Wie du mit Flugreisen umgehst

Liebe Ani,

von Herzen weiß ich dich zu schätzen für deine offene Art und dein Streben nach Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Du bist der Welt zugewandt, das ist großartig!

Als Reisende lernst du die Welt kennen, hast hier und da neue Plätze für dich gefunden.

Du hast dir fremde Orte zur Heimat gemacht.

Deine Erfahrung wirkt sich auf dein Umfeld aus:

Plötzlich sind die klassisch-konservativen Großeltern mit einem Quasi-Schwiegersohn nicht-abendländischer Herkunft konfrontiert (Oh my god!). Ihrer Enkeltochter zu Liebe fühlen sie sich in der Pflicht, über den eigentlich präzise polierten Tellerrand zu schauen. Sind die Fremden vielleicht doch nicht so fremd?

Plötzlich gibt’s live news per Facebook aus dem politisch aufgeladenen Istanbul, direkt vom Taksim Square aus der Menschenmenge, die Familie und Freunde zuhause in Good Old Germany eben noch durch die Glotze flimmern sahen. Neue Erkenntnisse für uns hier, denn dein persönliches Von-vor-Ort-Berichten liefert wertvolle Informationen, die die Kurznews nicht bieten oder vielleicht sogar falsch darstellen.

Plötzlich sehe ich selbst klarer, wie ich mir die erste Zeit mit Baby wünsche. Denn du hast mich nochmal ganz neu zum Nachdenken angeregt, durch deine Erzählungen von persönlich Erlebtem in zwei anderen Kulturkreisen.

Du stiftest Identität und bereicherst dein Umfeld durch deine weltoffene Art.

Das ist unglaublich wertvoll. Ich danke dir sehr dafür!

Gleichzeitig weiß ich um deinen inneren Konflikt, wenn es um das Transportmittel deiner Wahl geht: das Flugzeug. Es ermöglicht dir deine oft kurzen, manchmal längeren Auszeiten anderswo.

Du äußertest deine Gedanken, als dir der Artikel Warum dein Flug billiger ist als der Zug zum Flughafen begegnete. Du bist dir bewusst:

Für mich ist das ganze Thema ein sehr persönliches Dilemma, weil für mich das (weite) Reisen ganz fester Bestandteil vom Leben ist.”

Du zehrst ungemein von diesen immer wiederkehrenden Auszeiten aus dem Alltag, das weiß ich. Gleichzeitig nagt ein schlechtes Gewissen. Dir ist klar: Fliegen ist schlecht fürs Karma. Fliegen schadet dem Klima.

Jeder weiß, wie Karsten Smid (Greenpeace-Klimaexperte) hier beschreibt,

“dass das Flugzeug eines der klimaschädlichsten Verkehrsmittel überhaupt ist. Schon jetzt trägt allein der Flugverkehr auf der ganzen Welt zu rund neun Prozent der klimaschädlichen Gase bei. Und die schädliche Wirkung wird als dreimal so hoch eingeschätzt, weil der Ausstoß in so hohen Schichten der Atmosphäre stattfindet.”

Kann da was weg von? Weniger fliegen – die unsexiest idea ever…

Gerne würde ich von dir wissen: Welches sind dir die wertvollsten Ortswechsel, Reisen und Kurztrips, die du bisher erlebt hast? Sind alle Flugreisen so wertvoll, dass du dich später überhaupt und – wenn ja – von Herzen gerne daran zurückerinnern wirst?

“Wir behalten nur die Dinge, die uns glücklich machen.”

Ausmist-Guru Marie Kondo leitet dazu an, allen Besitz zu scannen. Was mich nicht glücklich macht, darf gehen. Ziel ist, frei zu sein von allem, was belastet. Was passiert, wenn du das auf deine Reisen anwendest?

Vielleicht würde dir statt des zweiwöchigen Yoga-Retreats in Indien auch ein Yoga-Retreat in Italien taugen, den du mit dem Nachtzug erreichen kannst?

Vielleicht lässt sich die Hochzeit des guten Freundes mit einem Retreat verbinden, den du dir eigentlich erst ein paar Wochen später gegönnt hättest?

Oder macht dich gar das Fliegen selbst glücklich?

Wenn schon, denn schon: Flugmeilen kompensieren

Das Mindeste, was man als Flugreisende/r tun sollte, ist die Beteiligung am modernen Ablasshandel. Auch Greenpeace verweist auf einen solchen Anbieter, nämlich atmosfair. Die von dir an atmosfair überwiesenen Groschen werden eingesetzt für verschiedene Klimaschutzprojekte. Die Kompensationszahlung ist nebenbei auch noch steuerlich absetzbar.

Klingt nicht schlecht? Dann nix wie los,
kompensiere deine bisher gemachten Flüge!

Bevorteilung des Flugverkehrs auflösen

Das Problem ist aber ein anderes: Dass so viel geflogen wird, liegt unter anderem an den Spottpreisen, zu denen wir Flugtickets kaufen können. Die Spottpreise wiederum kommen durch die nicht vorhandene Kerosin-Steuer zustande. Smid von Greenpeace erklärt hierzu im Interview Reise ins gute Gewissen:

“Im Gegensatz zu Benzin und Diesel ist Flugbenzin von der Steuer befreit – das ist eine ungerechte Subvention des Flugverkehrs.”

Außerdem müsse “der Luftverkehr in das europäische Emissionshandelssystem integriert werden. Alle Fluglinien müssten dann zahlen und besonders klimaschädliche müssten – wie die Industrie – Emissions-Zertifikate dazukaufen.”

Der Umweltschutzverband NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) formulierte hierzu folgende Forderungen im Artikel Abgabe auf Flugbenzin dringend erforderlich:

“Nach Auffassung des NABU ist zum Schutz des Klimas die Einführung einer Kerosinsteuer, die Berechnung der Ökosteuer sowie die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Flugverkehr erforderlich.”

Ja, und damit sind wir gaaaanz weit weg gekommen von deinem persönlichen Dilemma – Stimmt’s, liebe Ani? Nicht mal eine Petition kann ich dir nennen, bei der du unterschreiben könntest für ein besseres Gewissen.

Bleibt also alles beim Alten? Wirst du deine Flugreisen kompensieren?

Vielleicht nimmst du mich ja mal mit zu einem Yoga-Retreat? Gerne auch im guten, alten Schwarzwald – Vielleicht kann “vor der Tür” auch “weit genug weg” sein.

Hugs!

Deine Kerstin

Nähen: 5 Wege, wie dein geliebtes DIY-Hobby nachhaltiger wird [und warum es bereits nachhaltig ist]

Du bist Selbermacher_in und im DIY-Fieber? Du nähst Kleidung, Equipment, Wohntextilien? Verkaufst vielleicht sogar bei DaWanda oder Etsy? Total toll!

Mit dem Nähen erreichst du bereits sehr viel: Dein Slavery Footprint schrumpft. Denn du lässt keine Näherinnen in elender Arbeitssituation in Bangladesh oder anderswo für dich schuften.

Wie kann‘s noch nachhaltiger werden, das Nähen?
Fünf Punkte aus meiner Erfahrung.

Kaufe nur GOTS-zertifizierte Stoffe

GOTS steht für Global Organic Textile Standard. Mehr zu diesem Thema und genauere Infos zu Öko-Stoff-Zertifizierungen findest du im Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst.

Für deine Passion, das Nähen, findest du Stoffe online zum Beispiel bei Meterwerk oder Siebenblau. Beide sind toll, da sie konsequent auf Öko achten.

Meterwerk ist mir aktuell am sympathischsten. Es gibt einen Laden in Augsburg. Der Shop führt auch die großartigen Schnittmuster von minikrea aus Dänemark. Baby- und Kinderkleidung zum Verlieben!

