Wie du sparsam Wäsche wäschst

weiße Handtücher

Wie schaffen wir es, nachhaltig und sparsam unsere Textilien sauber zu halten?

Aus dem Motto “Reduce, reuse (re-use), recycle” leite ich für mich die ersten beiden Punkte ab, die sich inzwischen bewährt haben und mir in Fleisch und Blut übergegangen sind:

REDUCE – Lieblingskleidung statt vollgestopfter Kleiderschrank

Im Frühjahr 2016 hat es mich gepackt: Der Inhalt meines Kleiderschranks nervte mich so sehr, dass ich alle Bekleidung auf einen Berg stapelte und durchsortierte. Jedes Teil nahm ich in die Hand, fühlte kurz hin und wusste dann, ob das Stück bleiben durfte oder meinen Schrank verlassen sollte. Ziel: Die Kleidung, die ich besitze, trage ich gern, den Kleiderschrank öffne ich gern, Altlasten sind weg. Es hat funktioniert, juppi!, und hatte einen unerwarteten Nebeneffekt: Der Wäschekorb füllt sich langsamer!

Vermutlich liegt es daran, dass es kaum mehr Kleidungsstücke gibt, die ich nur halb-gerne trage. Diese sind früher recht schnell im Wäschekorb gelandet, auch wenn sie eigentlich nochmal hätten getragen werden können. Ein Jahr ist das Ausmisten her und ich merke, dass es immer wieder Kleidungsstücke gibt, die weg dürfen. Hier am Ball zu bleiben ist einfach, wenn ich es nicht zu lange vor mir herschiebe.

REDUCE, REUSE – Wäscheberg reduzieren

Möglichst klein soll der Wäscheberg bleiben. Ich bin bemüht, den Wäschedurchlauf “tragen – waschen – trocknen” auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei hilft mir – neben dem großen Aussortieren im letzten Jahr – insbesondere das abendliche Aufhängen der getragenen Teile auf Kleiderbügel. Seit ich mir das angewöhnt habe, kann ich viele Kleidungsstücke wesentlich häufiger tragen als früher. Könnte ich die Kleidung zum Auslüften nachts sogar nach draußen hängen, wäre der Effekt vermutlich noch größer. Probier’s aus, es funktioniert super!

Waschmittel öko

Das Waschen selbst: Wir verwenden – war ja klar! – Waschmittel von Öko-Herstellern. Beliebt sind hier Baukastensysteme, um die einzelnen Bestandteile je nach Situation und Bedarf dosieren zu können.

  • Erst mal gibt es das Waschpulver selbst, je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche kann man mehr oder weniger verwenden. Es ist KEIN Vollwaschmittel. Beispiel: “Klar Color-Waschmittel EcoSensitiv”
  • Das Waschpulver funktioniert am besten bei weichem Wasser. Um möglichst wenig Waschmittel verwenden zu müssen, gibt man also einen Wasserenthärter dazu. Beispiel: “Klar Enthärter EcoSensitive”
    Im Vorhinein sucht man sich 1x raus, welche Wasserhärte zuhause aus der Leitung kommt. Unser Stadtteil wird mit Bodenseewasser versorgt und hat eine Gesamthärte von 8,9°dH. Das ist weder hart, noch weich. Es macht also Sinn, etwas Enthärter zuzugeben.
  • Bei weißer Wäsche kommt ein bleichender Baustein dazu. Mit diesem kann man auch sehr verschmutzte Wäsche vorbehandeln, beispielsweise über Nacht einweichen. Beispiel: “Klar Fleckensalz EcoSensitive”
  • Sonstige Regeln: Möglichst keine nur halb vollen Waschmaschinen starten. Gewaschen wird bei uns vor allem am Freitag und Samstag, so kann sich über die Werktage genug ansammeln, um die Maschine voll zu bekommen. Und – großer Vorteil – wir müssen nicht werktags auch noch ständig ans Waschen denken.
    Die Maschine nicht vollstopfen; Oben sollte noch etwas Luft sein, damit die Wäsche durch mechanische Reinigung – also Bewegung und gegenseitiges Berühren der Teile – sauber wird und nicht eingepresst in der Trommel liegt.

Gelegentlich waschen wir mit Kastanien, vielleicht auch spannend für dich? Das ist natürlich eine sehr sparsame und nachhaltige Art zu waschen. Kastanien liegen im Herbst nur ein paar Schritte von unserer Haustür entfernt zu Hauf herum. Das enthaltene Saponin macht man sich zunutze, indem man fünf bis zehn Kastanien viertelt, in ein Glas gibt und mit Wasser auffüllt. Nach einigen Stunden ist das Wasser milchig geworden und man gießt es in das Waschmittelfach der Waschmaschine. Die eingeweichten Kastanien gebe ich in einem grobmaschigen Beutelchen mit in die Trommel (nicht bei Weißwäsche). Die Wäsche wird erstaunlich sauber. Einfach mal ausprobieren!

