Das leckerste DIY Brot ever: Brot backen für Sauerteig-Anfänger

Roggenbrot & andere Brote backen aus Sauerteig

Selbermachen fördert das Bewusstsein über die Dinge.

  • Wer einen Landwirt beim Bestellen der Felder beobachtet,
  • wer dem Imker bei der Arbeit am Bienenvolk über die Schulter schaut,
  • wer mit den Kids ein Baumhaus zimmert,
  • wer versucht, selbst Gemüse im Garten anzubauen –

Der weiß, wie wertvoll all die Dinge sind, die uns zur Verfügung stehen. Unterschiedlichste Sachen auszuprobieren und in mein und unser Leben zu integrieren, das tut mir gut. Einer der Orte, an denen ich meine Neugier stille, ist die Küche.

Immer wieder habe ich in den letzten Jahren Brot gebacken. Manche sind besser gelungen, manche schlechter. Bis es nun endlich rund läuft:

Selbst gemachtes Brot
aus Mehl, Wasser und Salz.

Sonst nix.

Wie dir das ebenfalls gelingt, liest du hier.
Viel Freude beim Ausprobieren!

  1. Sauerteig basics
  2. Das Starter-Glas im Kühlschrank
  3. Brot backen
  4. weiterführende Empfehlung

Suchst du weitere DIY-Anleitungen für ein nachhaltiges Leben?

Sauerteig basics

Sauerteig selbst ziehen

Im Vorhinein habe ich mir einen Sauerteig gezogen. Sauerteig ist eine Symbiose von Hefen und Milchsäurebakterien. Durch sie kommen Triebstärke und Geschmack zustande.

Mein Fazit nach einem Experiment mit unterschiedlichen Ansätzen: Zieh dir nach dieser Anleitung von Stefanie einen eigenen Sauerteig. Das dauert vier Tage. Du benötigst nur Roggenvollkornmehl, Wasser und ein Gefäß.

Temperatur-Optimum 25 Grad

Der Sauerteig passt sich an die Umgebungstemperatur an: Je wärmer es der Sauerteig hat, desto aktiver sind die Hefen, die für die Triebstärke zuständig sind. Je kühler, desto mehr rückt der typische Sauerteiggeschmack in den Vordergrund, den die Milchsäurebakterien bestimmen. Als goldene Mitte kannst du 25 Grad ansetzen. Alles darüber (bis 28, 30 Grad) ist für den Sauerteig “warm”, alles darunter “kalt”.

Hast du ein Thermometer? Auch ein Bade- oder analoges Fieberthermometer geht. Es lohnt sich nämlich, ein Mal die eigene Wohnung zu durchforsten: Gibt’s ein eher warmes Örtchen irgendwo? Bei uns ist das auf dem Aquarium. Hier sind es tagsüber 24 bis 25 Grad, perfekt für den Sauerteig.

Behelfen kannst du dir, wenn der Teig bei Raumtemperatur nicht richtig aufgeht, indem du im Backofen nur das Licht anschältst und die Tür geschlossen lässt. Zieht zwar Strom, aber um dem Sauerteig auf die Sprünge zu helfen, darf das schon mal sein, finde ich. Thermometer beilegen und immer wieder checken!

Spar dir den Hefe-Zusatz

Man muss beim Backen keine extra Hefe zusetzen, weder frische Hefe aus dem Kühlregal, noch Trockenhefe aus dem Beutelchen. Super, oder? Damit spart man einerseits Geld, andererseits bleibt kein Verpackungsmüll übrig.

Das Starter-Glas im Kühlschrank

In unserem Kühlschrank steht ein bauchiges Weckglas mit lose aufgelegtem Glasdeckel, in dem der Sauerteig ruht und auf seinen nächsten Einsatz wartet.

Ich entnehme pro Back-Session 20 Gramm. Daraus backe ich zwei Brote zu je zirka 700 Gramm.