Siebenblau war vor vielen Jahren der erste Anbieter mit Bio-Stoffen, den ich entdeckt habe. Es gibt eine breite Palette an Waren, auch hübsche Spitzenbänder, erscheint mir aber etwas teurer. Es gibt einen Laden in Berlin (Prenzlauer Berg natürlich, gentrification case?). Siebenblau selbst ist GOTS-zertifiziert.

Auch bei Lillestoff habe ich schon langlebigen, strapazierfähigen, schönen Öko-Stoff gekauft. Ein Teil des Sortiments ist nicht GOTS-zertifiziert, angeblich „trotzdem aber nachhaltig produziert“. Das ist ziemlich nichtssagend und führt dazu, dass ich Lillestoff nur eingeschränkt weiterempfehlen möchte. Grund: Es ist verlockend, gleich noch von diesem oder jenem hübschen, aber leider nicht GOTS-zertifizierten Stoff mitzubestellen, wenn man ohnehin schon bestellt.

Nach Herzenslust stöbern und vor allem direkt anfassen kann ich Öko-Stoffe inzwischen hier in Stuttgart bei Stoff-Ideen in der Sophienstraße. Ein ziemlich großer Stoffladen, ganz klassisch mit -leider- konventionell produzierter Ware. Mittendrin, wie eine Insel für mich, ein Regaltisch mit einer tollen Auswahl an unterschiedlichen Stoffen von C. Pauli, neben Jersey und Standard-Webware auch Bündchenstoffe und Frottee.

Verwende keine Stoffe mit Elasthan und anderen Kunstfasern auf Erdöl-Basis

Ausgediente Textilien gebe ich am liebsten in den Kompost im Garten. Der beste Müll ist der, aus dem die Regenwürmer und Mikroorganismen frische, gute Erde machen, finde ich. Baumwollstoffe und Schurwollprodukte sind für diese Kreislaufwirtschaft prädestiniert.

Vorausgesetzt, es ist keine Kunstfaser auf Mineralölbasis enthalten. Wenn du die auf den Kompost gibst, produzierst du dir deine eigene Mikroplastik-verseuchte Erde. Muss nicht sein.

Mehr dazu, welche Textilfasern ich in meinen Kleiderschrank lasse und warum erfährst du hier.

Verwende Baumwollgarn statt des Polyester-Standardfadens

Plastikfrei beim Nähgarn? Geht! Das Garn Scanfil bio ist aus 100% Bio-Baumwolle, GOTS-zertifiziert und -als zusätzliches Schmankerl- auf eine Spule aus Holz statt Plastik gewickelt. Leider ist die Homepage des niederländischen Herstellers Forbitex super alt, Infos zum Garn findet man in deutschen Händler-Webshops.

Scanfil bio ist etwas weniger reißfest als Polyester-Nähgarn. Wer mit der Overlock näht, sollte keinen Unterschied merken. Ich bekomme mit normaler Nähmaschine und Zwillingsnadel oder Zick-Zack-Stich eine dehnbare Naht auch mit diesem Garn sehr gut hin.

Vorteilhaft ist bei Scanfil bio außerdem, dass du alle Reste und irgendwann auch das Kleidungsstück bedenkenlos auf den Kompost geben kannst. Bei Polyestergarn hättest du dir so Plastik in die wertvolle Gartenerde geholt.

Wähle deine Werkzeuge mit Bedacht

Überlege gut, ob und welche Nähmaschine du dir zulegst. Muss es unbedingt eine eigene, neue Overlock sein? In vielen Haushalten stehen Nähmaschinen und Overlocks im Dornröschenschlaf im Schrank. Hör dich um, bestimmt findest du Freunde oder Freundesfreunde, die dir ihre Maschine für eine Weile leihen. So kannst du testen, was dir taugt, und vermeidest Fehlkäufe.

Welche Werkzeuge nutzt du wirklich gerne? Welche nerven dich? Finde es heraus, BEVOR du kaufst!

Früher war alles besser, also: Re-Use

Zu den Werkzeugen zählen auch Nadeln, Stoffschere, Maßband, Lineale etc. All das gibt‘s heute für relativ wenig Geld zu kaufen. Leider ist vieles davon so kurzlebig wie der Preis klein ist. Das meiste Neue steckt erst mal in einer Plastik-Umverpackung zum Wegwerfen. Und wer stellt diese ganzen Sachen überhaupt her? Unter welchen Arbeitsbedingungen?

Darum: Hat nicht die Oma noch eine Best-Quality-Stoffschere aus der guten, alten Zeit, die sie nicht mehr braucht? Oder findet sich gar ein Stoff-Schätzchen auf Tante Helgas Dachboden?

Re-use-n, Wiederverwenden ist angesagt. Und macht gerade beim Nähen furchtbar Sinn, denn früher war die Qualität der Dinge tatsächlich oft besser als heute.

Ich bin sicher: Dein Werkzeug ist bereits ganz in deiner Nähe. Du musst es nur aufspüren. Viel Erfolg dabei!

Die 5 nachhaltigsten Geschenkideen für Weihnachten

Du bist auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für deine Lieben? Lass dich inspirieren von diesen Vorschlägen für mehr Nachhaltigkeit unterm Christbaum.

Nichts schenken – nach Absprache

Schenken ist etwas Schönes. Schenken tut der Seele gut – sowohl beim Schenkenden als auch beim Beschenkten. Beschenkt zu werden ist spannend und fühlt sich durchaus wunderbar an.

Die Schenkerei kann aber auch zu viel werden:

  • Wenn das ungeschriebene Gesetz gilt, dass jede/r jeder/jedem etwas zu schenken hat.
  • Wenn man kurz vor Heiligabend noch immer ohne passende Idee für Person XY dasteht.
  • Wenn vor lauter “Ich muss noch Dies besorgen und Jenes vorbereiten” die Weihnachtszeit nicht ruhig und gemütlich sein kann, sondern hektisch und stressig wird.

Überlege dir daher, wen du wirklich beschenken möchtest.

Gehe die Liste an Personen durch, für die du nach guten Ideen suchst. Was würde passieren, wenn du dem Großteil dieser Leute vorschlägst, dass ihr euch dieses Jahr nichts zu Weihnachten schenkt?

Möglicherweise geht es auch deinem Gegenüber so wie dir – einfach keine passende Geschenkidee im Kopf.  Schenkt euch die gegenseitige Erleichterung, dass ihr euch einfach nichts schenkt.

  • Ihr profitiert beide durch weniger Vorweihnachtsstress.
  • Nebenbei ladet ihr euch keine Konsum-Ausgaben auf euer Ökobilanz-Konto,
  • ihr benötigt weder Zeit noch Energie (Kraftstoff) für Fahrten zum Laden oder für Online-Bestellungen, und
  • es fällt kein Verpackungsmüll an (Jää, plastikfrei!).

Minimalismus kann durchaus befreien, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Sich gemeinsame Zeit schenken

Mit dem vorigen Schritt hat sich die Liste der zu Beschenkenden möglicherweise schon drastisch reduziert. Glückwunsch!

Bestimmt ist dir aufgefallen, dass sich bei einigen Personen die Idee vom Nichts-Schenken einfach falsch anfühlt. Denn du magst diese Menschen so gerne! Leider fehlt dir die perfekte (Sachen-)Geschenkidee oder möchtest du keine Dinge verschenken?

Schlage diesen Freunden oder Familienmitgliedern vor, dass ihr euch in diesem Jahr keine Sachgeschenke macht, sondern Zeit miteinander verbringt. Wie wäre es, sich einfach auf einen Glühwein am Weihnachtsmarkt zu verabreden? Oder zum gemeinsamen Plätzchenbacken zuhause? Oder auf einen Waldspaziergang?