Regionale Superfoods – Gesundes wächst auch um die Ecke

Natürlich, gesund ernähren wollen wir uns ja alle. Gerne habe ich hin und wieder auch schon eines der gerade so trendigen “Superfoods” gekauft. Jedoch: Es fühlt sich einfach nicht perfekt an, diese von weit her importierten Lebensmittel zu konsumieren.

  • Die CO2-Bilanz dieser Waren ist katastrophal, also schlecht für meinen ökologischen Fußabdruck.
  • Ich kenne nicht die Umstände, unter welchen diese Lebensmittel hergestellt werden, auch wenn ich darauf achte, dass es bio und fair gehandelt ist. Geht es den Produzenten gut? Wer erntet die Produkte? Was befand sich an den Produktionsstätten, bevor dort die Superfoods angebaut wurden? Schade ich durch mein Kaufverhalten vielleicht sogar?
  • Die Schadstoffbelastung kann sehr hoch sein, beispielsweise bei konventionellen Goji-Beeren aus China.
  • Superfoods sind in der Regel in kleinen Einheiten in Plastik verpackt.
  • Sie sind oft ziemlich teuer.

Was jedoch ist die Alternative?

Generell auf eine gesunde Ernährung achten

Sicherlich ist erst mal sehr wichtig, sich generell gesund zu ernähren, siehe hierzu beispielsweise den Artikel zu Clean Eating. Sich ein bisschen Superfood über’s Fastfood zu streuen, das wird der Gesundheit nicht wesentlich dienen.

Regionale Superfoods aus Bio-Anbau

Lebensmittel, die sich durch einen besonders hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen auszeichnen, die unserer Gesundheit besonders förderlich sind, interessieren mich natürlich. Folgende REGIONALE Superfoods sind mir bei meiner Recherche begegnet:

  • Brokkoli und andere Kohlarten, s. TEDxTalk “The DNA whisperer” von Tom Malterre
  • Leinsamen, auch als Öl (Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Linolensäuren)
  • Hanfsamen (Eisen, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Sprossen aus der eigenen Küche
  • Goji-Beeren aus eigenem Anbau
  • Heidelbeeren, Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutte
  • Brennnessel-Grün und -Samen

Punkten können diese Lebensmittel, weil  sie während der Saison für uns ultra frisch erhältlich sind. Aus dem eigenen Garten oder Balkon, aus dem Hofladen des lokalen Bio-Landwirts, vom Markt, vielleicht sogar wild wachsend. Betrachtet man das Thema “Superfoods” auf diese Weise, verlieren die momentan so trendigen Produkte an Attraktivität, denn:

“Frisch” schlägt “haltbar gemacht”,
“regional” schlägt “von weit her importiert”.

Bon’appetit!


Foto: „Brennnessel in Blüte“ von Lutz Blohm, CC BY-SA 2.0

Eier, Huhn und … Hähnchen

Schon verrückt, dass es etwas Besonderes ist, wenn Küken NICHT sofort getötet werden. Die männlichen Küken jedenfalls. Kann man ja nicht gebrauchen zum Eierlegen. Weg damit.

Auch die Bios sind da nicht generell besser.
Mit wenigen Ausnahmen – zum Glück!

“[Unsere] Küken werden nicht vergast, sondern aufgezogen. Sie wachsen langsam und unter ökologischen Bedingungen zu stattlichen Hähnen heran”, damit wirbt haehnlein, deren Eier ich in unserem Bioladen um die Ecke kaufe. Was für ein Glück, dass es Alternativen gibt! Auch wenn es leider noch zu wenige sind.

Das Zauberwort ist “Zweinutzungsrasse”. Hühner dieser Rassen eignen sich in der Nutztierhaltung sowohl zum Eierlegen, als auch als Schlachttier für Hühnchenfleisch. Wer mehr über Henne, Hahn und deren Nutzung erfahren möchte, findet bei haehnlein einen tollen Überblick.

Wir konsumieren sehr wenige Eier insgesamt. Zirka alle zwei Monate oder seltener gibt’s einen Karton mit sechs Eiern. Ein paar wenige Male im Jahr ein Sonntagsfrühstücksei, das ist schon etwas Tolles. Genießen kann ich es aber nur dann, wenn ich das Gefühl habe, den Tieren geht es gut. Bei konventioneller Haltung: Nope. Bei normalem EU-Bio-Siegel: Eher auch nein. Bei Bio-Freilandhaltung: Eher ja. Bei bio und Männchen-Aufzucht: Yes!

Wie geht’s euch damit? Esst ihr Eier oder seid ihr davon weit entfernt? Was ist euch beim Kauf wichtig?

Freue mich auf eure Kommentare!
Liebe Grüße, Kerstin


Foto: „I am not amused“ von Cornelia Kopp, CC BY 2.0

“Clean Eating” – Wie man sich sauber gut ernährt

Nachhaltig, lecker und gesund soll es sein, was auf den Tisch kommt – Das ist schon lange mein Bestreben. Immer wieder neue Aspekte hierzu ergaben und fanden sich in den letzten Jahren.