Etwa ein Mal im Monat werden die fleißigen Helferchen im Glas, die tollen Hefen und Bakterien, gefüttert:

  1. Zu gleichen Teilen alten Sauerteig, Roggenvollkornmehl und Wasser mischen, zum Beispiel 100g Teig + 100g Mehl + 100g Wasser.
  2. Alles in ein frisches, sauberes Glas geben.
  3. Das Gemisch an einem warmen Ort (25 bis 30 Grad) stehen lassen, bis das Volumen deutlich zugenommen hat. Es kann gut und gerne das doppelte Volumen oder mehr werden.
  4. Wenn der Sauerteig seinen Wachstumshöhepunkt erreicht hat und bevor er in sich zusammenfällt, wandert das Glas wieder in den Kühlschrank. Das ist nach rund vier Stunden der Fall, je nach Temperatur und persönlicher Befindlichkeit deines klebrigen Kollegen.

Brot backen

Sauerteigbrot zu backen, das funktioniert nur mit Liebe, wie ich von Stefanie gelernt habe. Für mich bedeutet das: Ich schenke dem Teig die Aufmerksamkeit, die er braucht. Das hat etwas Meditatives und bringt mir Ruhe. Probiere es aus – Wie geht es dir damit?

Ich beginne abends, vor einem unverplanten Vormittag, also meist freitags oder samstags. Das funktioniert auch, wenn abends noch Programm ist, denn der erste Schritt ist kurz.

Einstimmung: der Ansatz am Abend

Abends gebe ich

  • 200g Mehl
  • 200g Wasser
  • 20g Sauerteig

in eine Rührschüssel. Mit einem Teelöffel verrühre ich alles einige Sekunden, bis der Teig keine Klümpchen mehr enthält. Die Schüssel stelle ich mit Deckel aufs Aquarium (abends ~24 Grad, nachts kühler).

Welches Mehl verwenden?

Uns schmeckt eine Mischung aus halb Roggenvollkorn- und halb 1050er-Weizenmehl sehr gut. Ich achte darauf, immer einen Anteil Roggenvollkorn im Teig zu haben (mindestens ein Viertel). Mit dem Rest variiere ich.

1/2-stündiger Rhythmus am Vormittag

Nach dem Frühstück – was bei uns am Wochenende zu ganz unterschiedlichen Zeiten stattfindet 😉 – beginnen 2,5 intensivere Stunden.

In der Rührschüssel werden erst einmal folgende Zutaten vermischt:

  • Ansatz vom Abend
  • 800g Mehl (Mischung wie oben)
  • 450g Wasser

* 1/2 Stunde Pause *

20 Gramm Salz zugeben. Fünf Minuten kneten. Das trainiert die Handmuskeln. Der Teig ist noch sehr klebrig und zäh. Keine Sorge, das wird besser. Ich achte darauf, auch das am Rand klebende Material mitzukneten, indem ich es immer wieder zur Mitte hin streiche.

* 1/2 Stunde Pause *

Jetzt wird gefaltet. Mit einer Teigkarte, einem handgroßen, kartenförmigen, stabilen Teigschaber, stürze ich den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte. Ich ziehe ihn mit bemehlten Händen auseinander. Dann falte ich ihn von unten zur Mitte, von oben zur Mitte, von links zur Mitte, von rechts zur Mitte. Zurück in die Schüssel, Deckel drauf, fertig.

* 1/2 Stunde Pause *

Jetzt wird wieder gefaltet.

* 1/2 Stunde Pause *

Und nochmal falten.

* 1/2 Stunde Pause *

Ruhen – backen – essen

Jetzt ist es fast geschafft. Den Teig in zwei Portionen teilen. Beide Portionen separat ein letztes Mal falten. In zwei separate, bemehlte Schalen legen und abdecken.

Nach 2 Stunden eine flache Schale mit Wasser in den Backofen stellen, Blech rein, Ofen vorheizen auf 225 Grad.

Wenn die Temperatur erreicht ist: Heißes Blech aus dem Ofen holen, Mehl darauf streuen (Backpapier ist nicht notwendig), beide Teiglaibe nebeneinander mit etwas Abstand auf das Blech stürzen. Mit einer Teigkarte klappt das sehr gut. Die Oberfläche der Laibe einschneiden.

Wichtig: Jetzt nicht mehr kneten, sonst zerstörst du die in den letzten beiden Stunden entstandene Struktur, die deine Brote fluffig macht.