Was uns bei dieser Gruppe von Menschen oft fehlt, ist gemeinsam verbrachte Zeit.

Nutzen wir die Besinnlichkeit der Dezembertage, um uns auf die Lieben zu besinnen: Wir wünschen uns eine gute Zeit mit ihnen, also nehmen wir sie uns! Den Shopping- und Vorbereitungs-Rush lassen wir in diesem Fall einfach mal aus.

Gemeinsam verbrachte Zeit lässt sich auch als Geschenk am Heiligabend verpacken. Wenn du also keine “Wir schenken uns keine Sachen”-Absprache im Vorhinein treffen willst, schaue bei Zeit statt Zeug vorbei und lass dich inspirieren. Dann stehst du nicht mit leeren Händen da, sondern kannst dein Bedürfnis nach Schenken befriedigen.

Wichteln: ein richtig tolles Geschenk für eine Person

Seit einigen Jahren wird in unserer Familie gewichtelt. Sprich: Irgendwann im Herbst schreiben wir unsere Namen auf Zettelchen und jede/r darf einen Zettel ziehen. Mit dabei sind die Uroma, die Großeltern, zwei Eltern-Pärchen und ein Single-Bruder, dazu inzwischen sogar die beiden ältesten Töchter mit neun und acht Jahren. Das macht zehn Personen.

Mit dieser Entscheidung haben wir uns Weihnachten zurückerobert: Es ist schön, sich die Zeit zu nehmen, über ein richtig tolles Geschenk nachzudenken. Was kommt wohl gut an? Oder vielmehr geht es darum, sich die Zeit für einen Menschen zu nehmen. Was beschäftigt die Person aktuell? Braucht er oder sie Unterstützung bei Irgendetwas? Womit kann ich ihm oder ihr etwas Gutes tun? Was wäre witzig, was bereitet Freude?

Der gute, alte Geschenkgutschein

Ich bin unsicher: Sind Gutscheine aus der Mode gekommen? Weil sie allzu oft verfallen? Weil ein ToDo dranhängt?

Bei akuter Ideenlosigkeit halte ich den Geschenkgutschein für ein super Format – Wenn man auf die ersten beiden Vorschläge (s.o.) nicht zurückgreifen möchte. Denn:

  • Du wählst aus, für welchen Zweck oder bei welcher Firma der Gutschein gültig ist. Vom Brunch im Bio-Restaurant bis zum Einkauf im Öko-Klamotten-Onlineshop ist Vieles denkbar, was auch Menschen gefällt, die bisher kaum auf nachhaltigen Konsum Wert legten und eher konventionell unterwegs sind. Überrasche sie positiv!
  • Es muss nichts produziert, transportiert und verpackt werden, das dem Beschenkten möglicherweise gar nicht gefällt. Damit vermeidet man sowohl Müll und überflüssigen Energieverbrauch als auch schlechte Laune.

Wie wäre es mit einem Gutschein bei ArmedAngels* für öko und faire Kleidung? Wir kaufen hier selbst gerne ein.

Oder du regst die Freundin, die noch immer den alten Atomstrom-Tarif nutzt, aber doch irgendwie “öko” ist, zum Wechsel auf echt grünen Strom an? Ökostrom von Greenpeace Energy* ist eine saubere Sache. Der Grundpreis von 8,90€ pro Monat mal X lässt sich toll als Gutschein darstellen. Geschenk-Bonus: Du übernimmst soweit möglich den Papierkram?

Clevere Kombinationen

Zu Weihnachten gehört ein ordentliches Päckchen in Geschenkpapier mit Schleife, Bändel und Namensschildchen! Findest du das auch? Dann verbinde das klassische Auspacken mit dem Schenken gemeinsamer Zeit oder schau dir die konkreten Buch- und Sachideen weiter unten an.

Vorteil einer cleveren Kombi ist, dass es ein Geschenk zum Anfassen und Auspacken gibt, du also nicht mit leeren Händen dastehst. Du kannst hochwertige Produkte auswählen und auch bei der Geschenkverpackung auf Nachhaltigkeit achten. Ein wichtiger Teil des Geschenks kommt erst noch – nämlich in Form der gemeinsamen Zeit. Beispiel gefällig?

Deine Schwester träumt vom Minimalisieren und Leichterwerden, kommt im Familienalltag aber nicht in die Pötte. Schenke ihr

  1. das momentan so gehypte Buch Magic Cleaning* von der Japanerin Marie Kondo (Jäi, auspacken!),
  2. ein großes Glas ihrer Lieblingssüßigkeiten (bio! und Jäi, nochmal auspacken!) als Nervennahrung für
  3. einen gemeinsamen Ausmist-Tag (Datum direkt vereinbaren).

Geschenke solcher Art sind natürlich keine Kleinigkeit. Achte darauf, dich selbst nicht zu überfordern, sonst fällt das ganze Projekt möglicherweise ins Wasser. Wie oben beschrieben ist das Schenken gemeinsamer Zeit vor allem für die Personen geeignet, die dir wirklich, wirklich wichtig sind.

Bücher, Sachen, Kleinigkeiten aus der Nachhaltigkeitsecke

Neben den erwähnten Ideen beim Thema Der gute, alte Geschenkgutschein hier eine kleine Auswahl an konkreten Sachgeschenken:

Als Geschenk für werdende oder frisch gebackene Eltern empfehle ich wärmstens Artgerecht – Das andere Baby-Buch* von Nicola Schmidt. Ein Werk, das nicht nur Hintergründe erklärt, sondern für Gelassenheit sorgt. Warum nachhaltig? Weil es beispiesweise darin bestärkt, sich der sonst üblichen Materialschlacht zu entziehen – Baby und Eltern brauchen für ihr Glück wirklich nicht viele Dinge! Hätte ich mich für die Schwangerschaft mit, Geburt und erstes Lebensjahr von unserer zweiten Tochter für ein einziges Buch entscheiden müssen, wäre es ziemlich sicher dieses hier geworden.

Eine Bambus-Zahnbürste (gibt’s in Unverpacktläden, manchen Bioläden und bei dm) und ein Döschen selbstgemachter Kurkuma-Zahnpasta zum Beispiel für den dynamischen Junggesellen, der mit leichtem Gepäck reist und sonst nix braucht.

Alle reden von Bienen und Honig, aber nur wenige gucken genau hin. Bienen zu halten an sich ist nicht per se nachhaltig! Bildet euch eure Meinung über “gute” Bienenhaltung bei der Imkerei Summtgart und verschenkt ein Honig-Abo oder ein kleines Schnupper-Päckchen.

Für Kids im Kleinkindalter: Der Affenzahn Kinderrucksack* aus Bio-Baumwolle. Warum nachhaltig? Weil zum Beispiel auf den Plantagen für Bio-Baumwolle keine Pestizide ausgebracht werden. Robuste Verarbeitung, Reflektor-Augen, süßes Design. Wir haben diesen Rucksack Ende 2016 verschenkt an die kleine Nichte. Sie nutzt den Monster-Freund oft und gerne, darum empfehle ich ihn euch mit Freude weiter.

Die Vesperdose LunchBots aus Edelstahl* (nicht nur) fürs Schulkind. Wir haben lange ausprobiert, welche Dose unserer Großen für den Schulalltag am besten taugt. Mit dieser hier sind wir im Herbst 2016 endlich fündig geworden und seitdem super zufrieden. Warum nachhaltig? Die Dose ist super robust, daher kann man von einer sehr langen Nutzungsdauer ausgehen.