Ein spannendes Konzept begegnete mir im Herbst 2016 in Form eines Buchs: Clean Eating – Basics* von Hannah Frey. Ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin, endlich eine große Zahl der mir wichtigen Aspekte zum Thema Ernährung gebündelt in Buchform zu finden, und direkt von einigen weiterführenden Aspekten und Anregungen profitieren zu können.

“Clean Eating bedeutet”, dass…

… wir unser Essen selbst zubereiten und wissen, was drin ist,

… das Kochen und Essen “bewusst und mit Achtsamkeit” geschieht,

… ich “auf Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Süßstoffe, Geschmacksverstärker und Transfette [verzichte]”,

… “Superfoods […] in den Speiseplan [integriert]” werden,

… wir uns “von biologischen, regionalen und saisonalen Lebensmitteln [..] ernähren”. Dieser Aspekt ist mir ein Herzensanliegen, kommt jedoch in Hanna Freys Umsetzung (Rezepte, Empfehlungen, Blog, weitere Bücher) leider zu kurz.

Eine wunderbare Zusammenstellung! Findet ihr nicht auch? Wer sich mit diesen Grundlagen näher beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ein Rezepteteil liefert tolle Inspirationen und neue Ideen.

Etwas fehl am Platz erschien mir das Kapitel zum Thema Yoga. Der Aspekt der “regionalen und saisonalen Lebensmittel” spiegelt sich im Rezepteteil leider nur gering wider, da muss man sich selbst ggf. weiter einarbeiten.

Nichtsdestotrotz: Ein Buch, mit dem ich von Herzen etwas anfangen kann und das ich darum gerne weiterempfehle. Einfach, weil es ein so schlüssiges, einfaches und für mich stimmiges Konzept beschreibt.

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Clean Eating Basicsalle Zitate beziehen sich auf
Frey, Hannah: Clean Eating – Basics*, Gräfe und Unzer Verlag, 2016, Innenseite Buchdeckel

Foto: „Wall_Food_10229“ von Michael Stern, CC BY-AL 2.0

Die 5 wichtigsten Dinge fürs erste Vierteljahr mit Baby

Ihr Lieben, das Leben ist ja so spannend! Die letzten Monate waren geprägt von Ausmisten, Abgeben, Loslassen. Unter anderem haben wir uns vom allergrößten Teil der noch übrigen, inzwischen mehrere Jahre alten Umstandskleidung und Baby-/ Kleinkindsachen getrennt.

Und just in dieser Phase macht sich neues Leben bemerkbar, winkt ein kleines Menschenfröschlein vom Bildschirm des Ultraschallgeräts. Ich war schon immer zögerlich, was Aussagen zur Zukunft angeht. Aber im Moment scheint es, als ginge es in die zweite Runde. Eine riesige Freude!

Vorfreudig befrage ich mich selbst und meine Umwelt: “Welches sind aus eurer Erfahrung heraus die 5 wichtigsten Dinge für die ersten 3 Monate mit Baby? Und welche Dinge haben sich bei euch als absolut überflüssig entpuppt? Klare Anschaffungsempfehlungen für … und Warnungen vor …?”

Zahlreiche Antworten, Tipps und Hinweise habe ich bekommen, herzlichen Dank an alle!!

Eine grob gegliederte Vorauswahl habe ich getroffen:

Tragen

  • Tragetuch, evtl. ein elastisches
  • “Mei Tai” von Fräulein Hübsch

Kleidung

  • insgesamt nur wenig Kleidung
  • Kleidungsstücke mit separat öffenbarem Windelbereich
  • Wollsachen: Wolle-Seide-Bodies, Leggins, Strickjacke, Mütze/ Haube
  • Schurwollstrampler (Oberfläche leicht zu reinigen)
  • evtl. Oberteile, die man nicht über den Kopf ziehen muss: Schüttlis (Pullover mit seitlicher Knopfleiste) und Wickeljäckchen

Hygiene & Gesundheit

  • Wickelauflage, z.B. “Bobo” von Prolana aus zertifizierter Bio-Baumwolle
  • Wickelunterlage für unterwegs, z.B. Wickelmax (hauptsächlich aus Baumwolle, nur die Liegefläche ist beschichtet)
  • Waschlappen, -schüssel, Isokanne mit warmem Wasser (statt Feuchttücher)
  • Wegwerf- oder Stoffwindeln
  • Spucktücher
  • Weleda-Calendula-Salbe
  • Bauch- und Brustwickel, Thymian-Myrthe-Balsam, Heilwolle

Für die Mama

  • viel Schoki
  • Jackenerweiterung “Kumja”
  • waschbare Stilleinlagen
  • festes Stillkissen
  • Creme gegen wunde Brustwarzen, reines Lanolin

Orte fürs Baby

  • Federwiege
  • Laufstall auf Rollen mit höhenverstellbarem Brett
  • Beistellbettchen neben Elternbett
  • Babyschale fürs Auto