Das Blech möglichst schnell wieder in den Ofen schieben. Der Ofen heizt nun nach, um wieder auf 225 Grad zu kommen. Wenn die Temperatur erreicht ist, runterschalten auf 200 Grad, Tür geschlossen halten. Backzeit insgesamt 45 Minuten – Die Zeit läuft, sobald das Blech im Ofen ist.

Uuuund, hat’s geklappt?
Wie schmecken deine Brote?

Ich bin gespannt auf deinen Erfahrungsbericht!

Weiterführende Empfehlung

 Hefe und mehr: Lieblingsbrote selbstgebacken Brot backen: Ein Kurs für AnfängerWenn dir das Backen Spaß macht, empfehle ich dir die tolle Internetseite Hefe und mehr von Stefanie oder ihre Bücher Hefe und mehr: Lieblingsbrote selbst gebacken* oder Brot backen – Ein Kurs für Anfänger*.

Als ursprüngliches Rezept habe ich Brotbacken für Anfänger XIV: Das erste Sauerteigbrot verwendet und es dann immer mehr an unseren Geschmack, unseren Alltag und meine Routine angepasst.

Viel Freude beim Experimentieren, gutes Gelingen und bon appétit!

Eure Kerstin

 

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Einkochen in Überfluss-Zeiten

Gemüse, als Eintopf eingekocht

Einen großen Teil des Gemüses, das wir konsumieren, bekommen wir wöchentlich über eine Solidarische Landwirtschaft. Eine bestimmte Menge Gemüse ist also einfach immer “da” und möchte verarbeitet werden. Das ist gut, denn so konsumieren wir tatsächlich mehr Gemüse, als müssten wir es nach Bedarf einzeln im Laden kaufen.

Andererseits gibt es Phasen, da kommen wir nur schwer hinterher. Sinnvoll ist dann natürlich das Anlegen von Vorräten. Wenn auch nur in kleinem Umfang, so haben wir dennoch immer wieder Gemüse haltbar gemacht. Einfrieren geht nicht, denn die Tiefkühle haben wir mangels Nutzung und aus Energiespargründen vor einigen Jahren rausgeschmissen.

Eine weitere Methode zum Haltbarmachen ist das Einkochen. An Tagen, wo die Zeit zum Kochen fehlt, ist das super: Statt einer Konservendose öffnen wir ein Einweckglas, erhitzen den Inhalt und haben ein fertiges Essen auf dem Tisch.

Wichtig ist beim Einkochen aber, sich an einige Grundregeln zu halten, um keine Probleme mit sich öffnenden Gläsern und verdorbenem Glasinhalt zu bekommen. Wärmstens empfehle ich euch die facebook-Gruppe* “Einkochen wie zu Omas Zeiten“. In den zur Verfügung gestellten Dateien findet man alles, was man zum richtigen, also sicheren Einkochen wissen muss, inklusive diverser Rezepte für herzhafte Speisen mit und ohne Fleisch, Kuchen, Brot etc.

Das Beitragsbild hier zeigt einen eingemachten Gemüse-Eintopf. Aus den Infos in oben genannter Gruppe kannst du dir Anleitungen für eigene Vorräte zusammentragen. Viel Freude beim Ausprobieren!

Und was hat das nun mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nachhaltig wäre das Einkochen meiner Meinung nach nicht, wenn man sich überwiegend von Eingekochtem ernährt – Zu hoch ist der Energieverbrauch bei der Haltbarmachung, zu groß das Risiko von Nährstoffverlusten. Nachhaltig ist es aber dann, wenn ich durch gelegentlichen Verzehr von Eingemachtem an anderer Stelle keinen Schaden anrichte:

  • Ich spare mir Verpackungsmüll von Fertigprodukten, sei es die Konservendose Ravioli, die Tiefkühlpizza oder die Instant-Packung mit chinesischer Nudelsuppe.
  • Ich spare mir den Einkauf, den Verpackungsmüll, das Unterstützen konventionell erzeugter Produkte und die oft ungesunden Inhaltsstoffe von Auf-die-Hand-Snacks, sei es das Tomate-Mozzarella-Wrap aus der Cafeteria, der Burger vom Mäckes, der Obstsalat-to-Go vom Imbissstand oder das belegte Brötchen vom Industriebäcker.