Das Buch Besser leben ohne Plastik* für motivierte Ausprobierer und Weltverbesserer. Eignet sich auch toll als clevere Kombi – einfach reinblättern, inspirieren lassen, zusammen umsetzen.


weitere Tipps

Von meiner guten Freundin Fanny: “ Darf ich ergänzen? Spenden statt schenken. Es gibt viele Organisationen, die eine Geschenkurkunde ausstellen, so dass man sogar trotzdem was in der Hand hat. z.B. https://www.regenwald.org/spende/urkunden oder auch bei Ärzte ohne Grenzen.” Eine gute Idee, denn viele von uns Erwachsenen finden ja, dass sie alles haben, was sie brauchen. Probiert’s aus und informiert euer Umfeld darüber, dass ihr euch statt Geschenke über eine Spende an Organisation XY freuen würdet. Vielleicht zieht direkt jemand mit und ihr schenkt euch gegenseitig eine Spende an eine bestimmte Organisation? Fanny hat bereits zwei mögliche Organisationen genannt. Hier eine dritte: Mein Freund bat dieses Jahr zum Geburtstag um eine Spende an die aus Myanmar nach Bangladesh Flüchtenden, und zwar über das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen.

Was sind deine Weihnachtsgeschenke-Highlights der letzten Jahre? Wie nachhaltig darf’s deiner Meinung nach denn sein am Fest der Liebe?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Winterliche Grüße,
eure Kerstin

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Foto: „christmas holly fir tree decoration“ von Markus Spiske, CC BY 2.0

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative zu Amazon. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

So wird dein Kleiderschrank nachhaltig

Es wird Zeit: Mach deinen Kleiderschrank nachhaltig. Entscheide dich jetzt für eine Garderobe, die du liebst und die okay ist für die (Um)Welt.

Du gewinnst dadurch Zufriedenheit und ein gutes Gewissen, spürst ein Glücksgefühl beim täglichen Ankleiden, und verbesserst nebenbei deine Ökobilanz.

Jedoch, sei gewarnt, das funktioniert nicht über Nacht. Los geht’s in vier Schritten:

  1. Ausmisten
  2. Besinnen
  3. Garderobe ergänzen
  4. Garderobe klar halten

Und warum verbessert das Ganze nun meine Ökobilanz?

Viel Spaß beim Weiterentwickeln deines Kleiderschranks!

Ausmisten

Gib Ressourcen frei. Kleidung, Schuhe und Accessoires, die du nicht oder nicht gern benutzt, könnten anderswo ein sinnvolleres Dasein finden. Ich meine:

  1. Kleidung ist viel zu schade, als dass sie ungenutzt in Schränken oder an Garderoben im Dornröschenschlaf versteckt sein sollte.
  2. Unsere Wohnräume sind viel zu schade, als dass wir sie mit Dingen blockieren sollten, die wir entweder nicht mögen oder einfach nicht nutzen.

Am besten hilft ein Befreiungsschlag à la Kondo* : Alle Kleidungsstücke zusammentragen (ALLE!) und einzeln in die Hand nehmen. Stück für Stück. Dabei wirst du spüren, was los ist mit jedem Einzelteil. Das Eine bleibt, das Andere möchte anderswo eine neue Nutzung finden, das Nächste wird vielleicht entsorgt.

Bei mir sah das so aus – und auf dem Foto ist noch längst nicht alles zu sehen…

Mir half beim Aussortieren vor allem der Gedanke, dass ich auf dem Weg bin zu einer Garderobe, die mich glücklich macht  🙂

  • Weg mit allem, was negativ assoziiert ist.
  • Weg mit allem, was dir maximal ein Schulterzucken entlockt – Es sei denn, es ist die letzte noch übrige lange Hose.

Sonderfall: Kleidungsstücke, die du nicht trägst, an denen aber wunderschöne Erinnerungen hängen. Und die deshalb einfach (noch) nicht weg können. Gibt’s die bei dir auch? Im Kleiderschrank haben diese Teile -finde ich- nichts zu suchen. Ich habe meine daher in eine separate, kleine Erinnerungskiste gepackt.

Ideen, wie du deine aussortierten Teile los wirst, ohne damit den Restmüll zu belasten, findest du in meinem Beitrag So wirst du deinen Kram los: 13 Alternativen zur Mülltonne.

Besinnen

Durchsortiert? Super, herzlichen Glückwunsch!!

Das Wiedereinräumen deines Schranks fällt dir jetzt sicher leicht. Genieße die Klarheit in vollen Zügen – yes.

Das ist wichtig, um die Klarheit auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können. Beim nächsten Durchstöbern des Secondhand-Stores, des öko Versand-Katalogs oder des OnlineShops mit öko-fairer Kleidung sollte in deinem Gehirn von ganz allein ein PopUp-Fenster erscheinen mit deiner frisch überarbeiteten, sich leicht anfühlenden Kleidungsauswahl.

Vielleicht nutzt du die Gelegenheit und schaust dir etwas genauer an, was du nun noch besitzt.

  • Welche Farben sind da?
  • Ist die Auswahl eher monochrom, bunt, gemustert?
  • Welche Stoffarten siehst und fühlst du?
  • Welcher Style ist zu erkennen?

Und ganz wichtig: Fehlt etwas? Muss die Auswahl vervollständigt werden? Möchtest du dich in eine bestimmte Richtung entwickeln (abgesehen vom Aspekt “öko & fair”)?

Vielleicht bringt dir die Beschäftigung mit der momentan ziemlich gehypten Capsule Wardrobe für deine zukünftige Garderobe noch einige tolle, neue Gedanken. Empfehlen kann ich dafür un-fancy.com, von hier stammt auch folgendes Zitat:

What is a capsule? […] It’s a mini wardrobe made up of really versatile pieces that you LOVE to wear.

Ehrlich gesagt, ist meiner Erfahrung nach mit dem Aussortieren schon das Allermeiste geschafft.

Garderobe ergänzen

Nach dem Ausmisten und Besinnen kommt er ganz bestimmt irgendwann wieder, der Punkt, an dem du dir neue Kleidungsstücke ins Haus holen möchtest. Ich schreibe nicht einfach “kaufen möchtest”, denn das begrenzt deine Möglichkeiten auf ein nicht-okayes Maß.

NICHT NEU

Gibt es Kleidung, die anderswo Schränke verstopft, aber für dich perfekt wäre? Über SecondHand-Läden, Tausch-Veranstaltungen mit Freunden oder öffentlich, über Kleiderkreisel, entsprechende Facebook-Gruppen oder oder oder hast du gute Chancen fündig zu werden. Und gibst als Bonus weniger Geld aus als bei einem Neu-Kauf.

Gehe den Weg rückwärts: Wie bist du deine nicht mehr benötigten Kleidungsstücke losgeworden? Hast du vielleicht Familie oder Freunde beschenkt? Über eBay-Kleinanzeigen oder über einen SecondHand-Laden in deiner Stadt verkauft? Finde weitere Ideen im Artikel So wirst du deinen Kram los.

Veranstalte deine eigene Tauschparty mit Freunden mit ähnlicher Konfektionsgröße. Vorteil: Viele deiner Freunde bewegen sich in einem ähnlichen “Milieu” wie du selbst, sodass auch die Art der Kleidung nicht allzuweit auseinanderliegt. Hippie, Business, SuperChic – Jedem das Seine.

Sei kreativ! Da draußen schlummern Unmengen an ungenutzter Kleidung. Vielen Leuten geht es ähnlich wie dir. Man muss nur irgendwie zusammenfinden. “Vorhandene Potenziale nutzen” – Eine Weisheit, die mir in der Permakultur vor vielen Jahren erstmals begegnete.

NEU

Achte beim Einkauf neuer Kleidung auf anerkannte Zertifizierung. Mir ist das GOTS-Siegel am liebsten. Baumwolle sollte im Etikett mit kbA (kontrolliert biologischer Anbau) und Schurwolle mit kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung) gekennzeichnet sein.