Sonstiges

  • wasserdichter Matratzenschoner
  • Wickelmöglichkeit dort, wo man sich im Alltag am häufigsten aufhält
  • eine gescheite Kamera für richtig gute Bilder und Videos
  • gut gefüllte Tiefkühle mit reichlich Gemüse und Obst

Wir haben ja bereits ein Mädchen großgezogen (na gut, wir sind noch immer dabei *g*) und ich weiß noch genau, wie viele Dinge sich -ohne unser Zutun!- einfach so bei uns angesammelt haben. Welche Auswahl würde ich aus dieser Erfahrung heraus treffen, wenn ich mich für nur fünf Dinge für die ersten drei Monate entscheiden müsste?

Meine aktuellen Top 5

  • Tragetuch oder Tragehilfe für den Alltag
  • Federwiege, also eine Baby-Hängematte
  • richtig gute, waschbare Stilleinlagen
  • Stoff- oder Wegwerfwindeln, da ist die Entscheidung noch nicht gefallen
  • eine kleine, aber feine Auswahl an Bio-zertifizierter Babykleidung mit leicht zugänglichem Windelbereich

Ich bin ultra gespannt, worauf es am Ende rausläuft! Wichtig ist mir jedenfalls: Lieber zu wenig als zu viel, Bio-Qualität, Strapazierbarkeit und -sehr wichtig- dass ich die Dinge einfach gerne anfasse  🙂

Was sind eure Top 5 für die ersten 3 Monate?

Ich freue mich auf eure Antworten, Inspiration, gute Ideen und Produktempfehlungen!

Woher? Wohin? Und mittendrin?

Woher kommen die Dinge, die ich nutze?
Wohin gehen sie, wenn ich sie nicht mehr benötige?
Und was ist eigentlich mit der Gegenwart, der eigentlichen Nutzungsdauer?

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Nachhaltigkeit bedeutet für mich, so viel wie möglich über diese drei Zeitabschnitte zu wissen, wenn ich mir über die Dinge, die mich umgeben (sollen), Gedanken mache. Je mehr ich weiß, desto besser und zufriedener kann ich meine Entscheidungen treffen: bei einem Neukauf, aber auch bei gebrauchten Gegenständen, bei Verbrauchsprodukten wie auch bei bei außergewöhnlichen Anschaffungen.

Persönliche Bewertungen zulassen, basierend auf Wissen und Intuition

Was passiert, wenn ich mir Gedanken mache zu den Fragen “Woher? Wohin? Mittendrin?”? Ich bewerte, bilde mir ein Urteil. Die Bewertung geschieht aufgrund von Wissen, das ich mir bisher aneignen konnte, aber auch intuitiv, aus dem Bauch heraus.

Niemand kann mir dieses Gedankenmachen abnehmen. Ja, viele Menschen und Institutionen können mich selbstverständlich unterstützen, beispielsweise orientiere ich mich in der Kategorie “Ernährung” gerne an Demeter-Siegeln oder anderen Bio-Anbauverbänden. Aber blind verlassen kann und möchte ich mich darauf nicht.

Im Laufe der Zeit wird sich mein Wissen ändern, sodass ich immer wieder Entscheidungen anpasse. Das ist Entwicklung und gehört dazu.

Es ist gut und richtig, sich eigene Bewertungen zu erarbeiten. Mit wachen Augen und offenem Herzen der Welt begegnen – Das ist wichtig und richtig.

Wie siehst du das?

Gepflegte Haare ohne Shampoo

“Geiler Scheiß!” – Klappe, die Zweite.

Sabine benutzt für ihre Haare kein Shampoo und gehört damit der wachsenden Gruppe der NoPoo’ler an. Ihren Einstieg fand sie mit Haarseife – Damals hatte sie sich entschieden, eine plastikfreie Alternative zu Shampoo zu finden. Rückblickend eine der besten Entscheidungen in ihrem Leben, wie sie findet. Sabine bloggt unter sustainmania zum Thema “nachhaltig und plastikfrei(er) leben”.

Lassen wir uns inspirieren und zum Ausprobieren anregen!

Worum geht’s?

Wie die absolute Mehrheit der Deutschen und definitiv alle, die ich kenne, habe ich meine Haare von Kindesbeinen an mit Shampoo gewaschen. Irgendwie werden wir von Anfang an so indoktriniert: Sogar für Säuglinge und Kleinkinder hält der Markt eine unüberschaubare Vielzahl an Shampoos bereit. (Ich habe zwei Kleinkinder. Ganz im Ernst: Bei den Kleinen reicht doch meistens ein bisschen Wasser und eine Haarbürste, bisher hatten wir erst einmal einen haarigen Supergau, der „härtere“ Mittel erforderlich machte.)