Natürlich: Hier und da ein Snack auf die Hand, wenn’s lecker schmeckt und gut tut, darf das gerne mal sein! Schön ist es aber, Entscheidungsfreiheit zu haben. Ich KANN auch zuhause, und entscheide mich oft gerne dafür.

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* Hinweis der Admins: Die Dateien, Rezepte und Anleitungen stehen allen Interessierten zur Verfügung, jedoch nicht zur kommerziellen Nutzung.

Regionale Superfoods – Gesundes wächst auch um die Ecke

Natürlich, gesund ernähren wollen wir uns ja alle. Gerne habe ich hin und wieder auch schon eines der gerade so trendigen “Superfoods” gekauft. Jedoch: Es fühlt sich einfach nicht perfekt an, diese von weit her importierten Lebensmittel zu konsumieren.

  • Die CO2-Bilanz dieser Waren ist katastrophal, also schlecht für meinen ökologischen Fußabdruck.
  • Ich kenne nicht die Umstände, unter welchen diese Lebensmittel hergestellt werden, auch wenn ich darauf achte, dass es bio und fair gehandelt ist. Geht es den Produzenten gut? Wer erntet die Produkte? Was befand sich an den Produktionsstätten, bevor dort die Superfoods angebaut wurden? Schade ich durch mein Kaufverhalten vielleicht sogar?
  • Die Schadstoffbelastung kann sehr hoch sein, beispielsweise bei konventionellen Goji-Beeren aus China.
  • Superfoods sind in der Regel in kleinen Einheiten in Plastik verpackt.
  • Sie sind oft ziemlich teuer.

Was jedoch ist die Alternative?

Generell auf eine gesunde Ernährung achten

Sicherlich ist erst mal sehr wichtig, sich generell gesund zu ernähren, siehe hierzu beispielsweise den Artikel zu Clean Eating. Sich ein bisschen Superfood über’s Fastfood zu streuen, das wird der Gesundheit nicht wesentlich dienen.

Regionale Superfoods aus Bio-Anbau

Lebensmittel, die sich durch einen besonders hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen auszeichnen, die unserer Gesundheit besonders förderlich sind, interessieren mich natürlich. Folgende REGIONALE Superfoods sind mir bei meiner Recherche begegnet:

  • Brokkoli und andere Kohlarten, s. TEDxTalk “The DNA whisperer” von Tom Malterre
  • Leinsamen, auch als Öl (Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Linolensäuren)
  • Hanfsamen (Eisen, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Sprossen aus der eigenen Küche
  • Goji-Beeren aus eigenem Anbau
  • Heidelbeeren, Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutte
  • Brennnessel-Grün und -Samen

Punkten können diese Lebensmittel, weil  sie während der Saison für uns ultra frisch erhältlich sind. Aus dem eigenen Garten oder Balkon, aus dem Hofladen des lokalen Bio-Landwirts, vom Markt, vielleicht sogar wild wachsend. Betrachtet man das Thema “Superfoods” auf diese Weise, verlieren die momentan so trendigen Produkte an Attraktivität, denn:

“Frisch” schlägt “haltbar gemacht”,
“regional” schlägt “von weit her importiert”.

Bon’appetit!


Foto: „Brennnessel in Blüte“ von Lutz Blohm, CC BY-SA 2.0

Vanillezucker – Vorratsglas statt Einzelpäckchen

Bourbon-Vanille, Zucker, Vorratsglas

Die Schachtel mit Backzutaten in unserem Küchenschrank ist mir ein Graus, wenn ich mir überlege, wie wenig Inhalt in wie viel Verpackung eingetütet ist. “Step by step reduzieren” lautet die Devise. Begonnen habe ich bei Vanillezucker.

Ich habe verwendet:

  • eine Vanilleschote, bio (Leider in einem Plastikröhrchen verpackt, aber es ist nur EINE Verpackung und es wird eine Menge Vanillezucker ergeben.)
  • 250g Zucker (in meinem Fall Bio-Rübenzucker aus Deutschland, im Papierbeutel)

Zucker in ein Vorratsglas geben. Die Vanilleschote der Länge nach aufschlitzen. Den Inhalt der Schote auskratzen und auf den Zucker geben. Die ausgekratzte Schote ebenfalls ins Glas geben, Deckel schließen, alles kräftig durchschütteln.