Viele Kleidungsstücke sind ganz oder teilweise synthetisch. Auch in der Kleidungsbranche spielt Plastik eine große Rolle! Und oft merkt man’s erst beim Blick auf das Etikett.

Das Problem:

  • Einerseits verlieren die Kleidungsstücke bei jedem Waschgang feinste Fasern, die mit dem Abwasser in die Welt gelangen und sich fröhlich überall hin verteilen.
  • Andererseits müssen die Kleidungsstücke irgendwann entsorgt werden. Was geschieht dann mit dem Plastik?

Wie toll wäre es, ausrangierte Kleidung guten Gewissens einfach auf den Kompost werfen zu können?

Ganz besonders nervig finde ich Mischfasern. Die gute, alte Stricksocke von Oma zum Beispiel: mit Liebe gefertigt aus Sockenwolle. Ja, Wolle. Nur leider verbirgt sich dahinter meist eine Mischung aus Schafswolle und einer Synthetikfaser auf Erdölbasis, wie Polyester oder Polyamid. Was geschieht damit, wenn die Socken irgendwann durch sind?

Reine Ansagen sind mir da lieber: Omas Socken aus reiner Schafswolle zum Beispiel – natürlich kbT. Und jetzt zurück zum Thema – Wie du deinen Kleiderschrank nachhaltig machst.

Bezugsquellen und Hersteller von Kleidung, die ich aus eigener Erfahrung kenne und empfehlen kann, trage ich laufend in meinen Empfehlungen + Ressourcen zusammen.

Online findet man inzwischen sehr viel Öko-Ware.

Wem die Online-Bestellerei auf die Nerven geht und lieber direkt anfasst und anprobiert, was man später am Leib trägt, findet in der eigenen oder nächstgrößeren Stadt möglicherweise entsprechende Läden.

Neben den Läden mit Nur-Öko-Sortiment gibt es auch viele Läden, deren Sortiment zumindest teilweise aus ökozertifizierter Ware besteht. Diese findet man, indem man online nach Herstellern von Öko-Kleidung sucht, die einem gefällt, und dort telefonisch oder per Mail anfragt, wo in der Nähe des eigenen Wohnorts deren Kleidung zu kaufen ist.

Abschließend kompakt zusammengefasst:

  • Etikett prüfen: Steht da kbA oder kbT und das GOTS-Zeichen?
  • Ist das Kleidungsstück langlebig?
  • Vermeide synthetische Gewebe auf Erdölbasis.
  • Vermeide Mischgewebe mit Synthetikanteil.
  • Mach dich auf die Suche nach Anbietern, die Klamotten DEINES Styles “in öko” anbieten.

Weitere Hinweise findest du in meinem Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst und in Empfehlungen + Ressourcen.

Garderobe klar halten

Es ist einfacher, wenige Dinge gut zu pflegen, als viele gleichzeitig.

Blick in den Kleiderschrank
Bei mir sieht es derweil so aus: Im Schrank eine Reihe wie auf dem Foto, schwarze Socken lose, eine Box mit Strumpfhosen, Leggins, warmen Socken, separat Unterwäsche. Auf Kleiderbügeln an einer frei hängenden Stange außerdem Jacken, einige Oberteile und aktuell genutzte, aber noch nicht waschreife Kleidungsstücke.

Der Besitz von nur wenigen Dingen verhindert, dass man den Überblick verliert. Es verhindert außerdem, dass sich beim Einen Ressourcen anstauen, die beim Anderen besser oder überhaupt genutzt werden könnten.

Bleib im Fluss: Lass los, was du nicht brauchst.
Für einen klaren Blick auf das wirklich Wichtige.

Marie Kondo: Magic Cleanding. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändertMir war und ist Marie Kondos Buch* eine sehr große Hilfe. Ganz besonders die wiederkehrende Frage: Macht mich das glücklich? Wenn nicht, kann’s weg. Wie radikal man das am Ende durchzieht, ist vermutlich eine Frage der Persönlichkeit und Lebenssituation. Ich bin gespannt auf deine Erfahrung!

Und warum verbessert das Ganze nun meine Ökobilanz?

  • Du hast schlafende Ressourcen wieder in Umlauf gebracht, indem du dich von nicht mehr genutzten oder ungeliebten Kleidungsstücken getrennt hast.
  • Du kurbelst mit dem Neukauf von ökozertifizierten Kleidungsstücken eine Art der Landwirtschaft an, die zu vertreten ist: pestizidfrei, tierfreundlicher, sozialer etc.
  • Du kaufst gezielter ein und vermeidest damit unnötige Warenproduktion, indem du an der Stellschraube Nachfrage/Angebot drehst.

Wie gehst du mit dem Thema nachhaltiger Kleiderschrank um? Was sind deine Erfahrungen? Kommentiere gerne deine Tipps!

Sonnige Grüße,
eure Kerstin

 

Entscheide dich jetzt für eine Garderobe, die du liebst und die okay ist für die (Um)Welt. LANA - Laboratorium für Nachhaltigkeit
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Mach deinen Kleiderschrank nachhaltig!

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative zu Amazon. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Tauschtisch – Befrei dich von Sachen, freu dich über Neues

Tauschtisch - Befrei dich von Sachen, freu dich über Neues

Ich bin großer Fan von

  • Dingen in Nutzung statt im Dornröschenschlaf,
  • dem positiven Gefühl, für mich überflüssigen Kram freizulassen,
  • der Freude, wenn jemand etwas anfangen kann mit den von mir aussortierten Dingen.

Abseits des klassischen Konsums

Vor einigen Jahren hatte ich mit einer Freundin einen Straßenflohmarkt in der und für die Nachbarschaft initiiert und umgesetzt. Da wurde mir so richtig bewusst, wieviele Dinge es allein in unserer direkten Umgebung in den einzelnen Haushalten gab. Welche Mengen an Material hier genutzt wurden oder -nur- im Dornröschenschlaf schlummerten.

Obwohl wir keinen riesigen Haushalt haben, gab es auch hier in den letzten Jahren unzählige Gegenstände, die unsere vier Wände verlassen durften. Diverse Möglichkeiten habe ich ausprobiert zum Verkaufen und Verschenken oder Spenden von Dingen. Nicht alle davon haben den Test bestanden: Inzwischen habe ich mehrfach erlebt, dass es ganz schön anstrengend sein kann zu versuchen, Dinge zu verkaufen. Es ist ein enormer Zeitaufwand, online Gegenstände anzubieten, zu betreuen, Anfragen zu beantworten, nach gelungenem Verkauf zu versenden oder abholen zu lassen.

Daher verschenke ich sehr gern.

Spanien – Tauschmärkte entstanden in der Krise

Als Spanien vor einigen Jahren in der Krise steckte, war ich fasziniert und begeistert von den alternativen Wegen, die clevere Köpfe aus der Not heraus entwickelten. Es entstanden Tauschmärkte.

Geld braucht man hier nicht. Man tauscht untereinander Besitztümer aus. “Der Tauschmarkt bietet den Bewohner/innen von Poble Sec die Möglichkeit, nicht mehr Benötigtes zu entsorgen, ohne Müll zu produzieren und Neues zu bekommen, ohne Geld ausgeben zu müssen. Gleichzeitig bietet er die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und fördert den Zusammenhalt im Stadtviertel”, berichtete Karin de Miguel Wessendorf (Heinrich-Böll-Stiftung) Anfang 2013.

Dieser Film steht unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-NC-ND, Thurnfilm / Heinrich-Böll-Stiftung.