Aber: Meine Eltern haben das so vorgemacht, ab dem Teenie-Alter versprach mir die Shampoo-Werbung vollmundig „gesund aussehendes Haar, das glänzt“ – Ja, auch mein Friseur, der es aus meiner damaligen Sicht wissen muss, stellte mir eine wallende Mähne in Aussicht, wenn ich mit diesem und jenem (meistens äußerst preisintensiven) Shampoo waschen würde. Niemals nie bin ich auf die Idee gekommen, dies alles in Frage zu stellen. In unseren Köpfen sind Shampoo, Pflegespülung und Haarkur die einzigen Mittel, die unser geliebtes Haupthaar schön, geschmeidig, glänzend, voluminös und praktischerweise auch sauber bekommen.

Bleibt das Ergebnis aus, ist nicht das Wundermittel schuld, sondern wir suchen den Fehler bei uns: Über zwei Jahrzehnte lang habe ich mich durch so ziemlich alle Shampoos auf dem Markt probiert, immer auf der Suche nach dem Wundermittel, das mein Haar langsamer nachfetten lässt und ihm endlich den ganzen Tag lang Volumen und Glanz verleiht. Und weil alles nix gebracht hat, war wohl mein Haar einfach nicht dafür geschaffen, voller Stolz lang und offen getragen zu werden. Zu fein, zu wenig: Die Gene sind schuld. Da kann man nix machen…

Außer nach Alternativen zu suchen: Seit drei Jahren wasche ich meine Haare mit Haarseife und spüle sie anschließend mit verdünntem Apfelessig (saure Rinse). Shampoo hat mein Kopf seitdem nur wenige Male zu Gesicht bekommen. Auch von herkömmlichen Pflegespülungen und Haarkuren bin ich komplett weg. Stattdessen verwende ich verschiedene Öle und Aloe Vera, um meine Haare zu pflegen.

Warum ist das für dich so großartig?

Meine Haare haben sich mit NoPoo so positiv verändert, ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll. Auch wenn es arg schwülstig klingt, war der Verzicht auf Shampoo und konventionelle Haarpflegeprodukte eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Mehr Haare habe ich zwar nicht auf dem Kopf und dicker geworden sind sie auch nicht. Aber: Sie sind kräftiger und haben deutlich mehr Struktur. Sie haben ein wundervolles Volumen und einen gesunden Glanz. Statt eines maximal schulterlangen Bobs, den ich dann trotzdem mit Spangen und Haargummis gebändigt habe, weil meine Haare bereits nach zwei Stunden strähnig wurden und alles Volumen verloren haben, reichen mir meine Haare inzwischen bis auf den oberen Rücken. Ich trage sie problemlos zwei, manchmal auch drei Tage nach dem Waschen noch offen und wasche nur noch alle fünf bis sechs Tage. Und auch mit Spliss und Haarbruch habe ich keine Probleme mehr. Meine Friseurin sieht mich nur noch alle halbe Jahr zum Spliss-Schnitt und da fallen dann maximal zwei Zentimeter.

Warum ist’s nachhaltig? Warum ist’s großartig für die Welt, für andere Menschen?

Zu Haarseife gewechselt bin ich nicht, weil ich mir davon schöneres Haar erhofft habe, sondern weil ich Plastikmüll vermeiden wollte. Meine Haarseifen beziehe ich von kleinen Seifenmanufakturen und die meisten verschicken ihre Produkte plastikfrei.

Anders als Shampoos, die neben verschiedensten Tensiden auch noch weitere, teilweise kritische Inhaltsstoffe enthalten (codecheck.de und TOXFOX helfen da weiter), bestehen handgesiedete Seifen vorwiegend aus pflanzlichen Ölen, die im Herstellungsprozess verseift werden. Es gelangt also deutlich weniger Mist auf meine Haut und auch ins Abwasser.

Und du? Wie hältst du dein Haupt rein und die Haare schön? Was hältst du von NoPoo-Alternativen wie “water only”, Waschen mit Roggenmehl etc.?

Wir freuen uns und sind gespannt auf deinen Kommentar!


Foto: Profilbild von Sabine, Titelbild “hair” von Samuel Globus, CC BY-NC-ND 2.0

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Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst

Inklusive Vor-Ort-Tipps Stuttgart!

In diesem Produkt-Beitrag geht’s um Textilien aller Art, die wir in Alltag und Haushalt benutzen. Da wären zum Beispiel: Klamotten, Handtücher, Bettwäsche, …

Allen gleich sind die leider gängigen, elenden Produktionsbedingungen, aber auch die Auswirkungen auf unseren Körper durch noch in den Textilien befindliche Chemikalien, teilweise Schwermetalle.

Einen Einstieg ins Problem gibt die ARD-Doku “Der H&M-Check” aus dem Jahr 2012, der in der ARD-Mediathek und im ARD-Kanal auf youtube zu sehen ist.

Was nun tun? Welche Lösungen finden wir?

1)   Wenn Neuanschaffungen nötig sind

Auf Zertifizierungen durch unabhängige Institute achten.