Nach einigen Tagen Ziehzeit hat sich der Vanillegeschmack verteilt und du kannst den Zucker verwenden. Lecker als Zutat für das selbst gemachte Knuspermüsli, zum Kuchenbacken oder für Weihnachtsgebäck.

Lass es dir schmecken!

Plastikfrei zu leben fällt dir bei Backzutaten schwer? Reduziere step by step. Wie du beginnst, verrät dir LANA.

Knuspermüsli im Handumdrehen

Fehlt nur noch Flüssigkeit zum Müsli. Orangensaft, Milch, Sojadrink, Joghurt?

Ich verwende folgende Zutaten:

  • 400g Mehrkornflocken, bio, Papierverpackung
  • 100g Nüsse, Trockenobst, jeweils ganz oder zerkleinert nach Belieben
  • 75g Honig, Zucker, Zuckerrübensirup oder Ähnliches, meist bunt gemischt
  • 50g Butter
  • 50ml Wasser
  • 1 EL Nussmus nach Geschmack
  • 1 EL Vanillezucker aus unserem selbst angelegten Vorratsglas (keine Wegwerf-Einzeltütchen)
  • evtl. 1 EL Kakao-Pulver
  • evtl. 1 TL Zimt
  • 1 Prise Salz

Die trockenen Zutaten in einer breiten Schale vermischen.

Wasser, Butter, Süßungszutat/en und Nussmus in einem kleinen Topf bei kleinster Stufe unter Rühren erwärmen. Sobald sich eine flüssige, homgene Masse gebildet hat: Topfinhalt über die trockenen Zutaten gießen, beim Ausgießen direkt gut verteilen. Mit Salatbesteck oder zwei Esslöffeln sehr gut durchmengen, bis die Getreideflocken einheitlich benetzt erscheinen.

Backofen auf 200°C vorheizen, Flocken auf einem Blech verteilen und 10min backen. Blech rausnehmen, Flocken durchmischen, weitere 10min backen.

Ofen ausschalten, Hitze einige Sekunden entweichen lassen. Anschließend einen Holzlöffel in die Tür klemmen, damit sie gerade noch einen Spalt offen steht und die Restfeuchte entweichen kann. Im Ofen abkühlen lassen, in Vorratsglas füllen, fertig!

Variationen nach Belieben

Das Rezept lässt sich super variieren: Wie wäre es mit einem Mandel-Knuspermüsli? Gehackte und ganze Mandeln sowie Mandelmus verwenden. Schoko-Knuspermüsli gefällig? Kakao-Anteil erhöhen, statt Nussmus Schokolade zugeben. Frucht und Dinkel? Gleich 500g Flocken verwenden, eine Banane mit ein paar Datteln und Apfelsaft pürieren und zugeben.

Mut zur Improvisation!

Ins Knuspermüsli kannst du vielfältige Zutaten packen. Daher eignet es sich gut auch zur Resteverwertung. Im Schrank schlummert seit einiger Zeit z.B. eine angebrochene Packung Kokosflocken? Ein Glas Honig, das nicht leer werden möchte? Ein Restchen Obstsaft? Und so weiter. Alles potenzielle Ingredienzen für dein individuelles Knuspermüsli.

Bon’crunch!

 

 

Merken

Eier, Huhn und … Hähnchen

Schon verrückt, dass es etwas Besonderes ist, wenn Küken NICHT sofort getötet werden. Die männlichen Küken jedenfalls. Kann man ja nicht gebrauchen zum Eierlegen. Weg damit.

Auch die Bios sind da nicht generell besser.
Mit wenigen Ausnahmen – zum Glück!

“[Unsere] Küken werden nicht vergast, sondern aufgezogen. Sie wachsen langsam und unter ökologischen Bedingungen zu stattlichen Hähnen heran”, damit wirbt haehnlein, deren Eier ich in unserem Bioladen um die Ecke kaufe. Was für ein Glück, dass es Alternativen gibt! Auch wenn es leider noch zu wenige sind.