Befrei dich von Sachen

Ich bin sicher: Jeder hat Dinge zuhause, die irgendwie “übrig” sind. Die Regale belagern. Die im Weg herumstehen. Die man eigentlich gar nicht braucht. Bei denen es eine Freude wäre, sie weiterzugeben.

Wie sieht das bei dir aus?

Freu dich über Neues

Was für den Einen wichtig ist, interessiert den Anderen möglicherweise überhaupt nicht. Was Eine täglich benutzt, hat die Andere kaum in der Hand.

Wir leben unterschiedlich, benutzen unterschiedliche Dinge unterschiedlich gerne und unterschiedlich häufig. Daher:

Wie wäre es, wenn wir einfach zusammentragen, was der/die Einzelne nicht (mehr) benötigt und gebrauchstüchtig ist?

Tauschtisch - Befrei dich von Sachen, freu dich über Neues

Legen wir all das auf einen Tisch.
Verteilen wir um.

Jede/r bringt 10 Teile und nimmt wieder 10 Teile mit.

Bist du dabei?

Die erste Runde startet am Dienstag, 19. September 2017, 18 bis 19 Uhr in Stuttgart. Ortsangabe und weitere Infos findest du hier.

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Empfehlungen + Ressourcen

Aus eigener Erfahrung kann ich die folgenden Bezugsquellen empfehlen.

Aber: Bei Neuanschaffungen ist weniger mehr!

Was letztendlich im Dornröschenschlaf bei dir schlummern darf, solltest du dir gar nicht erst ins Haus holen. Ja, die schick-robuste Nudelmaschine ist vielleicht “Eine Anschaffung fürs Leben!” und die niedlichen Shorts besitzen ein Biobaumwolle-Siegel, sind nur “irgendwie nicht ganz mein Style”. Spar dir das Geld und die Last im ökologischen Rucksack, indem du einfach langsamer, weniger, entspannter konsumierst.

Für alles andere wirst du sicherlich hier fündig. Viel Freude beim Stöbern!

Bekleidung

Mehr Infos zu Kleidung und Textilien insgesamt findest du im Beitrag Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst.

Stoffe

Lies mehr zu diesem Thema im Beitrag Nähen – 5 Wege, wie das schönste DIY-Hobby nachhaltiger wird.

Wohnen, Haushalt, Bürobedarf, Geschenkideen

  • BUNDladen – schönes Weltverbesserer-Lädchen online
  • Warenhaus von GreenpeaceMagazin – kleines, aber sehr feines Sortiment online
  • kaufdichgruen* – Ein- und Mehrweggeschirr für “plastikfrei”-Motivierte
  • memolife – viele gute Sachen, allerdings immer wieder Negativaspekte (Plastikverpackung um ein einzelnes Pärchen Bio-Baumwoll-Socken müsste nicht sein)
  • Manufactum – hier gibt’s die guten, alten Dinge – Online-Shop oder Laden z.B. in Stuttgart

Bücher

  • Buch7* – die soziale Alternative zu Amazon
  • Booklooker* – Flohmarkt für Bücher

Food

  • Solidarische Landwirtschaft Stuttgart (SoLaWiS) – Gemüse, Brot, Mehl, Milchprodukte, Apfelsaft – Besser als Biokiste!
  • Demeter – Erzeugerverband – besser als bio
  • Slow Food Deutschland e.V. Blogger für Slow Food Deutschland e.V.– Erzeuger- und Interessenverband – Essen genießen, Lebensmittel gut produzieren
  • Sonnentor – Tees, Gewürze – plastikfrei, top Ware, von Herzen
  • Schüttgut – Unverpacktladen Stuttgart – plastikfrei, Lebensmittel erleben, Basics und Gutes, ein bisschen wie Tante Emma
  • Imkerei Summtgart – Honig, Bienenwachs, Propolis – Bienenhaltung ist nicht per se “gut”, darum am besten Summtgart

Garten & Selbstversorgung

Wie du deinen Garten behutsam und natürlich pushen kannst, erfährst du in meiner Garten-Ecke zum Thema Lebendiges Erdreich.

Energieversorgung, Strom

Online

  • Greensta – hier liegen meine Seiten
  • Posteo – für meine private Mailadresse
  • Ecosia – Suchmaschine

 

Konnte ich dir mit der einen oder anderen Empfehlung weiterhelfen? Würdest du gerne etwas ergänzen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Herzliche Grüße,
Kerstin

___
* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht. Kennst du buch7.de, den Buchhandel mit der sozialen Note? Das ist DIE Alternative. Ganz nebenbei unterstützt du mit deinen Einkäufen soziale und ökologische Projekte.

Nachhaltige Fußbekleidung im Sommer

Mit FlipFlops von Ethletic draußen unterwegs. Bequeme Schuhe für den Sommer. Empfehlenswert!

Barfuß ist’s im Sommer am schönsten – über weiches Moos, durch warmen Sand, im kühlen Wasser. Außerdem ist das Barfußgehen gesund.

Im Alltag in der Stadt, auf Tour oder unterwegs im Viertel habe ich aber gerne etwas an den Füßen. So hippie bin ich nicht, dass ich den kompletten Tag barfuß unterwegs sein möchte, obwohl das natürlich super nachhaltig wäre: Denn keine Produkte müssten hergestellt werden.

Ich wechsle zwischen folgenden Varianten, wobei mir der Nachhaltigkeitsgedanke am Herzen liegt:

Barfuß gehen

Gesund für Füße und Körper, angenehm auf entsprechendem Untergrund, kostenlos, Anrechnung auf meinen ökologischen Rucksack gleich null.

Ethletic Flip

“Fair. Vegan. Nachhaltig” lautet der Werbeslogan von Ethletic. Verwendet wird Fairtrade-Baumwolle. Die Verpackung und Lieferung ist plastikfrei.

Zum Schuh: Mein FlipFlop (siehe Foto) ist durch die Baumwolloberflächen und den breiten Zehensteg super angenehm zu tragen. Kein Hitzestau am Fuß. Sohle und alle Gummiteile bestehen aus Naturkautschuk mit FSC-Zertifizierung. Da in diesem Jahr gekauft, kann ich zur Lebensdauer noch nichts sagen. Anschaffungspreis 29.90€ – Für einen so angenehmen Schuh mit entsprechenden Pluspunkten würde ich das jederzeit wieder ausgeben.

Joe Nimble FreeToes

Angeschafft Mitte 2016 für 39€. Ich war auf der Suche nach einem Barfußschuh für den Sommer, der den Fuß von unten schützt, aber luftig ist. Dieser hier besteht schlicht aus einer dünnen, flexiblen Sohle, die durch ein Gummiband am Fuß gehalten wird.

Das Tragegefühl ist angenehm luftig. Im Vergleich zum FlipFlop “floppt” nichts, der Schuh sitzt sicher am Fuß.

Leider handelt es sich um einen Plastikschuh, dadurch kommt der Fuß unten ins Schwitzen. Ebenfalls aus Kunststoff ist der Verpackungsbeutel. Nach sechs Wochen war einer der Gummis durchgescheuert. Als Reaktion auf meine Reklamation bekam ich Ersatz, der bis heute hält.

Die Oberfläche ist super leicht zu reinigen. Ich bürste sie gelegentlich mit einer Nagelbürste und etwas Seife ab.

Fazit: Ich trage den Schuh zwar, würde ihn mir jedoch nicht erneut kaufen.

Leguano Classic

Ebenfalls 2016 ins Repertoire aufgenommen habe ich den Leguano Classic schwarz für stolze 79€. Ein Barfußschuh, den ich vor allem im Frühjahr und Herbst, aber auch im Sommer bei entsprechendem Wetter gerne trage.