Diese erkennt ihr anhand eines Logos. Leider gibt’s davon eine große Anzahl, die als Augenwischerei eingestuft werden kann, also Vorsicht.

Verlassen können wir uns auf die beiden SEHR EMPFEHLENSWERTEN Zertifizierungen Global Organic Textile Standard (GOTS) und Naturtextil Best, laut “Textil-Fibel 4” von Greenpeace. Die Textil-Fibel enthält weitere Empfehlungen, ich habe hier nur die beiden am besten bewerteten Zertifizierungen genannt.

Einkaufen bei Geschäften oder Versandhandeln, die ausschließlich zertifizierte Öko-Ware führen.

Toll ist, dass durch die steigende Nachfrage das Angebot an Anbietern gewachsen und die Preise für Öko-Klamotten & Co. gesunken sind. Seit einiger Zeit machen wir gute
Erfahrungen mit Armed Angels*, Greenality* (Onlinehandel & Laden in Stuttgart), Maas Natur oder auch mit den kleineren Produktpaletten von GreenpeaceMagazin-Warenhaus und BUNDladen.

Weitere Möglichkeiten sind Glore* (Onlinehandel & Laden in Stuttgart) oder Hessnatur*.

Wirf einen Blick in meine Empfehlungsliste. Sicher findest du einen für deinen Geschmack passenden Anbieter. Viel Freude beim Stöbern!

Einkaufen in Second-Hand-Boutiquen.

In Stuttgart beispielsweise bei Obscür nahe der Königstraße.

Ausschau halten nach Kleidertauschbörsen.

Eigene, nicht mehr benötigte Klamotten mitbringen, abgeben, und im Gegenzug aus dem Sortiment Kleidungsstücke auswählen und mitnehmen.

Auch in Stuttgart gibt es seit Jahren immer wieder solche Events, beispielsweise in der VHS am Rotebühlplatz/Stadtmitte oder veranstaltet durch Greenpeace Stuttgart. Einfach dort mal einen Blick in die Termine werfen.

2)   Altes nicht wegwerfen, sondern upgraden

Textilien einfach nachfärben.

Ausgebleichte, abgenutzte oder verwaschene Hosen, Jacken etc. lassen sich leicht mit einer Packung (Nach)Färbemittel aus Drogeriemarkt oder Bastelladen wieder schick machen. Diese Packungen sind nicht sehr teuer, damit aber nicht zu viel überschüssige Farbe zum Einsatz kommt und später im Abfluss landet, lohnt es sich, MEHRERE Kleidungsstücke, vielleicht auch Kissenbezüge oder ähnliches, mitzufärben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angaben auf der Packung übermäßig gut gemeint sind: Man kann gerne mehr Klamotten in den Färbevorgang geben als auf der Packung angegeben. Eine dankbare Sache sind beispielsweise halb oder zu Dreiviertel volle Waschmaschinenladungen mit schwarzen Klamotten.

Unser Sessel hat so drei Farbstufen mitgemacht: Erst war er beige; die ersten Flecken und Abnutzungserscheinungen waren so hartnäckig, dass wir sie hellgrün überdeckt haben; später wurde ein Petrol-Grün-Blau daraus.

Ausbesserungen selbst erledigen oder machen lassen.

Kleine Macken und Löcher lassen sich innerhalb weniger Minuten mit Nadel und Faden reparieren. Vielleicht macht das die Oma, Mama oder jemand anderes aus Bekannten- und Verwandtenkreis auch gerne?

Noch Brauchbare, aber ungenutzte Kleidung weitergeben.

Für Hosen, die nicht mehr passen, Pullis, die nicht mehr gefallen, oder anderes, das einfach schon ewig ungenutzt im Schrank liegt, finden sich sicherlich neue Besitzer.

Kleidertauschbörsen haben den Vorteil, dass man selbst wieder ein oder mehrere neue Kleidungsstücke finden kann. Über Second-Hand-Boutiquen und Flohmärkte kannst du deine Klamotten gegen Kleingeld tauschen. Das funktioniert gelegentlich auch über facebook-Gruppen wie Flohmarkt Stuttgart.

Ganz entspannt funktionieren auch Verschenk-Gruppen wie Free your Stuff Stuttgart, hier holen die Interessenten die Ware einfach bei dir zuhause ab, du hast also keinen großen Aufwand damit.

Oder du schenkst das aussortierte Gut einfach einer Einrichtung, die dafür Verwendung hat, in Stuttgart beispielsweise der Fairkauf von Caritas. Auch die Kleiderkammern der Flüchtlingsunterkünfte benötigen immer wieder Nachschub. Hier werden allerdings oft spezielle Sachen gesucht, man kann meist nicht einfach tütenweise Material abgeben.

3)   Selbermachen

Dass selbstgenähte Kleidung, Wohnungsausstattung etc. nicht pauschal besser ist als Gekauftes, versteht sich von selbst. Aber man spart dadurch einerseits das Verschiffen von Stoffen zu den Orten, wo genäht wird. Andererseits muss für selbst Genähtes keine Näherin ihre Gesundheit für uns aufs Spiel setzen. Darum: Daumen hoch für Selbermacher_innen!