Das Zauberwort ist “Zweinutzungsrasse”. Hühner dieser Rassen eignen sich in der Nutztierhaltung sowohl zum Eierlegen, als auch als Schlachttier für Hühnchenfleisch. Wer mehr über Henne, Hahn und deren Nutzung erfahren möchte, findet bei haehnlein einen tollen Überblick.

Wir konsumieren sehr wenige Eier insgesamt. Zirka alle zwei Monate oder seltener gibt’s einen Karton mit sechs Eiern. Ein paar wenige Male im Jahr ein Sonntagsfrühstücksei, das ist schon etwas Tolles. Genießen kann ich es aber nur dann, wenn ich das Gefühl habe, den Tieren geht es gut. Bei konventioneller Haltung: Nope. Bei normalem EU-Bio-Siegel: Eher auch nein. Bei Bio-Freilandhaltung: Eher ja. Bei bio und Männchen-Aufzucht: Yes!

Wie geht’s euch damit? Esst ihr Eier oder seid ihr davon weit entfernt? Was ist euch beim Kauf wichtig?

Freue mich auf eure Kommentare!
Liebe Grüße, Kerstin


Foto: „I am not amused“ von Cornelia Kopp, CC BY 2.0

“Clean Eating” – Wie man sich sauber gut ernährt

Nachhaltig, lecker und gesund soll es sein, was auf den Tisch kommt – Das ist schon lange mein Bestreben. Immer wieder neue Aspekte hierzu ergaben und fanden sich in den letzten Jahren.

Ein spannendes Konzept begegnete mir im Herbst 2016 in Form eines Buchs: Clean Eating – Basics* von Hannah Frey. Ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin, endlich eine große Zahl der mir wichtigen Aspekte zum Thema Ernährung gebündelt in Buchform zu finden, und direkt von einigen weiterführenden Aspekten und Anregungen profitieren zu können.

“Clean Eating bedeutet”, dass…

… wir unser Essen selbst zubereiten und wissen, was drin ist,

… das Kochen und Essen “bewusst und mit Achtsamkeit” geschieht,

… ich “auf Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Süßstoffe, Geschmacksverstärker und Transfette [verzichte]”,

… “Superfoods […] in den Speiseplan [integriert]” werden,

… wir uns “von biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln [..] ernähren”. Dieser Aspekt ist mir ein Herzensanliegen, kommt jedoch in Hanna Freys Umsetzung (Rezepte, Empfehlungen, Blog, weitere Bücher) leider zu kurz.

Eine wunderbare Zusammenstellung! Findet ihr nicht auch? Wer sich mit diesen Grundlagen näher beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ein Rezepteteil liefert tolle Inspirationen und neue Ideen.

Etwas fehl am Platz erschien mir das Kapitel zum Thema Yoga. Der Aspekt der “regionalen und saisonalen Lebensmittel” spiegelt sich im Rezepteteil leider nur gering wider, da muss man sich selbst ggf. weiter einarbeiten.

Nichtsdestotrotz: Ein Buch, mit dem ich von Herzen etwas anfangen kann und das ich darum gerne weiterempfehle. Einfach, weil es ein so schlüssiges, einfaches und für mich stimmiges Konzept beschreibt.

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Clean Eating Basicsalle Zitate beziehen sich auf
Frey, Hannah: Clean Eating – Basics*, Gräfe und Unzer Verlag, 2016, Innenseite Buchdeckel

Foto: „Wall_Food_10229“ von Michael Stern, CC BY-AL 2.0

Bienenwachstücher selbermachen [mit Video-Anleitung]

Bienenwachstücher selbermachen

Du möchtest dich von Frischhaltefolie und Alufolie verabschieden? Plastikfrei ist dir wichtig? Käse kaufst du lieber stückweise unverpackt als eingeschweißt in Plastik? Du suchst eine wiederverwendbare Verpackung?

Probiere es mit Bienenwachstüchern.

Sie helfen dir, Plastik‐ und Alufolie step by step aus der Küche zu verbannen. Ob Einschlaghülle für Hartkäse und Vesperbrot, Abdeckung für angebrochene Lebensmittel, oder Haube für Mahlzeiten‐Reste.