Das Gehen ist eine Wucht! Da der Schuh am Fuß wie eine Socke sicher sitzt, kann sich meine Wahrnehmung auf die Empfindungen von unten konzentrieren. Es ist großartig, die Weichheit des Waldbodens, die Härte und Struktur von Gestein etc. zu fühlen. Die Gedanken werden immer wieder unterbrochen von der Wahrnehmung an der Fußsohle, das Denken wird geerdet. Das tut mir und meiner Gesundheit nachhaltig gut.

Leider ist auch dieser Schuh ein Kunststoffschuh. Nach Ende seiner Lebensdauer wird er in keinem Kreislauf aufgenommen werden können, sondern ist einfach Restmüll. Ökologisch gesehen also ein NoGo.

Wer sich für geschlossene Barfußschuhe aus Naturmaterialien interessiert, ist vermutlich mit Wildlingen gut beraten.

Klassische Sandale

Ein “normales” Pärchen Sandalen findet sich außerdem in meiner Sommerschuh-Auswahl. Klassisch mit Lederriemchen, ein älteres Sandalette-Modell aus dem Jahr 2015 vom Öko-Bekleidungsversand Hessnatur*, damals zum Preis von 89,90€. Chromfreie Gerbung, europäische Fertigung.

Fünf Varianten für eine Jahreszeit – ganz schön viel

Aber ja, ich lege viele Kilometer zurück und bin in unterschiedlichsten Bereichen unterwegs. Wir leben mitten in der Stadt, gehen häufig auf Asphalt und Stein. Wir nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Wir durchstreifen Rasenflächen, Wiesen und den nahen Wald mit unserem Hund, begehen unterschiedlichste Oberflächen von Kiesschotter bis zum humusreichen Waldboden. Wir arbeiten und faulenzen in unserem wilden Garten etwas außerhalb der City.

Für all das ist es gut, die Wahl zu haben zwischen unterschiedlicher Fußbekleidung.

Mein Favorit ist eindeutig der Ethletic Flip

Denn er ist super angenehm zu tragen, gleichzeitig legen die Hersteller auf diverse, mir wichtigen Punkte bezüglich Nachhaltigkeit großen Wert. Bonus, aber nicht ausschlaggebend: Der Preis ist super, verglichen mit den anderen Pärchen, die ich gerade nutze.

(Wie) kleidest du deine Füße im Sommer?
Hast du heiße und nachhaltige Tipps?

Ich freue mich auf deine Ideen!

Hintergründe und Tipps zu Kleidung und Textilien findest du im Artikel Wie du dich gegen die elenden Zustände in der Textilien-Branche wehrst und in den Empfehlungen.

Sonnige Grüße,
Kerstin

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* Dies ist ein Affiliate Link für einen meiner Meinung nach empfehlenswerten Shop oder Artikel. Ich schreibe meine Texte unabhängig und frei aufgrund meiner persönlichen Erfahrung. Nur an wirklich passenden Stellen setze ich einen solchen Link. Dabei achte ich sehr darauf, dass Produkt- und Unternehmensqualität meinen Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Für dich hat ein Klick keine Auswirkungen. Für mich springt evtl. eine kleine Entlohnung für meine Arbeit raus, eine goldene Nase verdiene ich mir nicht.

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Je höher das Einkommen, desto schlechter die Ökobilanz

Geld regiert die Welt?

Schon irgendwie ernüchternd, oder? Wenn du wissen willst, wie gut oder schlecht deine Ökobilanz ist, genügt ein Blick auf die persönliche Einkommensaufstellung. Im Detail ist’s natürlich nicht ganz so easy, aber statistisch gesehen fährt unsere Gesellschaft diese Schiene im Moment. Die entsprechende Studie veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) Mitte 2016.

Mein Haus, mein Auto, meine Flugreisen: Die ‘Big Points’

Für die Ökobilanz besonders bedeutend sind die Bereiche Mobilität und Wohnen. Die ‘Big Points’ sind die Wohnung, das Auto und die Häufigkeit der Flugzeugnutzung.

Bäm!

Einerseits ist es natürlich schön zu wissen, an welchen Stellschrauben man drehen kann, um einen großen Effekt zu erzielen – in unserem Fall eine geringere Ökobilanz. Andererseits kann genau das Anpacken lieb gewonnener Gewohnheiten und Besitztümer ganz schön schwierig werden! Wollen wir’s wirklich wissen?

Schillernde Ausnahmen: Gutverdiener mit geringer Ökobilanz

Ein erfreuliches Ergebnis liefert die Studie gleich mit, und zeigt einen Weg auf, auch bei gutem Einkommen die Ökobilanz deutlich zu verbessern. Wie das geht? Schauen wir genauer hin:

“Ein großes Potenzial, Klima und Ressourcen zu schonen, liegt in Maßnahmen wie energetischer Sanierung in Gebäuden und Quartieren, dem Kauf von Autos mit geringem CO2-Wert, Car-Sharing oder einem geringeren Fleischkonsum. Aber auch mit Investitionen in erneuerbare Energien und freiwilligen Kompensationszahlungen für Fernflüge können Verbraucherinnen und Verbraucher tonnenweise CO2 einsparen.”

Achtung, Sprung in der Ökobilanz nach Altersgruppen

Markant ist der Unterschied in der Ökobilanz zwischen der Gruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 29 Jahre) und der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen. Bei der Formung und Festlegung des eigenen Lebensstils im Lauf der frühen Erwachsenenphase gibt es demnach nochmals besonderes Potenzial: Hier können wir folgenreich beeinflussen, in welche Richtung sich unsere Ökobilanz später entwickelt.


Foto: Titelbild “20er” von Michael Mueller, CC BY 2.0

Nachhaltigkeit berechnen: Was wiegt DEIN ökologischer Rucksack?

jählicher Verbrauch an Rohstoffen, im Vergleich: Durchschnitt der Nutzer, mein eigener, Zielwert 2030

Welche Ressourcen verbrauche ich? Wie schwer bzw. wie groß ist mein ökologischer Rucksack? Finde es heraus mithilfe des Online-Rechners “Mein ökologischer Rucksack” des Wuppertal-Instituts. Ich habe den Rechner getestet – Hier mein Nutzerbericht.

Der “Rucksack” besteht aus den Bereichen

  • Wohnen
  • Konsum
  • Ernährung
  • Freizeit
  • Mobilität
  • Urlaub

und zeigt auf, in welchen Bereichen mein Ressourcenbedarf wie hoch ist.

Gerechnet wird in Tonnen, jedoch nicht in Tonnen CO2 (!) wie beim Modell des ökologischen Fußabdrucks. Die Einheit “Tonne” basiert hier auf der benötigten Menge Rohstoffe. Dazu zählen mineralische Rohstoffe wie Metallerze, Erdöl, Kohle; außerdem Biomasse wie Holz und Lebensmittel; ergänzend Erde, Gestein; unberücksichtigt bleibt Wasser.

Der Gedanke ist: “Der ökologische Rucksack ist ein grundlegendes Maß für die Höhe der Umweltbelastung, die mit einem Produkt oder Lebensstil einhergeht.” Je mehr Ressourcen entnommen werden, desto höher nicht nur der Ressourcenverbrauch an sich, sondern desto größer auch die Emissionen.

Mir gefällt an diesem Rechenkonzept, dass eine sehr große Spanne berücksichtigt wird: von der Entnahme der Rohstoffe, über Verarbeitung, Transporte und Nutzung, bis hin zur Entsorgung. Diese (ziemlich) ganzheitliche Sicht auf die Dinge und Dienstleistungen ist nicht nur plausibel zum Verständnis und zur Berechnung von Nachhaltigkeit, sondern -wie ich finde- schlichtweg notwendig.

