt werden, da die Deckel durch den im Glas entstandenen Unterdruck festgehalten werden. Sollte ein Deckel lose sein, ist das Glas nicht für’s Vorratsregal geeignet, sondern zum Direkt-Verzehr 😉

Twist-Off-Gläser stellt man nach dem Heiß-Einfüllen für ein paar Minuten auf den Kopf. Dann wieder umdrehen und abkühlen lassen. Dabei sollte sich der Deckel nach unten Einziehen. Tut er das nicht, sondern bleibt eine Wölbung nach außen stehen, darf das entsprechende Glas ebenfalls nicht in den Vorrat, sondern kann direkt verspeist werden.

 

Aprikosen-Kuchen

Verrät uns Pia das Rezept für ihren leckeren Streusel-Apikosen-Kuchen?

 

Aprikosen-Brombeer-Smoothie

Im eigenen Garten gibt’s gerade Brombeeren zu ernten. Was steht euch an Früchten zur Verfügung? Auch auf Spaziergängen kann man allerhand finden und ernten, an frei wachsenden Hecken zum Beispiel, Frei-Ernte-Möglichkeiten in deiner Nähe findest du unter mundraub.org.

Wir geben Brombeeren, Aprikosen und Wasser in ein Gefäß, pürieren ein Mal kräftig durch, und fertig ist das leckere Getränk. Gesund ist es außerdem, denn dem Körper werden die enthaltenen Nährstoffe bereits in stark zerkleinerter Form angeboten. Die Verdauung und Aufnahme funktioniert so ziemlich leicht. Vor allem Wenig-Kauer dürften von dieser Zubereitungsvariante profitieren 😉

 

… und der Nasch-Rest

Roh schmecken die Früchte natürlich super lecker, daher wurden nicht alle verarbeitet. Bon’app!