Du kannst Bienenwachstücher aus wenigen Materialien einfach selbst herstellen:

  • Stoff aus Baumwolle, möglichst kbA, oder andere Stoffreste
  • Bienenwachs, möglichst in Demeter-Qualität

 

Bienenwachstuch DIY – nachhaltig leben
Pinn mich auf Pinterest!

 

Warum Demeter-Bienenwachs?

Bei echtem Bienenwachs aus Demeter zertifizierten Imkereien kannst du sicher sein, dass die Qualität stimmt. Demeter-Produkte sind generell bio, man spricht von biologisch-dynamischem Anbau. Das reine Naturwachs ist rückstandsfrei und wird regelmäßig kontrolliert. Da es ein Naturprodukt ist, sind natürliche Farbvariationen möglich. Sie können auf dem Tuch sichtbar werden – Charakter-Wachs eben.

Ich verwende ausschließlich Wachs aus einer biologisch‐dynamisch arbeitenden Imkerei hier vor Ort.

Warum verwende ich kein anderes Wachs?

Bei sonstigem Bio-Wachs kann es sich um Importware handeln, die mit wenig Rücksicht aus Bienenvölkern im Ausland geerntet wird. Konventionelles Bienenwachs kann Rückstände enthalten, die zumindest ich nicht in der Nähe unserer Lebensmittel haben möchte. Generell gibt es (noch?) keine Richtlinie, dass Produkte mit der Kennzeichnung „Bienenwachs“ auch zu 100% aus Bienenwachs bestehen müssen. Das muss man wissen. Aus diesem Grund würde ich nicht einfach irgendeine „Bienenwachs“-Kerze zerkleinern und daraus ein Wachstuch machen.

Ansonsten: Frag Imker in deiner Nähe nach Wachsausschuss. Vergewissere dich aber, dass sie ihre Völker nicht “mit Chemie” behandelt haben.

Und warum kbA-Baumwollstoff?

„kbA“ steht für „kontrolliert biologischer Anbau“ – Stoffe mit dieser Zertifizierung sind schadstofffrei. Sie stammen aus Baumwollplantagen, die ohne Pestizide, Chemiedünger und Entlaubungsmittel geführt werden. Viele Hersteller von kbA-Stoffen legen Wert auf faire und sichere Arbeitsbedingungen der an der Produktion beteiligten Menschen.

DIY Bienenwachstuch Video-Anleitung

In unserem Video zeigen wir dir, wie du diese nachhaltige Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie schnell und einfach selbst herstellen kannst. Viel Spaß dabei!

 

Tipps zur Handhabung

Das Tuch kannst du jederzeit auf die gewünschte Größe und Form zuschneiden. Die Ränder müssen nicht versäumt werden, da das Wachs die Fasern fixiert.

In deinem individuellen Haushalt wirst du sicher clevere Einsatzmöglichkeiten für dein neues Tuch finden. Beachte, dass Wachs Gerüche annehmen kann. Wir haben daher z.B. ein reines “Käse‐Tuch”.

Mit Wasser und bei Bedarf etwas Spülmittel kannst du die Oberfläche deines Tuchs reinigen. Ein Jungbrunnen für dein Tuch ist ein Aufenthalt im Backofen bei 50 bis 60°C für wenige Minuten. Im Anschluss sieht es aus wie neu!


Viel Spaß beim Ausprobieren und Nutzen der fertigen Wachstücher! Hier findest du mehr Do-it-yourself-Anleitungen für ein nachhaltiges Leben. Zum Thema Plastikfrei kann ich das Buch Besser leben ohne Plastik* aus eigener Erfahrung sehr empfehlen.

Hat dir die Anleitung geholfen? Hast du Fragen?
Hinterlasse uns einen Kommentar hier unterhalb!

 

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Urlaubs-Aprikosen: Wie man eine Obst-Schwemme bewältigt

Unser doch recht spontaner Provence-Trip ist vorüber. Neben Erinnerungen an eine schöne, entspannte, sonnige Zeit dort bleiben uns:

Zwei Holzkisten leckerer, selbst geernteter Bio-Aprikosen  🙂

Die Challenge besteht darin, die Früchte aufzuessen oder zu verarbeiten, bevor sie schlecht werden und wir sie auf den Kompost geben müssen. Zwar würden sie auch dort einen Zweck erfüllen – immerhin wird irgendwann Erde daraus -, aber besser gefällt mir natürlich das Konsumieren!