Nachhaltiger Zielwert 2030

Interessant ist nach Abschluss der rund zehnminütigen Fragerunde einerseits der Vergleich mit dem Durchschnitt aller bisherigen Teilnehmer: 40 Tonnen.

Andererseits (und besonders für die Frage der Nachhaltigkeit im eigenen Leben wichtig) der Vergleich mit dem Soll-Wert, dem sogenannten “nachhaltigen Zielwert 2030”: 17 Tonnen.

Und wo liegen wir selbst nun?
Ganz schön spannend!

Mein Ergebnis: Beim ersten Durchgang Anfang 2017 liege ich bei 11,9 Tonnen. Beim zweiten Durchgang Mitte 2017 bei 9,5 Tonnen. Geändert hat sich insbesondere, dass in unserem Haushalt nun vier statt drei Personen leben.

Faustregeln für einen kleinen ökologischen Rucksack

Bereits durch die gestellten Fragen und möglichen Antworten bekommt man einen guten Überblick, worauf es ankommt auf dem Weg zum schlanken ökologischen Rucksack. Konkrete Anregungen liefert der Rechner nach Abschluss der Fragerunde.

Folgende Aspekte möchte ich mir merken:

Bereich WOHNEN

  • Je kleiner die Wohnfläche pro Person, desto geringer der Ressourcenverbrauch.
  • Ökostrom nutzen, denn dieser “ist fünf Mal ressourceneffizienter als der konventionelle Strommix”.

Bereich KONSUM

  • Die Nutzungs- und Lebensdauer der Dinge, die man besitzt, möglichst groß halten.
  • Bei Anschaffungen lieber doppelt nachdenken: Verkleinert den ökologischen Rucksack und schont den Geldbeutel.

Bereich ERNÄHRUNG

  • Möglichst regional, saisonal, bio.
  • Möglichst viele pflanzliche, wenig tierische Produkte.
  • Leitungswasser trinken.

Bereich FREIZEIT

  • Je kleiner die benötigte Infrastruktur fürs eigene Hobby, desto geringer der Ressourcenverbrauch. Beispiel für geringen Verbrauch: Joggen im Wald. Beispiel für hohen Verbrauch: Golfspielen, Skifahren.

Bereich MOBILITÄT

  • Die täglichen Wege möglichst kurz halten.
  • Vor allem Fahrrad und Bahn nutzen.
  • Wenn Auto, dann Kleinwagen, denn die benötigen verhältnismäßig wenig Sprit und sind in der Herstellung ressourceneffizienter als andere Wagen.
  • Elektroautos momentan nur mit Ökostrom sinnvoll.

Bereich URLAUB

  • Möglichst kurze Anfahrtswege zum Reiseziel. Das kann man erreichen, indem man bei weiten Anfahrtswegen auf mehrere Kurztrips pro Jahr verzichtet und lieber gleich länger bleibt, dafür seltener fährt. Oder sich eben Urlaubsziele in nicht allzu weiter Entfernung sucht.
  • Je weniger luxuriös die Unterkunft, desto weniger Ressourcenverbrauch.

Das Konzept der 6 R’s

Zum Abschluss präsentiert mir der Ressourcenrechner eine weitere Handreichung oder Inspiration für meinen Alltag. Kurz und knackig, außerdem etwas abstrakter als die oben genannten Faustregeln:

  • Rethink
  • Refuse
  • Reduce
  • Re-Use
  • Repair
  • Recycle

Klare Empfehlung an dich, den Rechner zum eigenen ökologischen Rucksack zu testen. Viel Freude beim Ausprobieren und Anregen-Lassen!

Für dich zusammengestellt habe ich hier weitere Tools, mit denen du herausfinden kannst, wie nachhaltig dein Lebensstil ist.

___
Alle Zitate von ressourcen-rechner.de, Zugriff vom 07.06.2017

Ein Händchen Müll pro Woche

gepresste Müllballen

“Geiler Scheiß!” – Klappe, die Dritte.

Simons Mülltonnen hungern. Interessiert, bewusst und kontinuierlich beschäftigt er sich damit, wie er möglichst müllfrei leben kann. Das aktuell brandheiße Thema “plastikfrei” ist dabei ein wichtiger Unterpunkt. Als Einkäufer im Unverpackt-Laden in Würzburg ist Simon in einem Film-Beitrag von BR24 zu sehen. Wer ihn kontaktieren möchte, kann das per Facebook tun.

Vielen Dank für das nachfolgende Interview, Simon!

Worum geht’s?

Ich bin begeisterter und konsequenter Müllvermeider. Das heißt, ich verzichte auf Einwegverpackungen jeglicher Art und mir liegt es am Herzen, insgesamt Ressourcen in jeglicher Hinsicht zu schonen. Mit Müll ist in erster Linie Rest- und Plastikmüll gemeint. Papier, Glas und Metall können recycelt werden, sollten jedoch trotzdem auf ein Minimum reduziert werden und wenn möglich weiter benutzt werden. Plastik und Restmüll hingegen nicht. Plastik hat nach der Verwertung niemals die gleiche Qualität wie vorher. Zudem kommt, dass mehr Plastikmüll verbrannt wird, als dass er wiederverwertet wird. Auf diesen Lebensstil hat mich Shia Su mit ihrem Blog www.wastelandrebel.com gebracht. Bevor ich diesen Blog entdeckt habe, war mir gar nicht so sehr bewusst, wie viel Müll auch ich produziere. Obwohl ich schon ziemlich konsequent Biolebensmittel eingekauft habe, fiel da vor allem viel Plastikmüll an.

Warum ist das für dich so großartig?

Für mich ist die Müllvermeidung ein großartiger Lebensstil, weil ich den Erfolg direkt bei mir zu Hause sehe. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich höchstens eine Hand voll Restmüll die Woche und noch weniger Plastikmüll produziere! Das macht Laune und motiviert mich total! Es macht mir auch einfach Spaß, mit allen mir verfügbaren Mitteln Müll zu vermeiden. Bei manchen Gebieten gleicht das teilweise einer sportlichen Herausforderung und erfordert auch einiges an Disziplin und Organisationstalent, muss ich zugeben. Oft werden durch Aktionen meinerseits meine Mitmenschen zum Nachdenken und Umdenken angeregt, sodass ich schon viele kleine Schritte durch meine Gedankenanstöße in meinem Umfeld erfahren durfte. Das motiviert mich wiederum wieder, immer weiter zu machen mit meinem utopischen Ziel, null Müll zu produzieren.

Warum ist’s nachhaltig? Warum ist’s großartig für die Welt, für andere Menschen?

Jedem sollte es logisch erscheinen, dass Müll ein Umweltproblem darstellt. Man gehe nur mal in die Natur und schaue sich dort um. In den allermeisten Fällen sieht man Plastikmüll, der Jahrhunderte braucht, um sich in der Natur abzubauen und dabei in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik zerfällt und somit letztendlich in unserer Nahrungskette angelangt. Zudem gibt der Plastikmüll in dieser Zeit andauernd Schadstoffe in die Umwelt ab. Nicht nur die Vermüllung ist ein Problem, sondern auch der hohe Energieaufwand, der für Einwegverpackungen anfällt, die danach wieder aufwendig verbrannt oder weiterverwertet werden müssen. Manche Leute sagen, dass sie ja nicht für die Vermüllung des Planeten verantwortlich seien, da sie ja nichts in die Natur schmeißen. Jedoch kennt sicherlich jeder von uns das Bild, wenn draußen ein Sturm wütet und sich der Plastikmüll der zerfetzten gelben Säcke in den Straßen verteilt und weggeweht wird, oder?


Foto: Profilbild von Simon, Titelbild “Müll in Paketform” von Thomas Kohler, CC BY 2.0

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