Stoffe aus “guten” Quellen kaufen.

Von Kirsten Brodde, die sich professionell mit Textilien, öko&fair, auseinandersetzt, bekam ich eine tolle Empfehlung: der Stoffladen Siebenblau in Berlin mit umfangreichem Online-Shop. Stoffproben bekommt man auf Wunsch im Vorhinein zugeschickt, das ersetzt das “Anfassen”, das bei Online-Bestellung ja nicht möglich.

Seit einiger Zeit bestelle ich mindestens genau so gerne bei Meterwerk.

Auch Lillestoff führt zertifizierte, hübsche Stoffe. Allerdings muss man genau hingucken, denn es ist ein Mischsortiment mit konventioneller Ware.

In Stuttgart bietet der Stoffladen Stoff-Ideen eine Auswahl an zertifizierten Textilien an, und zwar vom Hersteller C. Pauli.

Mehr hierzu findest du in meinen Empfehlungen.

4)   Weiterführende Infos liefert die Textil-Fibel

Wer mehr erfahren möchte, ist mit der bereits erwähnten Textil-Fibel von GreenpeaceMagazin gut beraten. Sie informiert in sechs Kapiteln prägnant über das, was man als Konsument einfach wissen muss:

  • “Moral und Mode” mit Ökobilanz, Wer verdient an einer Jeans? etc.
  • “Chemie im Stoff” von der Vorbehandlung bis zur Konservierung z.B. mit Formaldehyd
  • “Lexikon” über Natur- und Chemiefasern, Stoffe und Gewebe
  • “Pflege”
  • “Kaufen” mit den Themen Greenwashing, diverse Öko-Zertifizierungen für Textilien, Allergien, Tipps fürs Einkaufen
  • “Service”-Teil mit unglaublich vielen Bezugsadressen für Ökomode und weiterführende Informationsquellen.
Ich freue mich auf weitere Tipps, Hinweise und Ergänzungen von euch!

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Foto: “Baumwolle” von Alex Behrens, CC BY-NC-ND 2.0

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht.

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Kühe im Blick

Vielen Dank für diesen Gastbeitrag von Milena, 8 Jahre, verfasst auf einem Demeter-Hof in Somécure.

Ich bin in einem französischen Bauernhof. Worum es gerade geht? Um Kühe. Und jugendliche Kühe. Und um ein Kalb.

Es gibt zwei ganz schwarze Kühe, eine schwarz-weiße und zwei braune. Und es gibt noch zwei braune, jugendliche Kühe, und eine braun-weiße, jugendliche. Und ein schwarzes Kalb.

Die Mutter von dem Kalb ist sehr stressig. Sie verscheucht die anderen Kühe mit ihren spitzen Hörnern. Die Kühe sind sehr ruhig, bis auf die Mutter-Kuh. Sie liegen gerne im Schatten.

Es macht Spaß, sie zu beobachten.

Eine braune Kuh wedelt gerade mit dem Schwanz und an ihrem Po steht das Kalb. Es kriegt dauernd den Schwanz ab. Und die anderen Kühe wedeln auch mit ihren Schwänzen.

Drei Kühe liegen gerade. Welche drei? Eine Schwarze, die Schwarz-Weiße und eine Braune. Eine jugendliche Kuh liegt auch gerade. Welche? Auch eine Braune.

Und ach, wie süß! Jetzt hat das kleine Kalb sich auch hingelegt.

Das Kalb hat schon mal eine braune Kuh gerammelt. Die andere braune Kuh hat der ersten geholfen, das Kleine wieder von sich runter zu schaffen.

Hier gibt es jede Menge Fliegen.

Wenn ich ein Tier mit nach Hause nehmen dürfte, wäre es das Kalb.

Die Mutter-Kuh frisst gerade. Seltsam. Sie ist doch sonst nicht so ruhig!

Die jugendlichen Kühe und das Kalb sind so süß. Alle Kühe, bis auf das Kalb, sind Frauen. Nur das Kalb ist ein kleiner Stier.

Die Kühe sehen witzig aus, wenn sie fressen, weil ihre Mäuler dann hin, hoch, hin, hoch gehen.

Der Kuhstall ist in einem großen Tal. Und wenn wir woanders hinfahren mit dem Auto, nehmen wir auch gleich aus Versehen fünf Fliegen mit, ungefähr.

Die Kühe haben einen eigenen Weg, der zu ihrer Weide führt. Die Kühe gehen – wann sie wollen – dort hin. Wenn eine Kuh geht, sind fünf Minuten später alle Kühe und das Kleine auf der Weide. Die drei Jugendlichen haben einen extra Stall, sodass sie leider nicht mitgehen können.

Und wenn sie dann wieder kommen, dann ist es meistens wegen den drei jugendlichen Kühen. Die brüllen immer ganz laut.