Zum Aufessen sind es zu viele, daher ging’s gestern ans Verarbeiten. Entstanden sind mehrere Gläser Aprikosen-Mus, ein Glas getrocknete Früchte, eine Schale roher Aprikosen im Kühlschrank zum Naschen, einige Gläser Brombeer-Aprikosen-Smoothie und bei Pia ein Aprikosen-Streusel-Kuchen.

Getrocknete Aprikosen

Von den frischen Aprikosen sowohl die Steine als auch die nicht so guten Stellen entfernen.

Die Fruchthälften in eine Schale tauchen, in der 1/2 Liter warmes Wasser und drei Esslöffel Zitronensaft vermischt wurden. Durch die Säure bleibt den Früchten ihre typische Farbe besser erhalten, sie werden nicht so schnell braun.

Lose auf Backblechen oder -gittern verteilen. Ich hatte drei Bleche gleichzeitig im Ofen. Bei 100 Grad oder weniger verbringen die Früchte nun einige Stunden im Backofen. Ganz schön energieintensiv! Zwischendurch habe ich die Ofentür kurz geöffnet, um die feuchte Luft entweichen zu lassen.

 

Aprikosen-Mus

Aprikosen entsteinen und schlechte Stellen entfernen, bis zwei Kilogramm zusammengekommen sind. Mit etwas Wasser in einem Topf aufkochen, Deckel drauf, bei niedriger Temperatur 15 Minuten dünsten.

In einem zweiten Topf etwas kaltes(!) Wasser mit 60 Gramm Konfitura verrühren, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind. Zucker zugeben. Menge? Ich habe 350 Gramm Zucker verwendet, das Mus ist uns nun zum Einfach-So-Essen allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal würde ich auf 200 bis 250 Gramm reduzieren.

Die gedünsteten Aprikosen inklusive Flüssigkeit durch eine Flotte Lotte drehen, als Auffangbehälter direkt den Topf mit dem Wasser-Konfitura-Zucker-Gemisch verwenden.

Unter Rühren aufkochen, einige Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, möglichst heiß abfüllen und die Gläser schnell verschließen.

Nach dem Abkühlen können bei den Weck-Gläsern die Clips entfernt werden, da die Deckel durch den im Glas entstandenen Unterdruck festgehalten werden. Sollte ein Deckel lose sein, ist das Glas nicht für’s Vorratsregal geeignet, sondern zum Direkt-Verzehr 😉

Twist-Off-Gläser stellt man nach dem Heiß-Einfüllen für ein paar Minuten auf den Kopf. Dann wieder umdrehen und abkühlen lassen. Dabei sollte sich der Deckel nach unten Einziehen. Tut er das nicht, sondern bleibt eine Wölbung nach außen stehen, darf das entsprechende Glas ebenfalls nicht in den Vorrat, sondern kann direkt verspeist werden.

 

Aprikosen-Kuchen

Verrät uns Pia das Rezept für ihren leckeren Streusel-Apikosen-Kuchen?

 

Aprikosen-Brombeer-Smoothie

Im eigenen Garten gibt’s gerade Brombeeren zu ernten. Was steht euch an Früchten zur Verfügung? Auch auf Spaziergängen kann man allerhand finden und ernten, an frei wachsenden Hecken zum Beispiel, Frei-Ernte-Möglichkeiten in deiner Nähe findest du unter mundraub.org.

Wir geben Brombeeren, Aprikosen und Wasser in ein Gefäß, pürieren ein Mal kräftig durch, und fertig ist das leckere Getränk. Gesund ist es außerdem, denn dem Körper werden die enthaltenen Nährstoffe bereits in stark zerkleinerter Form angeboten. Die Verdauung und Aufnahme funktioniert so ziemlich leicht. Vor allem Wenig-Kauer dürften von dieser Zubereitungsvariante profitieren 😉

 

… und der Nasch-Rest

Roh schmecken die Früchte natürlich super lecker, daher wurden nicht alle verarbeitet. Bon’app!