Hier geht es mir gut, wenn ich im Schatten sitzen und sie beobachten kann.

Öko Möbel – Einrichtung mit Bedacht auswählen

Schon mal einen Tisch von innen gesehen?

Ich jedenfalls war – trotz einschlägigem Studium – überrascht, als mir kürzlich unterwegs eins dieser seit einigen Jahren weit verbreiteten Beistell-Tischchen begegnete. Sicher kennst du sie von Freunden oder Verwandten oder besitzt selbst eins.

Dieses eine jedenfalls stand auf dem Gehweg, im Regen, ein etwas trauriger Anblick, offensichtlich war es des Hauses verwiesen.

Typisch für unsere Zeit?

Unsere Haushaltsausstattung ist an Schnelllebigkeit unübertroffen, historisch betrachtet. Wir besitzen eine große Anzahl an Dingen, gleichzeitig ist der Durchlauf enorm. Ihren weltweiten Erfolg – immerhin 28,7 Mrd. Euro Umsatz und 147.000 Mitarbeiter im Jahr 2014 – hat sich der Gründer DER schwedischen Möbelhauskette Mitte des letzten Jahrhunderts vielleicht erträumt, sicherlich nicht erwartet. Wir karren Möbel (und Anderes) wagenweise aus den Einkaufshäusern, und das nicht etwa nur bei größeren Umzügen, sondern alle paar Monate. Verrückt, nicht?

Aus welchen Beweggründen auch immer wir unseren Möbelbestand verändern: Was raus aus der Bude wandert, muss ja irgendwo hin. Gut, wenn es vorerst neue Nutzer unserer nicht mehr gebrauchten Möbel gibt. Was aber kommt dann?

Nachhaltig ist, Dinge möglichst lange bei möglichst gleich bleibender Qualität in Nutzung zu haben. So wird wenig Material und Energie zur Neuherstellung benötigt. Gleichzeitig entsteht kein Abfall, der mangels Recyclingfähigkeit auf einer Deponie landet – oder im Meer, oder in einer Verbrennungsanlage, oder wo auch immer. Damit erst gar kein Abfall entstehen und ein Gegenstand als nachhaltig bezeichnet werden kann, ist die Materialwahl von großer Bedeutung. Reines Holz lässt sich verbrennen. Metall weiterverarbeiten. Ein Kunststoff, “veredelt” z.B. mit Holz zu einem Holzverbundstoff, landet üblicherweise im Restmüll.

1. möglichst lange in Nutzung: Fehlanzeige.

Zurück zu unserem Beistell-Tisch: Im Bestfall hat es ein paar Jährchen auf dem Buckel. Schätzungsweise genügen meine beiden Hände, um die Lebensdauer dieses Möbels in Jahren zu zählen. Möglicherweise genügen auch drei Finger. Ist das nun “lange”?

2. Möglichst gleich bleibende Qualität: nope!

Wie das Tischchen gegen Ende der Nutzungsdauer aussah, ist schwer zu sagen. Das Qualitätsniveau kann jedenfalls dann gehalten werden, wenn der Gegenstand reparier-/ sanierbar ist. Abgedellte Kanten bei Holzfurnier lassen sich kaum wieder herstellen. Eine verkratzte Furnier-Oberfläche muss ersetzt werden, denn Abschleifen wie bei einer massiven Holzoberfläche zerstört die Optik und – im Falle dieses Tischchens – eventuell sogar die Stabilität, da die Deckplatte sehr dünn ist. Reparieren/ Sanieren wird definitiv schwierig.

3. Wahl des Materials

Woraus besteht unser Tischchen? Den größten Anteil haben Holz-Verbundstoffe, in diesem Fall Spanplatten. Sie enthalten neben Holz ein Klebemittel, auch andere Stoffe können enthalten sein. Spanplatten dürfen nicht in Öfen verfeuert werden, sondern müssen “klassisch entsorgt” werden, landen also auf dem Müll. Allein das Tischplatten-Innere aus Karton kann recycelt werden. Eine klägliche Ausbeute an weiter verwendbarem Material, wie ich finde.

Was meint ihr dazu?
Welche Möbel brauchen wir wirklich?
Welche nutzen wir gern?

Mir ist in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich am liebsten “echte” Oberflächen anfasse, also beispielsweise massives Holz, ob rauh oder glatt, aber auch Keramik, Glas, Metall. Bei Möbeln distanziert sich mein Gefühl immer mehr von Verbundstoffen mit Kunststoff. Sie fühlen sich für mich nicht gut an, sind so unauthentisch, nicht kalt und nicht warm, daher verzichte ich gerne auf derlei Möbel.

Welche Möbel nutzt ihr?
Wie fühlen sich eure Lieblingsmöbelstücke an?
Mit welchen Materialien umgebt ihr euch gerne und fühlt euch wohl?

Ich bin gespannt und freue mich auf eure Antworten!

Eure Kerstin

 

öko Möbel – Wie du dein Interior auswählst
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